Zeitschrift für Pädagogik
Komplette Inhaltsverzeichnisse seit 1972

Die Inhaltsverzeichnisse der Jahrgänge 1999 zurück bis 1972 wurden vom Team des SoSe 2009 abgeschrieben; sie werden laufend zurückgearbeitet, wodurch auch die Stichwortsuche (s. unten) erweitert wird.

(Präsenzbibliothek am Institut für Bildungswissenschaft der Univ. Wien)


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Jahrgang 22 (1976): Heft 6, Heft 5, Heft 4, Heft 3, Heft 2, Heft 1


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Jahrgang 22 – Heft 6 – Dezember 1976

Thema I: Organisation und Kommunikation im Unterricht

Dieter Lenzen
Überlegungen zu einer Theorie unterrichtlicher Kommunikation
Zusammenfassung: In den letzten Jahren sind zahlreiche empirische Untersuchungen und theoretische Überlegungen zum Prozeß und zur Struktur unterrichtlicher Kommunikation angestellt worden. Häufig waren sie dadurch gekennzeichnet, daß sie die Frage nach dem Erkenntnisinteresse an einer kommunikationsorientierten Auffassung von Unterricht ausklammerten, so daß es bisher keine entfaltete Theorie unterrichtlicher Kommunikation gibt. Dieser Beitrag versucht, einen kategorialen Rahmen für eine solche Theorie abzustecken. Dabei werden drei Interventionstypen (Vollzug, Begründung und Rechtfertigung, Verlaufs- und Erfolgskontrolle) unterrichtlicher Kommunikation unterschieden, die durch erziehungswissenschaftliche Theoriebildung jeweils unter dem Interesse an der Optimierung, Legitimation und Evaluation dieser Kommunikationsprozesse aufgeklärt werden können. Der sich daraus ergebende Rahmen läßt neun Partialtheorien unterrichtlicher Kommunikation sichtbar werden, über deren gegenwärtigen Entwicklungsstand berichtet wird.
Dieter Ulich
Pädagogische Interaktion als Prozeß sozialer Einflussnahme
Zusammenfassung: Aus der Sicht sozialpsychologischer Theorien ist pädagogische Interaktion als „Verhaltensänderung“ aufzufassen. Damit werden instrumentelle Funktionen, Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse sowie die Frage nach den Erfolgsbedingungen stärker betont als in phänomenologischen Theorien. Zur Überprüfung des Erklärungsanspruchs werden in diesem Beitrag Gegenstandsbestimmung, Analyseebenen und lerntheoretische Grundlagen (unter besonderer Berücksichtigung des Verstärkungsprinzips und der Austausch-Theorie der Interaktion) dargestellt. Die im theoretischen Ansatz implizierten „Gesetzmäßigkeiten“, die bestimmte anthropologische Grundkonstanten sowie eine historisch unzutreffende Stabilität von Institutionen suggerieren, werden kritisiert. Der Autor gelangt zu dem Schluß, daß Generalisierungen auf das tatsächlich vorliegende Maß der Vereinheitlichung von Interaktionssituationen und –beziehungen relativiert werden müssen.
Rainer Kokemohr/Reinhard Uhle
Themenkonstitution und reflexive Legitimation in Lehr-Lern-Prozessen
Zusammenfassung: Ausgehend vom Problem der Rechtfertigung unterrichtlichen Handelns, wird in diesem Beitrag zu entwickeln versucht, auf welche Weise Interaktionsregeln den Aufbau thematischen Bewusstseins bei Beteiligten in Lehr-Lern-Prozessen bestimmen und mit welcher Methode dieser Aufbau rekonstruierbar ist. Zu diesem Zweck werden anhand einer unterrichtsmethodisch angeleiteten Beschreibung eines Unterrichtsprotokolls und mit Hilfe sprechhandlungstheoretischer und phänomenologischer Analysen diejenigen kommunikativen Verpflichtungen aufgezeigt, die Lehrende und Lernende gegenseitig in einem Unterrichtsgespräch binden, um so die Notwendigkeit und Möglichkeit einer methodisch aufbereiteten Reflexion dessen, was als gemeinsames Wissen des jeweiligen Unterricht gelten soll, zu begründen.
Hans Bussmann/Magdalene Malwitz-Schütte/Elfriede Wenzelburger
Über den Zusammenhang zwischen „Bedeutung“ von Unterrichtsinhalten und kognitiven Handlungsformen
Zusammenfassung: Interaktionsprozesse im Unterricht sind in der Vergangenheit hauptsächlich unter dem Aspekt sozialer Handlungsformen untersucht worden. Die gefundenen Muster sozialer Handlungsweisen wurden dann als Faktoren aufgefaßt, die Erziehungs- und Lernprozesse beeinflussen. Die Arbeit, über die im Beitrag berichtet wird, legt den Akzent nicht auf die sozialen Interaktionen an sich, sondern untersucht anhand empirischer Daten (Sekundäranalyse) stoffliche Vermittlungsvorgänge und Fähigkeitselaborationen auf der Basis der Theorie des Symbolischen Interaktionismus, die „Bedeutung“, einen entscheidenden Einfluß auf kognitive Handlungsformen hat. Die am Schluß der Untersuchung formulierten Hypothesen weisen darauf hin, daß einige Grundpositionen des Symbolischen Interaktionismus mit bestimmten Grundpositionen eines fähigkeitsentwickelnden Unterrichts nicht ohne weiteres übereinstimmen.
Rudolf Kretschmann/Heike Malburg
Generelle und differentielle Effekte dreier verschiedener Formen adaptiven Unterrichts
Zusammenfassung: Die Verfasser berichten über eine eigene empirische Erkundungsstudie, mit der sie Aufschluß über die Wirkung dreier verschiedener Formen unterrichtlicher Differenzierung zu gewinnen versuchten. Drei Klassen des 5. Schuljahrs einer Hauptschule bearbeiteten ein Rechenlernprogramm. Die Schüler aller Versuchsgruppen führten Zusatzübungen zu dem Lernprogramm durch. Bei gleichen Lerninhalten wurde bei der Bearbeitung der Zusatzübungen das Ausmaß an individueller Förderung und kontingenter positiver Verstärkung variiert. Generell zeigte sich, daß der Lernerfolg mit dem Ausmaß an Individualisierung und kontingenter positiver Verstärkung zunahm. Die differentielle Analyse ergab, daß Schüler mit guten Vorkenntnissen das Lernziel unter allen drei Versuchbedingungen erreichten. Schüler mit geringen Vorkenntnissen hatten dagegen nur bei einer Kombination von individueller Hilfe und systematisch positiver Verstärkung einen befriedigenden Lernerfolg. – Abschließend werden die methodische Absicherung sowie die Reichweite der Ergebnisse diskutiert.
Günther Bittner
Das „unbewußte Ich“ des Kindes im unterrichtlichen Lernprozeß. Psychoanalytische Anmerkung zu H. Rumpf: Unterricht und Identität

