Wintersemester 2015/16

SE+UE Vorbereitungsübung Gender Studies

Die Lehrveranstaltung dient der Themeneingrenzung, der Entwicklung von adäquaten wissenschaftlichen Fragen sowie der Methodenfindung für die Master Thesis, die den Abschluss des Masterstudiums Gender Studies darstellt.

Themenfelder II Gender Studies - Trauma und Tabu im Europäischen Film der 1970er- 1980er Jahre

Die Lehrveranstaltung widmet sich europäischen Filmen aus den 1970 und 1980er Jahren, die Sexualität in radikaler Art thematisieren. Aus einer dezidiert kulturwissenschaftlichen filmanalytischen Annäherung wird dabei die Frage nach dem Gendering der Repräsentationen, aber vor allem auch nach Genderimplikationen von Ästhetik im Zentrum stehen. Dabei wird ersichtlich, dass manchmal populäre Medien wie der Film Tabuthemen aufgreifen, bevor diese in den (populär)wissenschaftlichen Fokus geraten. In diesem Sinne steht auch das Wechselspiel von Fakten und Fiktionen zur Disposition.

Literaturwissenschaftliches Bachelor-Seminar (BA) - Spanisch - Literatura y Revolución:

Die Verarbeitung eines Nationalmythos in der mexikanischen ErzählliteraturIn dieser Lehrveranstaltung wird der "Mythos Revolution" in der mexikanischen Literatur in einem repräsentativen Querschnitt behandelt. Eine Leitfrage der Interpretation wird dabei die nach Otredad sein, die sich in der kollektiven Identitätsbildung Mexikos sowohl über eine spezifische Geschlechtsmetaphorik als auch über Thematisierungen des Indigenismo erschließt. Die Zeitspanne zwichen den behandelten Prosatexte erlaubt es, in der Haltung der Intellektuellen unterschiedliche Grade von Identifikation mit bzw. von Distanzierung zum Revolutionsmythos herauszuarbeiten. Außerdem hilft das Konzept der Otredad auch, die ästhetischen Konzepte von Mestizaje, Hybridisierung und ironischer Brechung in den Blick zu nehmen.

Vorlesung Romanische Literaturtheorie - Texte, Konzepte, Figuren

Die VO thematisiert zunächst den Nutzen von Theorie für die Entschlüsselung von Literaturen im weitesten Sinne. Entlang wichtiger literaturwissenschaftlicher Problemstellungen werden dann die gängigsten Literaturtheorien schlaglichtartig vorgestellt und an kurzen Textbeispielen erprobt, also durch ein Methodenrepertoire ergänzt. Der Parcours durch Literaturtheorien beginnt mit einer Einführung in die Narratologie, Fragen nach dem Zusammenhang von Fakten und Fiktionen leiten über zu Semiotik, Strukturalismus und „Metahistory“. Dabei wird auch die Frage nach (auto)biographischen Texten thematisiert. Im Anschluss stehen Positionen der Diskursanalyse, der Psychoanalyse, der Gender Studies sowie der Postcolonial Studies im Zentrum.
Der Schwerpunkt liegt dabei - wenn möglich - auf Theorieangeboten aus den romanischen Ländern.

PS Spanisch: El surrealismo español

In dieser Lehrveranstaltung nähern wir uns einer künstlerischen Bewegung, die zwar in Frankreich entstand, an der aber KünstlerInnen aus Spanien und Mexiko einen wichtigen Anteil hatten. Dabei wird auf Quellen, politische und ethische Implikationen sowie die Formensprachen des Surrealismus in den unterschiedlichsten Medien eingegangen.
Neben visuellen Medien wie Malerei, Druckgrafik und Fotografie sowie dem audiovisuellen Medium Film werden auch einzelne lyrische Manifestationen behandelt. Der Schwerpunkt wird dabei auf spanischer Kunst liegen, gleichwohl werden auch mexikanische Beispiele herangezogen.

Sommersemester 2015

Medienwissenschaftliches Proseminar Spanisch

In einem diachronen Querschnitt werden fünf unterschiedliche Filme aus Mexiko und Spanien analysiert, die die Gattung "Melodrama" veranschaulichen und vielfach auch subvertieren. Als theoretischer Hintergrund der Analyse werden klassische Texte von Stanley Cavell und Laura Mulvey herangezogen und durch neuere psychoanalytische und feministische Ansätze ergänzt.

