| Lanzer
Wanda Geb.
Wien, 25. 5. 1896 Emigrationspfad: 1939 S (Obs) Herkunft,
Verwandtschaften: LebenspartnerInnen,
Kinder: Ausbildungen: Laufbahn: 1925 heiratete Wanda Landau den Juristen Felix Lanzer, einen Magistratsbeamten der Gemeinde Wien. Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter, die 1931 bzw. 1933 geboren wurden. Wanda Lanzer arbeitete von 1927-1934 als Bibliothekarin in der Sozialwissenschaftlichen Studienbibliothek der Wiener Arbeiterkammer. 1938 fand in der Wohnung der Familie Lanzer eine Hausdurchsuchung statt, danach verschwand Felix Lanzer spurlos und wurde 1945 für tot erklärt. Wanda Lanzer konnte über Intervention Richard Sandlers, eines schwedischen Sozialdemokraten, nach Stockholm emigrieren. Auch Wandas Mutter, Helene Bauer konnte sich kurz danach nach Stockholm retten. Den Lebensunterhalt bestritt die Familie in dieser Zeit hauptsächlich mit Hilfe einer kleinen Unterstützung, welche Helene Bauer von der Sozialistischen Internationale erhielt. Die österreichischen Emigranten standen in regelmäßigem Kontakt zueinander, wozu vor allem jene zählten, die in Rasunda, einem Vorort von Stockholm, wohnten. Mitglieder dieser Gruppe waren Bruno Kreisky, Ernst Winkler, Franz Novy und Josef Pleyl. Helene Bauer setzte ihren Emigrationsweg 1941 in die USA fort. Wanda Lanzer arbeitete in dieser schweren Zeit in den Archiven des Stockholmer Stadthauses. 1945 wurde sie als Dolmetscherin und Fürsorgerin zur Betreuung geretteter KZ-Insassen angestellt, wobei ihr ihre Sprachkenntnisse in Deutsch, Polnisch, Französisch und Schwedisch zugute kamen. 1949 wurde Wanda Lanzer im Stockholmer "Arbetarröelsens Arkiv", dem Archiv der schwedischen Arbeiterbewegung, angestellt. Dort blieb sie bis 1964 leitende Mitarbeiterin. Bestehendes Ergebnis ihres Einsatzes im Archiv ist die Bearbeitung des Nachlasses von Hjalmar Branting, des großen schwedischen Arbeiterführers und späteren Staatsministers der ersten sozialdemokratischen Regierung. Nach der Rückkehr nach Wien arbeitete Wanda Lanzer ab 1964 in der Wiener Arbeiterkammer. Sie bearbeitete die Nachlässe von Victor und Friedrich Adler, welche 1970 dem "Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung" zur Betreuung übergeben worden waren und wurde Mitglied des Herausgeberkomitees der Werkausgabe ihres Stiefvaters Otto Bauer. Bis zu ihrem Tod zählte Wanda Lanzer zum Vorstand des Vereins für die Geschichte der Arbeiterbewegung. Wanda Lanzer starb in ihrem 84. Lebensjahr am 17.11.1980 in Wien. Nachlaß,
Archive, Quellen: Literatur: Autorin der Biografie: Karin Nusko | |