Dieter Ulrich
Verfahren und Probleme von Unterrichtsanalysen

Thema II: Berufliche Bildung

Manfred Kaiser
Berufliche Mobilität und Weiterbildung. Fragestellungen, Basiskonzepte und Implikationen für eine sozio-ökonomische Theorie der beruflichen Mobilität und Weiterbildung
Zusammenfassung: Die Bildungsexpansion der vergangenen Jahre nötigt Soziologen, Ökonomen und Pädagogen zu Kooperation, Koordinierung und Integration ihrer Forschungsbemühungen und –ergebnisse auf dem Gebiet der beruflichen Mobilitätsforschung. Dieser Beitrag stellt einen Versuch dar, ökonomische, soziologische und pädagogische Erkenntnisse zur beruflichen Mobilität miteinander zu verbinden. Dabei wird vom Kalkül der ökonomischen Theorie der Wahlhandlungsakte ausgegangen. Dieser wird mit soziologischen Ergebnissen aus der beruflichen Mobilitätsforschung interpretiert. Berufliche Mobilität wird in zentrale Variablen aufgegliedert, wie Wissen, Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrung, Bildung, Bildungsinvestition usw. Dies Vorhaben geht von einigen empirisch überprüfbaren Hypothesen und Prämissen über berufliches Mobilitätsverhalten aus und gestattet die Ableitung neuer empirisch überprüfbarer Hypothesen. Ferner zeigt es Wege für eine effiziente Umschulungs-, Weiter- und Fortbildungspolitik auf.
Adolf Kell
Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung. Über Zusammenhänge zwischen Bildungsfinanzierung und Bildungsreform – eine Literaturübersicht

Hans-Christian Harten
Das neue Berufsbildungsgesetz. Eine Strategie gegen Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit?

Berichte und Diskussionen:

Wilhelm Dehn
Lernen im Deutschunterricht. Bericht über Entwicklungen im Hinblick auf das Methodenproblem

Günther Busse
Kritik am Normenbuch Deutsch. Bemerkungen zu einem Aufsatz von Dieter Lenzen und Dieter Wunderlich

Besprechungen

Axel Zimmermann
Bijan Adl-Amini: Schultheorie – Geschichte, Gegenstand und
Grenzen
Karl-Heinz Sommer
Karlwilhelm Stratmann/Werner Bartel: Berufspädagogik. Ansätze zu ihrer Grundlegung und Differenzierung
Egon Jüttner
Michael Kittner u.a.: Mitwirkung in der Hochschule. Demokratisierung und Mitwirkung im Bildungswesen Schwedens und der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2
Bernward Hoffmann
Heiner Schmidt: Erziehungswissenschaftliche Dokumentation.
Bibliographische Berichte der Duisburger Lehrerbücherei
Günter Erning
Arbeitsgruppe Kinderschutz: Gewalt gegen Kinder. Kindermißhandlungen und ihre Ursachen

Pädagogische Neuerscheinungen

Jahrgang 22 – Heft 5 – Oktober 1976

I. Thema: Beratung in der Erziehung

Walter Hornstein
Beratung in der Erziehung: Aufgaben der Erziehungswissenschaft
Zusammenfassung: Ausgehend von einem Verständnis von Beratung als einer pädagogischen Handlungssituation, versucht dieser Beitrag Fragestellungen und Bezugspunkte zur Reflexion der Beratungsaufgaben in einem pädagogischen Kontext zu entwickeln. Von diesem Ansatz aus wird der Problemhorizont von Beratung entfaltet und werden die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die in der Aus- und Fortbildung der Erzieher zu vermittelnden Beratungskompetenzen skizziert. Im zweiten Teil werden Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Professionalisierung und Institutionalisierung von Beratungsaufgaben insbesondere im Feld der Schule ergeben, erörtert: Probleme der Zusammenarbeit zwischen Beratungsspezialisten und Erziehern, mögliche negative Konsequenzen und Rückwirkungen der Ausgliederung von Beratungsaufgaben aus dem pädagogischen Alltagshandeln und Probleme des Kompetenzgefälles zwischen Beratungsfachleuten und Laien. Abschließend werden einige vordringlich von der Erziehungswissenschaft in Angriff zu nehmende Aufgaben skizziert.
Wilhem Mader
Alltagswissen, Diagnose, Deutung: Zur Wirksamkeit von Wissensbeständen in Beratungssituationen
Zusammenfassung: Beratung wird als besondere soziale Situation aufgefaßt, in der Berater und Ratsuchender verschiedene Wissensbestände mit unterschiedlicher Logik verwenden. In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die Logik und die unterschiedliche strategische Verwendung solcher Wissensbestände in Beratungssituationen zu analysieren. Drei Ebenen werden diskutiert, aufeinander bezogen und durch Beispiele erläutert: die Ebene des Alltagswissens, orientiert am Ansatz des symbolischen Interaktionismus; die Ebene des diagnostischen Wissens, orientiert an der Tradition des kritischen Rationalismus; die Ebene des Deutungswissens, orientiert am Verständnis der Psychoanalyse. Der Autor versucht aufzuweisen, daß Beratungssituationen als Gelegenheit sozialer Machtausübung betrachtet werden können. In der Schlußfolgerung wird von jeder Beratungstheorie eine Aussage darüber gefordert, wie sie sich selbst in die nach ihr organisierte Beratungssituation einbringt und mit den Vorstellungen des Ratsuchenden verrechnet.
Anne Frommann/Dieter Schramm/Hans Thiersch
Sozialpädagogische Beratung
Zusammenfassung: Die Autoren vertreten die These, daß die primär psychologisch orientierten und stark auf Institutionen begrenzten Beratungsangebote den Lebensproblemen, wie sie sich vor allem im Alltag von Angehörigen der Unterschicht stellen, nur bedingt gerecht werden und daß demgegenüber eine sozialpädagogische Beratung dies besser leisten kann; sie nämlich biete aus ihrer spezifischen Tradition (casework) und ihrer spezifischen Aufgabenorientierung heraus die Möglichkeit, Alltagsprobleme zugleich unverkürzt und professionell anzugehen. Diese These wird zunächst gegen Einwände, die sich auf die Praxistheorie sozialpädagogischer Beratung ebenso wie auf die derzeitige offenkundig desolate Praxis beziehen, plausibel gemacht. Anschließend wird die These entfaltet und begründet, indem Ansätze der casework-Tradition im Kontext eines kritisch-interaktionistischen Handlungskonzepts re-interpretiert und Konsequenzen für die Institutionalisierung und die Methode der Beratung sowie das Selbstverständnis des Beraters skizziert werden.
Peter Barkey/Hans G. Eisert
Konzepte der Schulberatung: Eine Literaturübersicht
Zusammenfassung Anhand der vorliegenden deutsch- und englischsprachigen Literatur werden Fragen der Schulberatung in der Weise differenziert, daß sich aus ihnen ein Raster für eine Ordnung von Schulberatung erkennen läßt. Dazu wird das begriffliche Repertoire von Bildungs- und Schulberatung vorgestellt und über die Schwierigkeiten berichtet, für die Schulberatung theoretische Prozeßmodelle zu entwickeln. Die häufig sehr allgemein gehaltenen Zielvorstellungen werden für die Bereiche des Schulwechsels, der Schullaufbahnberatung und der vorbereitenden Beratung für das Berufsleben diskutiert. Mögliche Organisationsmodelle von Schulberatung werden auf den Grad ihrer Integrierbarkeit in das jetzige Schulsystem untersucht. Daran schließen sich Forschungsaspekte und Praxisformen der Schulberatung an. Die reduzierte und präzisierte Aufgabenstellung führt zu einer Einschätzung einer zukünftigen Schulberatung mit den vorrangigen Aufgaben der Lehrer- und Unterrichtshilfen als Teil eines Beratungssystems analog der mental health consultation.
Peter Gaude
Bildungsberatung auf alten oder neuen Wegen? Eine Diskussion neuerer Literatur