UE Guided Reading - Differenzfeminismen revisited

In den 1990er und 2000er Jahren galten Differenzfeminismen innerhalb der Gender Studies als überholt. Vor allem deren vermeintliches Festhalten an einer vorgegebenen Geschlechterdifferenz stand postkonstruktivistischen Ansätzen diametral entgegen. Inzwischen nehmen wieder viele GenderforscherInnen die Materialität des Geschlechtskörpers stärker in den Blick und entdecken dabei viele interessante Anknüpfungspunkte im verworfenen Erbe der Differenzfeministinnen. Die Lehrveranstaltung führt dies anhand unterschiedlicher Ansätze vor: Neben den psychoanalytisch fundierten Erkundungen weiblichen Sprechens und Schreibens französischer Theoretikerinnen wie Luce Irigaray, Hélène Cixoux und Julia Kristeva werden die für die Rechtswissenschaften wichtigen Ansätze von Carol Gilligan einer Revision unterzogen. In einem weiteren Schritt widmet sich das Close Reading markanten Positionen des sogenannten Ökofeminismus.

Erweiterungsmodul Literaturwissenschaftliche Übung - Spanisch

Die Übung vermittelt den Studierenden Theorien und Methoden der Literaturwissenschaft an Beispieltexten aus den drei Hauptgattungen Epik, Lyrik und Drama. Diese konkrete Arbeit am Text wird in einen Überblick über die spanische und lateinamerikanische Literaturgeschichte eingebettet. Daneben werden auch Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt und in ersten Textproduktionen erprobt.

STEOP Grundmodul Medienwissenschaften

Umfassende Einführung in Mediengeschichte und Medientheorien mit Fallbeispielen aus Spanien und Lateinamerika.

 

Wintersemester 2013/14: Luis Buñuel en México

In der Lehrveranstaltung werden exemplarisch zwei Filme von Luis Buñuel analysiert, die erotische Obsessionen patriarchaler Gesellschaften besonders eindrücklich in Szene setzen: "Él" (1953) und "Ensayo de un crimen" (1955). Die Werke geben aber nicht nur Einblicke in Begehrensstrukturen, sie betten diese in die großbürgerlichen Verhältnisse des nachrevolutionären Mexiko ein und stellen damit in präziser Schnitttechnik und mit meisterhaften Lichteffekten die gegenseitige Bedingtheit von erstarrtem Nationalstaat und Geschlechterregimes zur Schau. Dieser Zusammenhang zeigt sich insbesondere in der spannungsreichen Relation der Filmscripts mit ihren literarischen Vorlagen. So bieten sich die beiden Streifen für die medientheoretisch zentrale Problemstellung an, den zweifachen medialen Wechsel von Roman zu Drehbuch zu Film zu analsieren.

Die Qualität letzterer erweist sich als umso erstaunlicher, als Buñuels mexikanisches Filmschaffen vielfach als zu kommerziell und ästhetisch und politisch wenig anspruchsvoll gilt. Daher eignen sich die Filme auch zur Diskussion der Frage nach dem Zusammenhang von Kunst und Kommerz des Massenphänomens Kino.
Buñuel ist ein Meister im Einsatz des Fetisch, weshalb vor allem psychoanalytische und feministische Filmtheorie die Analyse leiten wird.

 

Sommersemester 2013: Los generos en la literatura

Der lateinische Begriff Genus bildet die Wurzel zweier wichtiger Begriffe in der Literaturwissenschaft: Gattung und Geschlecht. In dieser Lehrveranstaltung soll am Beispiel zweier sowohl geographisch als auch zeitlich voneinander entfernter Texte der Zusammenhang von Text(sorte) und Geschlecht untersucht werden: "Pedro Páramo" (1955) des Mexikaners Juan Rulfo und "Novelas amorosas y ejemplares" (1637) der Spanierin María de Zayas. Dabei werden die Studierenden mit Grundlagen feministischer und postkolonialistischer Literaturanalyse vertraut gemacht.

