Psychoanalytikerin
Geb.
Schieden, Niederlande, 16.10. 1895
Gest.
Amsterdam, Niederlande, 4.4. 1987
Emigrationspfad:
1933 A, 1938 NL
LebenspartnerInnen,
Kinder:
Verheiratet
mit Hans Lampl, Wiener Arzt und Psychoanalytiker, der ebenfalls in Berlin
arbeitete.
Freundschaften:
Lebenslange
Freundschaft mit Anna Freud, Dorothy Burlingham und Marianne Kris.
Ausbildungen:
Studium
der Medizin in Leiden, 1921 Promotion, während des Medizinstudiums Bekanntschaft
mit der Psychoanalyse, wollte nach ihrem Abschluss eine eigene Analyse bei Freud
beginnen; nach sechsmonatiger Italien-Reise Lehranalyse bei Freud, 1925 Wechsel
an das Berliner Lehrinstitut, wo sie ihre Ausbildung abschloss.
Laufbahn:
Während
ihrer Ausbildung bei Freud Teilnahme an den Sitzungen der WPV, Tätigkeit im Ambulatorium
der WPV;
1925 Mitglied der Nederlandse Vereeniging voor Psychoanalyse,
1926 Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft,
Unterricht am
Berliner Lehrinstitut.
Nach 1933 in Wien Mitglied der WPV, 1935 Aufnahme in
den Lehrausschuß, Praxis in Wien.
In Holland psychoanalytische Arbeit auch
während der Kriegsjahre in einer geheimen Arbeitstruppe.
Nach dem Krieg gemeinsam
mit ihrem Mann Organisation des Wiederaufbaues der psychoanalytischen Vereinigung
in Amsterdam;
Ehrendoktorat
der Universität Amsterdam.
1985 Veröffentlichung ihrer Schriften anlässlich
ihres 90. Geburtstages.
Spez.
Wirkungsbereich:
Eine
der Hauptvertreterinnen der klassischen Freudschen Psychoanalyse, die sich mit
der weiblichen Entwicklung, der weiblichen Sexualität und der Frau auseinander
setzten und dabei Freuds Theorien zur weiblichen Entwicklung nur unwesentlich
erweiterten und kaum kritisierten, vor allem Beschäftigung mit der präödipalen Phase beim Mädchen.
Werkangaben:
Zur
Entwicklungsgeschichte des Ödipuskomplexes der Frau. Internationale Zeitschrift
für Psychoanalyse 1927, 13, S. 269 – 282.
Zu
den Problemen der Weiblichkeit. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse 1933,
19, S. 385 – 415.
Masochismus
und Narzißmus. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse 1937, 23, S. 479 –
489.
Depression
und Aggression. Jahrbuch der Psychoanalyse 1960, 1, S. 145 - 160.
The Development of the Mind. Psychoanalytic Papers on Clinical and Theoretical
Problems. London 1966.
Man and Mind. Collected
Papers. Hg. Holländische Psychoanalytische Vereinigung anläßlich des 90. Geburtstages
von Jeanne Lampl–De Groot. New York
1985.
Literatur:
Appignanesi,
Lisa; Forrester, John, Freuds Women., 1992, London.
Kerbl,
Brita, Die weiblichen Mitglieder der Wiener
Psychoanalytischen Vereinigung. Biobibliographische Daten mit besonderer Berücksichtigung
der Emigration, 1992, Wien, Verlag: Diplomarbeit.
Mühlleitner,
Elke, Biographisches Lexikon der Psychoanalyse. Die Mitglieder der Psychologischen
Mittwoch-Gesellschaft und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung 1902-1938.,
1992, Tübingen, Verlag: edition diskord.
Mühlleitner,
Elke, Jeanne Lampl-De Groot. In: Keintzel, Brigitta; Korotin, Ilse (Hg.): Wissenschafterinnen
in und aus Österreich. Leben Werk Wirken. 2002 Wien-Köln, Verlag: Böhlau.