Günther Bittner
Non-Escapismus. Anmerkungen zu einem neuen Konzept von Familientherapie auf psychoanalytischer Grundlage

Rezensionen zum Thema

II. Bericht und Diskussion

Wolfgang W. Weiss
Lehrerausbildungsgesetze zwischen bildungspolitischer Reform und Gegenreform

Peter Menck
Anmerkungen zum Begriff der Didaktik

Wolfgang Klafki
Replik auf Peter Mencks „Anmerkungen zum Begriff der Didaktik“

Bernhard Claussen
Politikdidaktische Tendenzen. Anmerkungen zu drei Neuerscheinungen

III. Besprechungen

Hans G. Eisert
Kurt Heller: Handbuch der Bildungsberatung
Kristine von Soden
Helmut Junker: Konfliktberatung in der Schule
Wolfgang Keckeisen/Marianne Kieper
Peter Birke u.a.: Jugendhilfeforschung
Volker Briese
Schulverwaltungsreform

Jahrgang 22 – Heft 4 – August 1976

I. Thema : Unterricht und Schule

Wolfgang Klafki/Hermann Stöcker
Innere Differenzierung des Unterrichts
Zusammenfassung: Äußere Differenzierungen – im anglo-amerikanischen Sprachbereich meistens als „ability grouping“ bezeichnet – ist seit mehr als einem Jahrzehnt international ein besonders intensiv diskutiertes und relativ gut erforschtes schulpädagogisch-didaktisches Thema. Seitdem etliche Untersuchungen gezeigt haben, daß auch die innerhalb von Gesamtschulsystemen erprobten Formen der Differenzierung nach Leistungskursen schwerwiegende Mängel aufweisen, da sie schichtspezifisch selektiv wirken und mindestens den leistungsschwächeren bzw. den wenig schulleistungsmotivierten Schülern keine günstigen Lernmöglichkeiten bieten, ist die Forderung nach Erprobung und Erforschung von Möglichkeiten „flexibler“ und vor allem „innerer Differenzierung“ (innerhalb voraussetzungs- und leistungsheterogen zusammengesetzter Klassen bzw. Lerngruppen) immer häufiger aufgetaucht. Ausgehend von Zielbestimmungen für die innere Differenzierung (optimale Förderung jedes einzelnen Schülers, Ermöglichung eines maximalen Grads von Selbsttätigkeit und Selbständigkeit, Erziehung zu sozialer Kontakt- und Kooperationsfähigkeit im Lernprozeß), werden in diesem Beitrag didaktisch-methodische Gesichtspunkte, die für die Verwirklichung innerer Differenzierung grundlegend sind, dargestellt. Im Zentrum steht die Entwicklung und beispielhafte Veranschaulichung eines dreidimensionalen Kriterienrasters, das Möglichkeiten innerer Differenzierung in verschiedenen Unterrichtsphasen, im Hinblick auf unterschiedliche Voraussetzungen, Lernmöglichkeiten und -schwierigkeiten der Schüler und gemäß verschiedener Aneignungs- bzw. Handlungsebenen im Lernprozeß verdeutlicht.
Bernhard Treiber/Franz Petermann
Probleme der Unterrichtsdifferenzierung aus der Sicht des ATI-Forschungsprogramms. Zur Wechselwirkung von Schülermerkmalen und Unterrichtsmethoden
Zusammenfassung: Das Apitude Treatment Interaction (ATI)-Forschungsprogramm, das die Wechselwirkung von Schülermerkmalen und Unterrichtsmethoden auf den Lernerfolg untersucht und damit die Grundlage für schüleradaptive Lehr-Lern-Systeme bildet, ist in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt schulpädagogischer und unterrichtswissenschaftlicher Diskussionen gerückt. Bildungspolitisch relevant ist dieser Ansatz vor allem im Hinblick auf eine stärkere Chancengerechtigkeit durch die Anpassung des Unterrichts an vorfindbare Schülerdifferenzen. Das ATI-Forschungsprogramm wird zunächst in seinem aktuellen Forschungsstand vorgestellt. Zur Erklärung seiner nur ungenügenden Leistungsfähigkeit wird sein bisheriger Verlauf rekonstruiert, wobei erhebliche Mängel erkennbar werden. Dem schließen sich forschungs- und anwendungsbezogene Vorschläge zu seiner Optimierung an, die vor allem die Entstehung und weitere Entwicklung von ausdifferenzierten Lehr-Lern-Theorien sowie ihre unterrichtspraktische Nutzung ermöglichen sollen.
Ralf Schwarzer/Wolfgang Royl
Angst und Schulunlust als Sozialisationseffekte verschiedener Schularten
Zusammenfassung: Es wird davon ausgegangen, daß die schulische Sozialisation Nebenwirkungen im emotionalen Bereich hervorbringt, die sich hemmend oder fördernd auf das subjektive Wohlbefinden und die schulischen Leistungen der Schüler auswirken. Schulangst wird als ein solcher Sozialisationseffekt angesehen, der für Schüler eine starke Beeinträchtigung darstellt und daher von besonderer pädagogischer Bedeutung ist. Während frühere Untersuchungen vor allem auf den Zusammenhang zwischen Schulangst und geschlechts-, schicht- und regionalspezifische Sozialisation aufmerksam gemacht haben, diskutiert dieser Beitrag den Zusammenhang von Schulart und Schulangst. In umfangreichen empirischen Untersuchungen, über die berichtet wird, konnte nachgewiesen werden, daß das mittlere Niveau schulischer Leistungsart in Gesamtschulen niedriger ist als im herkömmlichen Schulwesen. Das führt zu der Annahme von unterschiedlich wirksamen Lernwelten, die für die verschiedene Schularten charakteristisch sind: Gesamtschüler erleben ihre Lernumwelt als weniger bedrohlich, ihre Sozialkontakte zu Lehrern, Eltern und Mitschüler sind vermutlich nicht so sehr an Leistung und Konkurrenz orientiert. Abschließend wird darauf hingewiesen, daß solche Ergebnisse und Interpretationen im Zusammenhang schulversuchbegleitender Forschung sowohl in theoretischer als auch in methodischer Hinsicht nicht der Differenzierung bedürfen.
Klaus Plake
Diskontinuität und struktureller Sozialisationskonflikt. Perspektiven zu einer vergessenen Sozialisationsvariablen – dargestellt am Verhältnis zwischen Familie und Schule
Zusammenfassung: Familie und Schule entwickeln sich strukturell in entgegengesetzter Richtung. Der Desintegration und dem Funktionsverlust der Familie entspricht auf schulischer Seite die zunehmende Integration in zentrale öffentliche Bereiche und die Übernahme neuer Funktionen. Weitere Kennzeichen dieser Wandlungsprozesse sind die abnehmende strukturelle Komplexität und die Emotionalisierung der Familie sowie eine gesteigerte organisatorische Differenzierung bei gleichzeitig unvermeidbarer Rationalisierung der sozialen Beziehungen in der Schule. In dieser Disparität der Beziehungsmuster in Familie und Schule liegt ein latenter struktureller Sozialisationskonflikt, der in diesem Beitrag einer eingehenden Diskussion unterzogen wird. Zunächst werden die gegensätzlichen Strukturen von Familie und Schule ausführlich beschrieben; dann werden die Auswirkungen der Diskrepanz auf die Sozialisation der Kinder/Schüler erörtert. Dabei greift der Verfasser auf die Ergebnisse einer von ihm durchgeführten empirischen Untersuchung an 202 Schülern des vierten Grundschuljahrs und deren Müttern zurück und interpretiert die Ergebnisse insbesondere im Hinblick auf universalistische versus partikularistische Beziehungsmuster.