Die Studierenden werden durch die LV befähigt werden, den Zusammenhang von Ästhetik und soziopolitischen Fragen zu erkennen. Im Einklang mit den Fragestellungen der LV erhalten die Studierenden auch einen Einblick in die Genderedness literarischer Texte erhalten.

Wintersemester 2012-13: Autobiografía y ficción

Die Lehrveranstaltung widmet sich dem Verhältnis von referentiellen und fiktionalen Anteilen in literarischen Texten. Im Zentrum stehen zwei Werke, die in völlig unterschiedlicher Weise die Appellstruktur eines Selbstzeugnisses beanspruchen und gleichzeitig unterlaufen: El lazarillo de Tormes (1554, anonym) und Carmen Martín Gaites El cuarto de atrás (1978). Beim Lazarillo handelt es sich um eine der ersten Ich-Erzählungen der europäischen Literatur. Martín Gaites Text verwebt im besten Sinne postmodern die Positionen von Autorin, Erzählerin und Protagonistin. Zwischen diesen beiden Polen soll eine vierhundertjährige Geschichte der Ich-Narrationen aufgespannt werden.

 

Sommersemester 2012: (Un)Ordnungen der Geschlechter

Die Lehrveranstaltung behandelt zwei für die spanische Kulturgeschichte wichtige Zeiträume exemplarisch an zwei Texten: Im Siglo de Oro erreicht Spanien eine künsterlisch-literarische Produktionsdichte, die qualitativ und quantitativ einzigartig ist. Gleichzeitig erlebt die Nation ökonomische und politische Krisen, die nach Reflexion gesellschaftlicher Ordnungen verlangen.
Politische Brüche kennzeichnen auch die lange Zeit der Franco-Diktatur. Deren Vorgeschichte im Spanischen Bürgerkrieg wird daher in vielen literarischen Texten behandelt.
Die LV nähert sich den Phänomenen politischer Krisen und Brüche aus feministischer Perspektive. Als Beispiel für die Verarbeitung von Geschlechterregimes in der Frühen Neuzeit analysieren wir das wirkmächtige Drama Hija del Aire (1653) von Pedro Calderón, in dem gewissermaßen avant la lettre intersektionale Fragestellungen nach race, class, gender möglich werden.

 

Wintersemester 2011/2012: Franquismo y Narración

Die LV geht der Frage nach, wie die lange Periode des Franco-Regimes erzählerisch verarbeitet wird. Dabei sollen mögichst vielfältige Perspektiven auf España de la posguerra die bis heute wirksamen Spannungen und Widersprüche besser nachvollziehbar machen: Neben Texten aus der Anfangszeit des Regimes über solche aus der "bleiernen" Zeit bis hin zu nachträglichen Reflexionen der transición wird die Genderedness der beschriebenen Erfahrungen in den Blick genommen. Dazu werden auch gegensätzliche Stimmen von vencidos und vencedores, sowie von Menschen im inneren und im äußeren Exil einbezogen. Diese unterschiedlichen Stimmen korrespondieren mit unterschiedlichen Textsorten und ermöglichen daher eine Analyse des Zusammenhangs von literarischen Strategien, "Wahrheitsanspruch" und ihrem Potential für kollektive Identitätsbildungen.Die Studierenden sollen mit dieser LV befähigt werden, narrative Texte auf ihre gesellschaftliche, historische und künstlerische Relevanz zu befragen. Davon ausgehend sollen sie erste Erfahrungen in wissenschaftlicher Produktion in Form von Literaturrecherche, Präsentation eines Themas und schriftlicher Abschlussarbeit sammeln. 

 

Sommersemester 2011: La Celestina

Neben der Festigung literaturwissenschaftlichen Basiswissens geht es in dieser LV vor allem um die Situierung literarischer Texte in ihrem kulturellen, sozialen und politischen Kontext. Im Close Reading eines der wirkmächtigsten Texte der spanischen Literatur, der "Celestina", wird die literarische Verarbeitung von sozialen Pluralisierungsphänomenen herausgearbeitet. Davon ausgehend wird die weitere intertextuelle Spur des Werkes und damit die kulturelle Memoria Spaniens untersucht. Daran anknüpfend werden Fragen der Historisierung und Kanonisierung thematisiert.