Ärztin,
Psychoanalytikerin und Widerstandskämpferin
Geb.
Wien, 31.8. 1910
Gest.
Buenos
Aires, Argentinien, 22.12. 1987
Emigrationspfad: 1936 E, 38 F, 39 ROU 39 URU), 42 RA (42 ARG),74 MEX (74 ARG),
NIC
Herkunft,
Verwandtschaften:
jüdische
Herkunft; Mutter Margarete Hauser, Wien, Hausfrau, (1886-1968); Vater Rudolf Glas,
Wien, Textilfachmann, Fabriksbesitzer (1880 - 1953); Gusti Eva Glas (*1906), Wien,
ab 1939 Englischlehrerin in Uruquai und Argentinien.
LebenspartnerInnen,
Kinder:
2.
Ehemann Herbert Josef Manovil. 3. Ehemann Max Langer (1902-1965); Kinder: *1939
Tomas, Uruquai, *1945 Martin, Argentinien, *1949 Ana, Argentinien, *1953 Veronica,
Argentinien.
Ausbildungen:
1916-1921
Volksschule Luithlen Wien, 1921-1929 Schwarzwaldschule Wien, 1929 Matura, seit
dem Medizinstudium (bei Tandler), 4.3.1935 Promotion;
1933-1936 psychoanalytische
Ausbildung,
1932 ein Semester Physiologie in Kiel.
Laufbahn:
In
der Ersten Republik bei den "Ärzten für den Frieden", in diesem Zusammenhang
kurzzeitige Verhaftung, Schwierigkeiten mit der österr. psychoanalytischen Gesellschaft
wegen Friedensarbeit; 1933-1938 Mitglied der KPÖ (illegal).
Am
4.11.1936 nach Spanien.
1936-1937
als Ärztin bei den spanischen Interbrigaden (mit Max Langer, ihrem späteren Mann).
Anästhesistin
im Feldspital Colmenar bei Madrid und in Murcia. Leutnant;
1939 Frankreich,
Zwickau, Prag. Uruquay, Vortrag über Psychoanalyse und Marxismus beim Komitee
zur Solidarität mit der spanischen Republik, Koordinatorin des Eqipo Internationalista
de Salud Mental Mexico-Nicaragua (Leon und Managua);
ab 1942 in Argentinien,
Gründungsmitglied der psychoanalytischen Gesellschaft von Argentinien (bis 1971),
bei der Gruppe „Junta de la Victoria en Austria Libre",
1945 Gründungsmitglied
der argentinischen Gesellschaft für Gruppentherapie,
1953-55 Arbeit in der
Gruppentherapie, Leiterin des psychosomatischen Dienstes in der gynäkologischen
Abteilung des Krankenhauses von Buenos Aires,
Beschäftigung mit Frauenproblemen
vom psychoanalytischen und psychosomatischen Standpunkt aus,
Lehranalytikerin
und Spitalsärztin in Argentinien,
Univ.Prof. in Argentinien und Mexico;
auf dem psychoanalytischen Kongreß in Rom 1969 maßgebliche Beteiligung an der
Gründung der linksoppositionellen Plataforma, die später in Institutions- und
Gesellschaftskritik mit der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung brach,
in
Argentinien Gründung eines unentgeltlichen Unterrichtszentrums durch diese Gruppe,
um die Psychoanalyse auch den unteren Schichten zugänglich zu machen;
1971
Wiener Kongreß zur Geschichte der Psychoanalyse,
1972-73
Präsidentin der Psychiatervereinigung,
1974
Unterricht an der Universität/ Psychol. Medica; Mai, während der Militärdidaktur
als Mitarbeiterin der Psychiatrie-Gewerkschaft und verschiedener salud-mental-Projekte
sowie als Assistenzprofessorin für medizinische Psychologie an der medizinischen
Fakultät auf der Todesliste der Alianza Anticommunista Argentina (AAA),
Juni
1974 Vertreibung aus Argentinien, verfolgt von der Terrororganisation AAA, Allianz
Argentina Anticommunista, die sich bereits 1947 gebildete hatte, aber zu dieser
Zeit Aufwind hatte;
Flucht
nach Mexico City, Professorin für die Fachausbildung in klinischer Psychologie
und psychoanalytischer Gruppentherapie, psychische Betreuung von Opfern der Verfolgung,
Folter und Vertreibung,
1981
Unterstützung der Sandinistischen Revolution durch die Gründung des Equipo Internacionalista
de Salud Mental,
Eröffnung
von Gesundheitszentren in Leon und Managua,
1986
mit ihrer Hilfe Veranstaltung eines psychoanalytischen Kongresses in Havanna,
Zusammentreffen mit Fidel Castro, Wahl in das „Komitee der Intellektuellen für
die Souveränität Lateinamerikas".
Spez.
Wirkungsbereich:
In
Argentinien theoretische Auseinandersetzungen mit der Psychologie der Frau im
theoretischen Rahmen von Melanie Klein, eigene biologische und psychologische
Bestimmung der Frau in Überwindung von Freuds Phallozentrismus, S. 2.
Werkangaben:
Madernidad
y Sexo. 4. Aufl., übers. ins italen. u. port. Buenos Aires: Paidos.
Fantasia eternas, a la luz de psichoanalysis. 2. Aufl. Buenos Aires.
Institutionelle
Gruppenanalyse in der Arbeiterklasse. Beitrag zur Festschrift zu Dr. Eugen Carusos
65. Geburtstag.
Gem.
mit Leon Grinberg u. Emilio Rodrigue: Beitrag in Kemper, Werner (Hg.): Gruppenpsychotherapie.
Kindler.
La mujer, la ocura y la sociedad. In: Antipsichiatria y politica.
Der
Widerspruch in der Lehranalyse. In: Institutsgruppe Psychologie der Universität
Salzburg (Hg.): Jenseits der Couch. Psychoanalyse und Sozialkritik. Frankfurt/M.
1984, S. 155-162.
Brief
an Einstein. In: Werkblatt. Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik
Nr. 6/7, 1986, S. 9-16.
Von
Wien nach Managua. Wege einer Psychoanalytikerin. Freiburg i. Br. 1986.
Mutterschaft
und Sexus. Körper und Psyche der Frau. Freiburg i. Br. 1988.
Das
gebratene Kind und andere Mythen. Die Macht unbewußter Phantasien. Freiburg i.
Br. 1988.
Literatur:
AZ-Beilage
1983.
Bahr,
Raimund, Marie Langer - Biographie. 1910 Wien-Buenos Aires 1987., 2004, St. Wolfgang,
Verlag: Edition Art & Science.
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Susanne / Doppelhofer, Michael / Mauthe, Gabriele (Bearb.), Handbuch österreichischer
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Karl, Marie Langer. In: Keintzel, Brigitta; Korotin, Ilse (Hg.): Wissenschafterinnen
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Ingeborg, Marie Langer: Psychoanalyse und Revolution. In: Volkmann-Raue, Sibylle
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Bernhard, Psychoanalytikerinnen und Individualpsychologinnen im Roten Wien. In:
Ingrisch, Doris / Korotin, Ilse / Zwiauer Charlotte (Hg.): Die Revolutionierung
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