II. Thema: Diplom-Pädagogen: Bedarf und berufliche Situation

Dirk W.Busch/Christoph Hommerich/Hans-Georg Schönwalder
Untersuchung zur Situation des Diplom-Pädagogen – Muster ohne Wert?
Zusammenfassung: Die berufliche Zukunft der Diplom- Pädagogen ist nach wie vor ungeklärt. Ausgehend von der Überlegung, dass wissenschaftliche Planungsgrundlagen zur Lösung dieses Problems um so eher von Entscheidungsinstanzen akzeptiert werden, je größer ihr Realitätsbezug, d.h. ihr empirischer Informationsgehalt ist, versucht dieser Beitrag, einen Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Forschung zu Problemkreis „Diplomstudium in Erziehungswissenschaft“ zu geben und zu klären, welche Fragestellungen bisher aufgenommen und inwieweit auf dem Hintergrund entsprechender Analysen empirisch fundierte Antworten gegeben wurden. Eine differenziert und kritische Auseinandersetzung mit den Aussagemöglichkeiten und –grenzen der jeweiligen empirischen Untersuchungen erscheint zum augenblicklichen Zeitpunkt umso dringlicher, als in aktuellen Planungsüberlegungen der Hochschulen zur weiteren Zukunft des Diplomstudiengangs wie auch in der entsprechenden berufs- und bildungspolitischen Diskussion zunehmend auf „einschlägige“ empirische Befunde Bezug genommen wird. Durch die Kritik an den vorliegenden Arbeiten will dieser Beitrag auf die bestehenden Lücken und damit auf die notwendigen zukünftigen Forschungsschwerpunkte hinweisen, deren gemeinsame und rasche Bearbeitung für eine weitere systematische Planung des Diplomstudiengangs unabdingbar ist.
Hans Georg Stratmann/Rüdiger Wurr
Bedarf an sozialpädagogischen Berufsträgern: Wunsch und Wirklichkeit
Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag kritisiert zunächst die bisher vorliegenden Ansätze zur Bestimmung des Bedarfs an Diplom-Pädagogen im Bereich Sozialpädagogik/Sozialarbeit. Diese Kritik richtet sich vornehmlich gegen die fehlende Objektivierung des bekanntermaßen unterschiedlichen Verwirklichungszwangs der verwendeten Planungsgrundlagen (Planungspapiere, Empfehlungen, Vorschriften). Aus dieser Kritik leiten die Verfasser Prinzipien ab, denen eine Erhebung des Bedarfs und Angebote auf dem Arbeitsmarkt zu genügen habe, und berichten dann über eine Untersuchung, in der Bedarf und Angebot an graduierten Sozialpädagogen und Erziehern in Schleswig-Holstein analysiert werden. Im einzelnen diskutieren sie die Probleme, die sich bei der Operationalisierung wesentlicher Bedarfsdeterminaten ergeben: Erhebungszeitraum, Planungsverbindlichkeit, Wechselwirkung der Bestandteile des Bedarfs, Einfluss der Wirtschaftsentwicklung auf die Bedarfsrealisierung, Konkurrenz verschiedener Berufsträgertypen. Abschließend erörtern die Verfasser strukturelle Probleme der Arbeitsmarktsituation sozialpädagogischer Berufsträger.
Reinhard Nuthmann
Arbeitskräftebedarfsprognosen – „Wunsch“ und „Wirklichkeit“ (Zum Beitrag von Stratmann/Wurr)
Zusammenfassung: Dieser Beitrag nimmt zu den Ausführungen von STRATMANN/WURR in diesem Heft kritisch Stellung. Insbesondere stellt er deren Behauptung, daß die von ihnen ermittelten Daten zum Bedarf an Sozialpädagogen realistischer und bildungsplanerischer brauchbarer seien als die vergangenen Untersuchungen, in Frage. In einer Kritik ihres Erhebungsansatzes sucht dieser Beitrag nachzuweisen, daß die präsentierten Trendberechnungen auch nur Annahmen über mögliche zukünftige Entwicklungsverläufe zulassen, aber keine Prognose der zukünftigen Berufssituation von Sozialpädagogen darstellen. Sodann wird der Komplex „gesellschaftlicher Bedarf“ erörtert und darauf hingewiesen, daß ohne eine aus dem gesellschaftspolitischen Gesamtzusammenhang vorgenommene Bestimmung von gesellschaftlichen Aufgaben und Berufsfeldern Arbeitskräftebedarfsschätzungen - wie die von STRATMANN/WURR – nicht mehr auf Defizite und Fehlentwicklungen im Bereich sozialer Dienstleistungen kritisch hinzuweisen vermögen, sondern tendenziell Gegebenes zur Norm erheben und alle weitergehenden gesellschaftlichen Ansprüche, weil angeblich nicht machbar, als „irreales Wunschdenken“ abwehren.

Literaturbericht und Diskussion

Heinrich Bodensieck
Demokratisierungsansprüche im Vorfeld unterrichtlicher Verwirklichung. Neuere Kritiken und Entwürfe für den politisch- und historisch-sozialwissenschaftlichen Unterricht in der BRD

Fritz Wandel
Handlungstheorie als Grundlage curricularer Entscheidungen. Zu J.DERBOLAVS „praxeologischem“ Entwurf

Besprechungen

Helmut Lukesch
Erziehungsstile. Pädagogische und psychologische Konzepte (WOLFGANG BREZINKA)
Helmut Lukesch
Elterliche Erziehungsstile. Psychologische und soziologische Bedingungen.(WOLFGANG BREZINKA)
Helmut Becker
Weiterbildung. Aufklärung – Praxis – Theorie 1956-1974 (WOLFGANG SCHEIBE)
Mehdi Tohidipur (hrsg.)
Politische Ökonomie des Bildungswesens (VOLKER BRIESE)

