Skip to main content

Studium der Nationalökonomie in Berlin

Ab 2. Mai 1884 studiert Bahr Nationalökonomie bei Adolf Wagner an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin. Nachdem seine 1886 fertiggestellte Dissertation "Die Entwicklung vom Individualismus zum Sozialismus" keine Chance auf Annahme hat, verlaufen Bahrs weitere Versuche einer zweiten Arbeit ohne Erfolg. Nach einer schweren Krankheit kehrt er Ende Mai 1887 nach Linz zurück.

Studium in Czernowitz

Von Oktober 1883 bis Ende Februar 1884 Weiterführung des Studiums in Czernowitz. (Die Universität in Czernowitz hatte im davor abgelaufenen Sommersemester 248 Hörer, davon 128 Juristen.[1])
Wegen weiterer antiösterreichischen und antisemitischen Umtrieben wird er aufgefordert, die Universität zu verlassen, wenn er die Zeit angerechnet haben will. Laut Selbstbildnis zwei Monate vor Semesterschluss Abreise nach Wien. Anders, ebenfalls mit dem Selbstbildnis gerechnet: Wenige Tage nach der Gerichtsverhandlung am 14. Februar Abreise. Die Abreise findet am 3. oder 4. März statt.

Studium in Graz

Vom 19./20. April 1883 bis Ende Juni Studium in Graz. Bahr kommt zu spät für die Immatrikulationsfrist, die am 19. April endete und erreicht keine Ausnahmegenehmigung. Zusätzlich kommt es wegen erneuter großdeutscher Umtriebe zum Abbruch des Aufenthalts.

Wagner-Trauerkommers

Am 5. März 1883 hält Bahr beim Wagner-Festkommers der Burschenschaft "Albia" eine Rede vor 3000 Anwesenden in den Sophiensälen. Das deutschnationale "Linzer Sonntagsblatt", für das Bahr gerade schreibt, berichtet:

Stud. phil. Hermann Bahr betonte sodann die Bedeutung Wagners als Politiker; er sei nicht blos mit Phrasen, sondern auch mit Thaten für seine politische Anschauung eingetreten. Im Jahre 1848 habe er muthig, ohne alle Rücksichten gekämpft, und dies ehren wir an ihm. Redner wies auf Wagner's Schrift: "Die deutsche Kunst und die deutsche Republik" hin.

Studium Klassische Philologie in Wien

Am 6. Oktober 1881 Inskription der Klassischen Philologie in Wien.[1] Zwar erscheint noch ein Text seiner Maturareise in die Schweiz mit Oktober datiert, doch dürften die Artikel falsch datiert sein. Das Studium behagt ihm nicht, es gibt niemanden, der die Wirkung seines Gymnasiallehrers Josef Steger auf ihn hat, und fühlt sich nur mit etwas Grammatik zum Mittelschullehrer abgefertigt.[2] Gleichzeitig lassen ihn seine Umtriebe in der Burschenschaft und im Café Scheidl das Studium vernachlässigen. Gegen Weihnachten wechselt er dann. Im März 1883 wird er von der Universität relegiert.

In der Schule in Salzburg

Mit Fünfzehn kommt Bahr an das von Benediktiner geführte Gymnasium in Salzburg, wo er maturieren wird. Ein Brief an seinen Vater eröffnet den erhaltenen Briefwechsel Hermanns mit seinem Vater Alois. Er datiert mit Salzburg, 16. November 1878 und enthält einen ausführlichen Bericht über seine schulischen Leistungen am Benediktinergymnasium.

Zeitschriftenprojekt "Die Zeit"

Vom Frühjahr 1894 weg plant Bahr die Herausgabe einer Zeitschrift. Am 12. Mai 1894 unterzeichnet er den Gesellschaftsvertrag, demzufolge Heinrich Kanner, Isidor Singer und er die Zeitschrift herausgeben werden.

Deutsche Zeitung, Wien

Nachdem erste Texte Bahrs bereits im November 1882 in der Deutschen Zeitung erschienen waren und ab 1888 ein Jahr lang mehrere Artikel von ihm veröffentlicht wurde, wird im September 1892 das Verhältnis enger: Er tritt in das Redaktionsteam ein. Es folgt eine intensive Phase der Mitarbeit, die vor allem aus Feuilletons, Theatermeldungen und einer wöchentlichen Glosse ("Mepherl") besteht. Bahr steigt sogar zum Mitherausgeber auf, bis am 21.12.1893 die Zusammenarbeit beendet wird.

Geburt

Auszug aus dem Geburts-Taufbuch Stadtpfarramt St. Matthias, Tom V. fol. 2428

Am 19. Juli 1863, 1/2 6 Uhr abends geboren, Herrengasse 815, und am 21. Juli 1863, 3 1/4 Uhr abends getauft; von P. Laurenz Mayer, Coop. H e r m a n n Anastasius Alois B a h r . Vater: Dr. Alois Bahr, k.k. Notar in Linz. Mutter: Wilhelmine, geb. Weidlich, geb. in Johannesberg in k.k. Schlesien […] Pate: Anastasius Ritter von Weidlich, k.k. Hofrat in Temesvar, Stellvertretet: Dr. Eduard Benoni, Finanz-Prokuraturs-Beamter in Linz.

Allerlei Bären

Das Interesse an den eigenen Ahnen lässt Bahr die Reihe der "Bardo, Barding, Baring, Baer, Ber oder Bering"; kurz allerlei "Bären" zurückverfolgen, zu denen nach der von dem amerikanischen Namensvetter John Bahr erstellten Stammtafel, auch noch das "verwelscht[e]" Haus der Orsini zu zählen sei (Selbstbildnis 9f.).

Inhalt abgleichen