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Wien / Hugo Wolf

Ab Anfang März 1884 bis Ende April Aufenthalt in Wien. Die Postadresse ist "Fiedlers Restauration, Johannesgasse 2" im ersten Wiener Gemeindebezirk. Wohnhaft ist er aber im dritten Stock des Trattnerhof, wo er zusammen mit einem Freund und Hugo Wolf eine WG bildet. Tagebuch, 23. März 1930:

Ich war in meiner Jugend oft obdachlos, Hugo Wolf war es immer; und da nahm uns dann gelegentlich beide mein Couleurbruder Edmund Lang auf in seiner Hofwohnung des dritten Stockes im Trattnerhof.

Steinkogl

Am 26. Juni 1883 befiehlt Bahrs Vater, verärgert über die Umtriebe seines Sohnes, die diesen innerhalb weniger Wochen an zwei Universitäten zur persona non grata haben werden lassen, er solle sich in den Zug setzen und nach Steinkogl im Salzkammergut fahren, wo er den Sommer über zu bleiben habe:

Mit dem Wunsche, daß der Teufel, welcher in Dich hineingefahren, in der sonnigen Waldesluft und der stillen Gebirgswelt ausgetrieben werde und Deine Begriffe von Recht und sittlicher Ordnung sich wieder klären.

Er kommt am 3. in Ebensee an.

Kneipschwanz bei der Burschenschaft "Albia"

Während seines Studiums und vermittelt durch Edmund Lang und Paul von Portheim tritt Bahr als Kneipschwanz der Burschenschaft "Albia" bei, geht seinem Vater zuliebe jedoch keine nähere Mitgliedschaft ein. Das hindert ihn nicht, sich mit einem Schmiss zu zieren. Als Name trägt er laut Rudolf Holzer "Michel aus Linz". Nach seiner Rede am Wagnerkommers und der folgenden Relegierung von der Universität Wien ändert er am 9.

Panama-Skandal

Am 22.12.1894 fährt Bahr als Sonderkorrespondent der "Deutschen Zeitung" nach Paris, um vor Ort Erkundigungen über die Vorgänge rund um den Skandal zu tätigen. Als publizistischer Erfolg kann er verbuchen, dass sogar die Londoner "Times" nachdruckt, wenngleich ohne Nennung seines Namens. Zu Beginn des neuen Jahres fährt er zurück.

Statistische Bahrforschung

Eine kurze Beobachtung zur Entwicklung der Bahr-Forschung. Google betreibt derzeit so etwas wie ein Fieberthermometer, das anzeigt, wie oft Bahr in bestimmten, zeitlich zuordenbaren Webinhalten vorkommt:

Erster Dramaturg am Burgtheater

Auf das erfolglose Dreierkollegium folgt mit 12. November 1918 die Intendanz von Albert Heine und Bahrs erneute Ernennung zum Ersten Dramaturgen am Burgtheater, der für die Stückauswahl zuständig ist. Im März 1919 wird bekannt, dass Bahr das Burgtheater mit Ablauf der Spielzeit (31. August) verlässt.

Dreierkollegium

Am 1. September 1918 wird durch den von Kaiser Karl zum Generalintendanten ernannten Leopold Andrian-Werburg die Leitung des Burgtheaters an ein Dreierkollegium übertragen. Neben Bahr, der für ein Jahr erster Dramaturg wird und das Kollegium nach außen vertreten soll, besteht es aus dem Schauspieler und Regisseur Max Devrient und Robert Michel. Bahr soll den Spielplan erstellen, Devrient für Besetzungen und Personalfragen zuständig sein sowie Michel als verlängerter Arm des Generalintendanten am Burgthater wirken. Am 4. November endet das Intermezzo, Bahr tritt aus.

Abgesagter Vortrag

Am 16. Februar 1917 sollte Bahr in der Wiener Urania seinen Vortrag zu "Ideen von 1914" halten. Er reist am 12. gemeinsam mit seiner Frau an, die ebenfalls einen Auftritt zu absolvieren hat. Bahrs erster Auftritt in Wien seit 1911 fällt aber wegen "Kohlennot" für's erste aus und wird am 26. April nachgeholt.

Niederlande

Am 7. Juli 1905 reist Bahr nach Leiden, Holland, wo ihn Anna Mildenburg erwartet. Am 9. weiter nach Noordwijk aan Zee, wo sie bei der "geizigen Frau A. Heine" in der Villa Dederica wohnen. Vom 24. bis 27. in Lüttich. Am 27. in Leiden. Am 31. in Amsterdam, tags darauf nach Köln.

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