Pädagogische Neuerscheinungen

Jahrgang 22 – Heft 3 – Juni 1976

I. Thema : Handlungsforschung

Peter Gstettner
Handlungsforschung unter dem Anspruch diskursiver Verständigung – Analyse einiger Kommunikationsprobleme
Zusammenfassung: Die Handlungsforschung steht seit geraumer Zeit im Brennpunkt der methodologischen Diskussion in der Erziehungswissenschaft. Der Autor will mit diesem Beitrag die Diskussion um die hochgesteckter gesellschafts-theoretischen und methodischen Zielsetzungen der Handlungs-forschung nicht auf abstrakter Ebene fortsetzen, sondern ein im Zusammenhang mit der Handlungsforschung stehendes konkretes Problem untersuchen: Welche Schwierigkeiten praktischer Art ergeben sich aus dem Anspruch, daß sich in Handlungsforschungsprojekten Wissenschaftler und Praktiker über ihre jeweiligen Interessen und Handlungsziele rational und herrschaftsfrei verständigen sollen? Protokolle von Kommunikationsprozessen zwischen einem Wissenschaftlerteam und einer Lehrergruppe, die in einem Handlungsforschungsprojekt zusammenarbeiteten, werden nach mehreren Dimensionen analysiert, wobei deutliche Verständigungsschwierigkeiten zutage treten. Das Ergebnis der Untersuchung erbringt einige Konsequenzen für die Organisation und den Kommunikationsstil innerhalb von Forschungsprojekten, in denen emanzipatorische Lernprozesse bei den Beteiligten angestrebt werden.
Dieter Hohenadel
Die Sprache der Erziehungswissenschaftler. Erfahrungen aus einem Curriculumentwicklungsprojekt
Zusammenfassung: Aufgrund von Erfahrungen im Rahmen eines Curriculumentwicklungsprojekts, an dem Wissenschaftler, Lehrer und Schülerinnen einer Realschule beteiligt waren, wird die Überlegung formuliert und zu begründen versucht, daß die Sprache, der sich Erziehungswissenschaftler bedienen, den Leitideen von Partizipation der Betroffenen und von Demokratisierung unterrichtlicher Planungsprozesse massiv entgegenwirken. Dieser Effekt wird vor allem dadurch erzielt, daß die Unverständlichkeit der Fachsprache Widerstände bei den Betroffenen erzeugt und dadurch auch pädagogische Reformen tendenziell verhindern hilft. Abschließend werden institutionelle und ökonomische Ursachen der pädagogischen Fachsprache diskutiert.
Martin Wellenreuther
Handlungsforschung als naiver Empirismus? Für ein flexibles Modell „theoriegeleiteter“ Handlungsforschung
Zusammenfassung: Im Rahmen der methodologischen Kontroverse in der Erziehungswissenschaft wurde verschiedentlich der Anspruch formuliert, für die Handlungsforschung eine völlig neue Methodologie zusammen mit neuen empirischen Methoden entwickeln zu müssen, da die klassische Methodologie versagt habe. Demgegenüber geht dieser Beitrag von der These aus, daß die Misere der empirischen Pädagogik vor allem in den institutionellen Voraussetzungen pädagogischer Forschung sowie in der dominanten Problemorientierung ihrer Repräsentanten begründet liege. Von hier aus werden dann verschiedene Ansätze der „Handlungsforschung im Schulfeld“ (Klafki) im Hinblick darauf analysiert, ob durch sie eine den intendierten Zielen entsprechende Problemlösung zu erwarten ist. Dabei wird vor allem die Kontroverse zwischen Klafki und Radtke aufgegriffen und mit weiteren Aspekten fortgeführt. Abschließend wird ein Ablaufmodell von Handlungsforschung entwickelt, wobei insbesondere die Rolle nomologischer Theorien in der Handlungsforschung erörtert wird.
Heinz Moser
Anspruch und Selbstverständnis der Aktionsforschung
Zusammenfassung: Die in Heft 5/1975 dieser Zeitschrift begonnene Diskussion über die Handlungsforschung wird in diesem Beitrag ausdrücklich aufgenommen und mit neuen Gesichtspunkten weitergeführt und vertieft. Vor allem untersucht der Autor die These, daß Aktionsforschung ein Paradigma im KUHNschen Sinne darstelle. Der instrumental-istischen Auffassung von Forschung wird in diesem Zusammenhang ein diskursorientiertes Modell gegenübergestellt. Aktionsforschung wird dabei als ein zyklisches Modell von Aktivitäten dargestellt, welches zwischen Informations¬sammlung, Diskurs über Handlungsorientierungen und Handeln im sozialen Feld abläuft. Im letzten Teil diskutiert der Autor gesellschaftliche Implikationen dieser „Logik der Forschung“, wobei er zu der Schlussfolgerung gelangt, daß Aktionsforschung gegenüber gesellschaftlichen Einflüssen nicht eine Insel bilde, sondern der Forscher administrative und politische Institutionen als machtvolle Einflussbereiche für Projekte mit ins Kalkül ziehen müsse.
Bernhard Rathmayr
Ein neues Selbstverständnis der Aktionsforschung?
Zusammenfassung: Anhand einer Analyse des Buchs von Heinz Moser („Aktionsforschung als kritische Theorie der Sozial¬wissenschaften“), mit dem der Aktionsforschung eine neue Begründungen gegeben werden soll, greift der Autor des vorliegenden Beitrags den „Diskurs“ als zentrales und für das Selbstverständnis dieses Forschungsansatzes grundlegendes Konzept auf und stellt kritische Rückfragen an dieses Konzept. Ferner werden die von Moser vorgeschlagenen Konkretisierungen zum Aktionsforschungskonzept einer kritischen Erörterung unterzogen.
Georg Auernheimer
„Protestbewegung“ gegen die herkömmliche Wissenschaftspraxis. Über einige Neuerscheinungen zur Handlungsforschung
Zusammenfassung: In diesem Beitrag werden neuere Veröffentlichungen zweier Forschungsgruppen (der Gruppe am Bildungstechnologischen Zentrum in Wiesbaden und von Gstettner/Seidl in Südtirol) vorgestellt und diskutiert, die –ihrem Selbstverständnis nach – aus Protest gegen die herkömmliche, der Bildungsreform kaum förderliche Praxis der Sozialwissenschaften Handlungsforschungsprojekte in Schulen durchgeführt haben und mit Engagement für die Weiter-entwicklung dieses Untersuchungsansatzes eintreten. Die drei Schriften, obwohl ihrem Charakter nach unterschiedlich angelegt, ergänzen einander: In der Arbeit von Gstettner/Seidl wird schwerpunkthaft das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Bürokratie im Bildungsbereich kritisch und programmatisch erörtert; in den Veröffentlichungen der BTZ-Gruppe werden stärker Methodenfragen behandelt und Projekterfahrungen ausgewertet. In dem vorliegenden Beitrag werden die Argumentations¬linien nachgezeichnet sowie die theoretischen Betrachtungsweisen und Paradigmen unter Verweis auf Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. Ferner werden hinsichtlich der gesellschafts- und wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen einige kritische Fragen formuliert.

II. Thema: Lehr-Lern-Forschung

Karl Josef Klauer
Neuere Entwicklungen im Bereich der Lehrstoffanalyse – Schwerpunkt Makroanalyse
Zusammenfassung: In den beiden letzten Jahrzehnten haben sich mehrere Ansätze neuerer Entwicklungen im Bereich der Lehrstoffanalyse eröffnet. Dabei handelt es sich um Methoden, die aus verschiedenen Richtungen der Psychologie, aber auch aus der Linguistik, der Logik und der Erziehungswissenschaft selbst stammen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Ansätze, wobei sich eine Unterscheidung der Lehrstoffstruktur in drei Typen als nützlich erweist: Inhaltsstruktur, kognitive Struktur, Lehrzielstruktur. Nach der Größe der Analyseeinheit (und der Analyserichtung) wird zwischen Mikroanalyse und Makroanalyse unterschieden. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die Anwendungsmöglichkeiten der Makroanalyse, die auf Gagnés Lehrstoffhierarchie zurückgeht.
Franz Schott
Lehrstoffanalyse mit einem normierten Beschreibungssystem – Schwerpunkt Mikroanalyse
Zusammenfassung: Dieser Beitrag geht von der These aus, daß eine konsequente Analyse und genaue Darstellung des Lehrstoffs für einen Fortschritt der Lehr-Lern-Forschung nötig seien. In diesem Bezugsrahmen wird ein Beschreibungssystem mit drei Sorten von Konstruktionselementen vorgestellt: Bausteine, Zustände und Änderungen. Bausteine sind Elemente und Relationen, aus denen Zustände, insbesondere Lehrsachverhalte, konstruiert werden; durch Lehrsachverhalte lassen sich Lehrstoffe und Lehrziele darstellen. Anwendungsmöglichkeiten, Probleme und Entwicklungstendenzen dieser Art von Lehrstoffanalyse werden diskutiert.
Götz Wienold/Frank Achtenhagen/Jürgem vam Buer/Hannelore Rösner/Michael Schluroff
Die Rolle des Lernmaterials in institutionalisierten Lehr-Lern-Prozessen. Dargestellt am Beispiel des Englischunterrichts
Zusammenfassung: Curriculumrevision, die Praxisrelevanz zu beanspruchen sucht, hat nach Ansicht der Autoren von einer sorgfältigen Analyse bestehenden Unterrichts auszugehen. Die herkömmlichen Beschreibungen von Lehr-Lern-Prozessen werden als nicht angemessen angesehen, da sie den Faktor „Zeit“ nicht gebührend berücksichtigen und somit dem dynamischen Aspekt von Unterricht nicht gerecht zu werden vermögen. Anstelle weiterer Analysen einzelner Unterrichtsstunden werden Langzeit¬beobachtungen gefordert, auf deren Grundlage Handlungs¬empfehlungen formuliert werden sollen. In dieser Hinsicht werden einige Forschungsstrategien der Fremdsprachendidaktik diskutiert. Die Autoren betonen die Bedeutung der Rolle des Lernmaterials in institutionalisierten Lehr-Lern-Prozessen und berichten über die von ihnen innerhalb eines Forschungsprojekts verwandten Analyseinstrumente: (1) eine systematische linguistische Beschreibung des Lernmaterials, die eine systematische Variation der Lernobjekte erlaubt, (2) ein Instrument zur simultanen Erfassung von Lehrer- und Schülerverhaltensweisen und der im Unterricht vorkommenden Lernobjekte, (3) ein Instrument zur Analyse typischer bewußter und unbewußter Lehrerverhaltensstrategien.

III. Berichte und Diskussion

Gerhard Bauer/Fritz Schaumann/Rainer Seifert
Gesamthochschule – auch ein psychologisches Problem? Institutionsbewertungen, Belastungs- und Zufriedenheitserlebnisse bei Studenten eines Gesamthochschulbereichs

Frauke Nevill
Der Bullock Report zur Spracherziehung an englischen Schulen

Roland Naul
Alte Schule mit neuer Legitimation. Zum Beitrag von Frey u.a. in Heft 2/1976 dieser Zeitschrift

Martina Stosch
„Die Sprache des Lehrers“ als Unterrichtsstrategie? Eine Auseinandersetzung mit den Arbeiten Dieter Spanhels

Christa Schell
Beratung – wie und wozu? Bemerkungen zum Funkkolleg „Beratung in der Erziehung“

IV. Besprechungen

Frank Achtenhagen/Götz Wienold u.a.
Lehren und Lernen im Fremdsprachenunterricht
Heinz Neber
Die Erforschung spontanen Lernens
Erich Wittmann
Grundfragen des Mathematikunterrichts
Jörg Petersen/Hans Werner Erdmann
Strukturen empirischer Forschungsprozesse

Pädagogische Neuerscheinungen

Jahrgang 22 – Heft 2 – April 1976

I. Thema: Lehr-Lern-Forschung

Bernhard Treiber/Franz E. Weinert/Norbert Groeben
Bedingungen individuellen Unterrichtserfolgs
Zusammenfassung: Die wichtigsten Argumente zur legitimatorischen Absicherung bestehender Unterrichtspraxis sind im Licht der Diskussion um die Notwendigkeit, sozial bedingte Unterschiede von Bildungschancen auszugleichen, brüchig geworden. Dies ist der Ausgangspunkt für den Entwurf eines Forschungsprojekts, in dem Möglichkeiten und Reichweite von Förderungs- und Anregungsmöglichkeiten untersucht werden sollen, mit denen Lehrer in ihrem Unterricht mehr Schülern als bisher zu einem zielerreichenden Lernen verhelfen können, um letztlich die Chancengerechtigkeit zu erhöhen. Bisherige Forschungsansätze und –ergebnisse werden auf ihre Brauchbarkeit für dieses Projekt kritisch beurteilt. Sodann wird das Projekt in seinen wichtigsten Zielvorstellungen und seinem Arbeitsprogramm vorgestellt. Abschließend folgt die Explikation und Diskussion möglicher Einwände gegen die Durchführbarkeit sowie Wünschbarkeit dieses Projekts.
Guenther Eigler/Gerd Macke/Peter Nenniger/Heinz-Werner Poelchau/Gerald A. Straka
Mehrdimensionale Zielerreichung in Lehr-Lern-Prozessen
Zusammenfassung: Dieser Beitrag versucht die Grundlagen für eine Lehr-Lern-Theorie zu entwickeln, die vom Lernprozeß des Individuums her konzipiert und geeignet sein soll, individuelle Differenzen zwischen Schülern zu berücksichtigen, um eine Lernzielerreichung für möglichst alle Schüler zu gewährleisten. Lernen wird als ein Prozeß aktiver und selbstständiger Informationsaufnahme, -verarbeitung und –speicherung verstanden, der möglicherweise unter individualisierenden Bedingungen besser in Gang gesetzt und unterstützt werden kann. Als notwendige Bedingungen für erfolgreiches Lernen werden kognitive Inhalte und Prozesse sowie motivationale Bedingungen genannt. Im Mittelpunkt des hier präsentierten theoretischen Entwurfs steht das Konstrukt „Kognitive Struktur“, das insbesondere im Zusammenhang mit anderen kognitiven Theorien diskutiert wird.
Hans Bussman
Zum Prozeß des schöpferischen Lernens
Zusammenfassung: Der Prozeß des schöpferischen Lernens ist oft als ein verschwommener und dunkler Vorgang beschrieben worden. Der vorliegende Beitrag versucht, den kreativen Prozeß als einen Prozeß des Begriffslernens zu bestimmen. Nach einem Überblick über Entwicklungen der Forschungen zu diesem Thema in den USA und der UdSSR zeigt der Autor unter Rückgriff auf Experimente von DUNCKER auf, daß der Vorgang der Kreativität als ein Rückkoppelungsprozeß zwischen Vorstellungsbildern einerseits und dynamischen Systemen von Denkkategorien (Quantität, Substanz, Kausalität) andererseits darstellbar ist. Die Ausgangsgröße des Regelkreises ist das kognitive Schema, das einen Lernenden in die Lage versetzt, Lernerfahrung angesichts möglicher Erfahrung zu übertragen und zu transformieren. Es wird die Hypothese diskutiert, daß der größte Hemmfaktor für kreatives Lernen die Elaboration eines neuen kognitiven Schemas selbst ist, das das alte Schema mit seiner Entlastungsfunktion ablösen müsse. Hieraus wird die Folgerung abgeleitet, daß erzieherische Mittel wenig zur andauernden Stimulierung der Kreativität eines Lernenden vermögen und ein schöpferischer Vorgang im Lernprozeß nicht als ein programmierbares Ereignis angesehen werden sollte.
Georg Unseld
Lehren und Lernen in räumlich offenen Unterrichtsbereichen
Zusammenfassung: Im Anschluß an amerikanische Vorbilder wurden in der Bundesrepublik während der bildungspolitischen Reformphase Schulen mit offenen Unterrichtsbereichen konzipiert und realisiert. Im vorliegenden Beitrag wird zunächst das Postulat der unterrichtsorganisatorischen Flexibilität als das zentrale Argument bei der Entwicklung dieses Raumstrukturtypus in der BRD herausgearbeitet. Im Mittelpunkt der Erörterungen steht dann die Frage, wie die neuen räumlichen Strukturen die Bedingungen des Lernens und Lehrens jenseits bloßer unterrichtsorganisatorischer Gesichtspunkte beeinflussen. Insbesondere werden grundsätzliche Unverträglichkeiten zwischen den Anforderungen aus den didaktischen Grundsätzen lehrgangsmäßigen Lernens und den Möglichkeiten offener Unterrichtsflächen diskutiert. Da bloße organisatorische Maßnahmen zur Beseitigung dieser Unverträglichkeiten jedoch wiederum nicht-wünschbare Nebenwirkungen hervorrufen würden, werden zwei Perspektiven zur Lösung aufgezeigt: erstens die Notwendigkeit, didaktische Intentionen und ökologische Gegebenheiten differenziert aufeinander zu beziehen, und zweitens die Möglichkeit, mit offenen Arrangements für erfahrungsorientiertes Lernen optimale räumliche Voraussetzungen zu schaffen.

II. Literaturbericht

Wolf-Dieter Heidenreich/Hans Werner Heymann
Lehr-Lern-Forschung. Neuere unterrichtswissenschaftliche Literatur im Spiegel eines neuen Forschungsansatzes
Zusammenfassung: Mit Hilfe von zehn Prinzipien, die begründet und diskutiert werden, wird zunächst die Programmatik der Lehr-Lern-Forschung, die sich als anwendungsbezogene Grundlagenforschung versteht, umrissen. Anschließend werden in einem tabellarischen Überblick etwa 200 Veröffentlichungen, die Berührungspunkte mit der Lehr-Lern-Forschung aufweisen, nach formalen und inhaltlichen Gesichtspunkten geordnet. Schließlich werden neun ausgewählte empirische Forschungsarbeiten im Hinblick auf die zehn Prinzipien diskutiert. Mit dieser Literatursichtung soll sowohl der spezifische Ansatz der Lehr-Lern-Forschung verdeutlicht als auch der forschungspraktische Nutzen der herausgearbeiteten Prinzipien nachgewiesen werden.

III. Berichte und Diskussionen

Karl Frey/Bruno Nantini/Kurt Bossart/Albin Niedermann
Legitimation und Entwicklung einer neuen Schule
Zusammenfassung: Von 1970 bis 1972 hatten die Autoren die Möglichkeit, eine Weiterbildungsschule für 16- bis 18jährige Schüler im Schweizer Kanton Zug zu konzipieren. Im vorliegenden Beitrag sind die Entwicklung und Legitimation von Zielsetzung und Inhalt dieser neuen Schule beschrieben. Nach der Vorstellung des schultheoretischen Rahmenkonzepts und des Bezugrahmens für die Lernzielerhebung (mit folgenden Elementen: mögliche Beschäftigungsbereiche und allgemeine Ziele, Berufsfelder als Bildungsbezug, Kriterien für die Auswahl der Lernzielforumulierung, Formulierungsinstrumentar) werden das Verfahren der Lernzielformulierung und die Transformation der Lernzielbereiche in konkrete Curricula sowie die Ableitung der Schulorganisation aus den Schulzielen geschildert. Abschließend werden einige Ergebnisse der ersten Phase der begleitenden Evaluation mitgeteilt, aus denen – auch für andere Schulplanungen relevante – evaluationsmethodologische Schlüsse gezogen werden.
Gert Hullen
„Creaming“ – Gesamtschule im Wettbewerb

Gerhard Weseloh
Entwicklung und Evaluation von Unterrichtsmodellen und Modellen didaktischen Handelns. Bericht über die 22. Tagung der AEPF im November 1975

Uwe Hameyer/Doris Knab
Curriculumstrategien in der Diskussion. Rückblick auf das CERI/IPN-Seminar in Schliersee 1975 über „Bedingungen und Modelle der Curriculuminnovation“

IV. Besprechungen

Heinz Neber (Hrsg.)
Entdeckendes Lernen
Hans Schiefele
Lernmotivation und Motivlernen. Grundzüge einer erziehungswissenschaftlichen Motivationslehre
Günter Neff (Hrsg.)
Kreativität in Schule und Gesellschaft. Voraussetzungen, didaktische Modelle und Perspektiven

Dissertationen und Habilitationsschriften in der Pädagogik 1975

Pädagogische Neuerscheinungen

Jahrgang 22 – Heft 1 – Februar 1976

I. Essay

Wilhelm Flinter
Rückschau auf die Pädagogik futuristischer Absicht
Zusammenfassung: Anläßlich eines Kolloquiums mit Hochschullehrern der Erziehungswissenschaft betrachtet der Autor die neueren Richtungen pädagogischen Denkens und erziehungswissenschaftlichen Forschens: die „realistische Wendung“, den Abschied von der geistesgeschichtlichen Pädagogik, die neopositivistische und die neomarxistische Position. Dabei begründet der Autor noch einmal seine eigene Position: Auch wo die Arbeitsweisen, die theoretischen Voraussetzungen, die Forschungsmethoden, die Beziehung zu anderen Wissenschaften sich geändert und enorm ausgeweitet haben, darf doch nicht davon abgelassen werden, das Zentrum pädagogischen Denkens festzuhalten und immer wieder aufzusuchen: die Beziehung zum praktischen Handeln und die philosophische Reflexion über die ethische Verantwortung alles Erziehens.

II. Thema: Pädagogische Forschung

Senatskommission für Erziehungswissenschaft der DFG: Empfehlungen zur Förderung erziehungswissenschaftlicher Forschung
Zusammenfassung: Seit 1971 hat die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtete Senatskommission für Erziehungswissenschaft vor allem die bisherigen erziehungswissenschaftlichen Forschungsprojekte gesichtet, Forschungsdesiderate identifiziert und – in Kontakt mit der entsprechenden Projektgruppe des Deutschen Bildungsrats und anderen Institutionen der Forschungsförderung – Empfehlungen zur Förderung erziehungswissenschaftlicher Forschung erarbeitet, die hier vorgelegt werden. Nach einer Analyse der gegenwärtigen Situation (des Fachs Erziehungswissenschaft, des Praxisbezugs der Forschung, der Qualifikation für erziehungswissenschaftliche Forschung) werden sowohl strukturelle wie auch inhaltliche Vorschläge zur Forschungsförderung unterbreitet. Außer den beiden von der DFG bereits eingerichteten Schwerpunktprogrammen (Sozialisationsprozesse Jugendlicher; Lehr-Lern-Forschung) sollten, so wird angeregt, auch in den folgenden Bereichen die Überlegungen zu möglichen Forschungsschwerpunkten vorangetrieben werden: Probleme der Weiterqualifikation für pädagogisches Handeln, Innovationsverläufe im pädagogischen Bereich, Sozialgeschichte der Erziehung.
Kurt Kreppner
Frühkindliche Sozialisation. Überlegungen zu Möglichkeiten zukünftiger Forschungsarbeiten
Zusammenfassung: Dieser Beitrag diskutiert Möglichkeiten der Erforschung von Mutter-Kind-Interaktionen im frühen Kindesalter. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, in welchem Ausmaß das Kind in der Familie, speziell in der Mutter-Kind-Interaktion, gefördert oder gehemmt wird, sich im Rahmen seiner allgemeinen kognitiven Entwicklung Kenntnisse über seine Umwelt – Objekte, Personen und Umgang mit ihnen – anzueignen. Vor allem geht es um den Versuch, einen Zugang zur Untersuchung der „Übermittlung von Sinn“ zwischen Mutter und Kind zu finden und die Chancen des Kindes zu rekonstruieren, sich innerhalb der Beziehungsstruktur mit der Mutter zu einem Menschen zu entwickeln, der sein Leben selbstständig und sinnvoll zu gestalten vermag. Der Autor geht bei der Diskussion dieses zentralen Problems von der Annahme aus, daß das Kind Handlungsregeln aus der Art der Interaktion mit seiner Mutter und daß seine kognitiven Aktivitäten sowie sein Handeln in starkem Maß hiervon beeinflußt werden.
Wolfgang Lempert
Aufgaben der Berufsbildungsforschung
Zusammenfassung: Die Berufsbildung – in der Bundesrepublik bis vor einigen Jahren stark vernachlässigt – steht gegenwärtig im Mittelpunkt der reformpolitischen Diskussion. Gleichzeitig wurde sie zum bevorzugten Gegenstand sozialwissenschaftlicher Untersuchungen. Die schnelle Expansion der Berufsbildungsforschung, die Komplexität des Objektbereichs und die Heterogenität der Ansätze der beteiligten Disziplinen haben eine problem- und praxisbezogene Integration ihrer Fragestellungen und Untersuchungsergebnisse bisher weitgehend verhindert. Hierfür wird dann versucht, bewältigte und unbewältigte Aufgaben der Berufsbildungsforschung zu identifizieren und Prioritäten zu setzen.

III. Weiterer Beitrag

Wolfgang Klafki
Zum Verhältnis von Didaktik und Methodik
Zusammenfassung: Trotz der intensiven Didaktik- bzw. Curriculum-Diskussion der letzten zwei Jahrzehnte muß das Verhältnis der Unterrichtsmethodik zur Didaktik als noch wenig geklärt gelten. Der vorliegende Beitrag geht von einigen Bestimmungen des Verhältnisses zwischen „Didaktik“ und „Methodik“ aus, und zwar vor allem von dem Satz vom Primat der Didaktik im engeren Sinne in der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, der These von der Interdependenz aller Unterrichtsfaktoren in der „Berliner Didaktik“ und der These vom „Implikationsverhältnis“ in der Didaktik-Theorie von BLANKERTZ. Im Anschluß daran wird das relative Recht und die Grenzen solcher und ähnlicher Verhältnisbestimmungen erörtert. Auf diesem Hintergrund und bezogen auf vier Entscheidungsdimensionen der Didaktik im weiteren Sinne (Ziele – Inhalte – Organisations- und Bezugsformen bzw. Methoden des Lehrens und Lernens – Medien), werden sodann einige Thesen und Problemstellungen zum Verhältnis dieser Entscheidungsdimension entwickelt. Dabei werden u.a. die These vom Primat der Zielentscheidungen im Verhältnis zu den anderen Problemdimensionen begründet und ihre Konsequenzen besonders für die Inhaltsdimension des Unterrichts und die Methodenfrage diskutiert. Außerdem werden ansatzweise Folgen skizziert, die sich für die Methodenfrage aus der Erkenntnis ergeben, daß Unterricht ein komplexer Interaktionsprozeß ist.

IV. Diskussion

Andreas Flitner
Die Empfehlungen und Gutachten des Bildungsrats zur Bildungsforschung

T. Neville Postlethwaite
Probleme des internationalen Vergleichs von Schülerleistungen. Replik auf Hans Freudenthals Diskussion der IEA-Untersuchung

Dieter Lenzen/Dieter Wunderlich
Die Normierung des Sprechens in der Abiturprüfung. Eine Analyse der vereinheitlichten Prüfungsanforderungen im Normenbuch „Deutsch“ der Kultusministerkonferenz
Zusammenfassung: Da nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 18. 7. 1972 die Regelung des Hochschulzugangs durch den Numerus clausus nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn eine Vergleichbarkeit der Abiturnoten und damit der Prüfungsanforderungen auf Bundesebene gewährleistet ist, hat die Kultusministerkonferenz im September 1975 „einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“ (sog. Normenbücher) veröffentlicht und deren Erprobung bis zum Ende des Schuljahrs 1976/1977 vereinbart. Aus diesem Anlaß versucht der vorliegende Beitrag, das Normenbuch für das Fach Deutsch in doppelter Hinsicht zu analysieren: zum einen hinsichtlich der Qualität der Anforderungen für das spezifische Unterrichtsfach und zum anderen als Beispiel für die Problematik der Vereinheitlichung der Abituranforderungen schlechthin. Ausgehend von den Bedarfs- und Interessenlagen der von dieser Regelung Betroffenen, wird eine Reihe von Kriterien formuliert, denen ein Normenbruch gerechtzuwerden hätte und die dementsprechend zur Analyse des Normenbuchs „Deutsch“ herangezogen werden.
Kurt Beutler/Uwe Henning
Ergänzendes zu Wilhelm Rein und einer heutigen Rein-Monographie (zu Walter Asmus’ Rezension von Horst Erich Pohl: Die Pädagogik Wilhelm Reins.)

Gerd Stein
Bildungspolitik und Politikwissenschaft

V. Besprechungen

Saul B. Robinsohn u.a.
Schulreform im gesellschaftlichen Prozeß. Ein interkultureller Vergleich. Bd. II: England und Wales. Frankreich. Österreich, Schweden. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.)
Urie Bronfenbrenner
Wie wirksam ist kompensatorisch Erziehung?
Manfred Heinemann
Schule im Vorfeld der Verwaltung. Die Entwicklung der preußischen Unterrichtsverwaltung von 1771 bis 1800. (Studien zum Wandel von Gesellschaft und Bildung im 19. Jahrhundert. Hrsg. Von OTTO NEULOH und WALTER RÜEGG, Band 8. Forschungsunternehmen 19. Jahrhundert der Fritz-Thyssen-Stiftung.)

Pädagogische Neuerscheinungen