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Laufbahn:
15. Jan. 1901 Erster Vortrag im Wiener Frauen Club, erste Vortragstätigkeit
im Rahmen der Volkshochschulen, vor allem im Verein Volksheim in Wien-Ottakring;
1901 übernimmt E. S. das Mädchen-Lyzeum am Franziskanerplatz 5 in
Wien von Eleonore Jeiteles,
Umwandlung in reformpädagogisch ausgerichtete Schulanstalten, die
zunächst am Kohlmarkt und schließlich in der Wallnerstraße situiert
waren.
Die Schulanstalten umfaßten im Laufe der Jahre eine Koedukationsvorschule
(1903), ein Realgymnasium (1909), ein Mädchengymnasium (1911), humanistische
Gymnasialkurse, eine höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe
und wissenschaftliche Fortbildungskurse.
1903 folgt die Errichtung eines alkoholfreien Speisehauses im Volksheim
Ottakring.
1915 Einrichtung eines Erholungsheimes
für Kinder und Erwachsene in St. Wolfgang, Beginn der Aktion "Wiener
Kinder aufs Land".
1917 Eröffnung der ersten Gemeinschaftsküche ("Akazienhof")
auf genossenschaftlicher Basis in Wien, ab 1923 auch in Berlin.
Ab 1918 gründete sie eine Reihe von Erholungsheimen,
in der Südsteiermark, am Semmering, in Reichenau, am Grundlsee, in
der Helmstreitmühle bei Mödling, in den folgenden Jahren Durchführung
von Sommeraktionen und Ferienkolonien für Kinder.
1919 Errichtung einer Jugendwerkstatt für Knaben in der Invalidenschule
in Favoriten;
1922 Gründung des Schwarzwald'schen Wohlfahrtswerks,
von dem die verschiedenen Aktivitäten verwaltet wurden;
1923 die "Österreichische Freundeshilfe" ermöglicht die
Einrichtung von vier Gemeinschaftsküchen in Berlin;
Eugenie Schwarzwald war auch an der Rechtsakademie
für Frauen beteiligt, die vor der Zulassung von Studentinnen an die
juridischen Fakultäten in Wien geführt wurde. Sie leitete einige kommerzielle
Betriebe, mittels derer sie ihre reformerischen Projekte finanziell
fördern konnte, so eine Gemüsefarm und eine Taxigesellschaft.
Im März 1938 tritt E. S. eine Vortragsreise nach Dänemark an und kehrt
nicht mehr nach Wien zurück, sondern bleibt in Zürich. Die meisten
Projekte Eugenie Schwarzwalds wurden 1938 von den Nationalsozialisten
aufgelöst, ihr Vermögen durch den Stillhaltekommisar liquidiert.
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Ausz., Mitgliedschaften, Kooperationen:
Die dänische Schriftstellerin Karin Michaelis förderte die sozialen
Projekte Eugenie Schwarzwalds ideell und finanziell und veröffentlichte
ein Buch über die Schulanstalten.
Bekannte Schülerinnen Eugenie Schwarzwalds waren u. a. Alice Herdan-Zuckmayer,
die auch eine Biographie ihrer Lehrerin veröffentlichte, weiters Emmy
verh. Wellesz, Hilde Spiel und Elisabeth Neumann-Viertel. Eugenie
Schwarzwald hielt auch engeren Kontakt zu den Müttern ihrer Schülerinnen,
u. a. zu Hansi Niese und zu Alice Herdan-Zuckmayers Mutter, der Schauspielerin
Claire Liesenberg.
Lehrerinnen an den Schwarzwaldschulen waren u. v. a. Amalie Mayer
und drei Schwestern Reiss. Eugenie Schwarzwald arbeitete sowohl mit
den Frauen des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins zusammen
- sie hielt Vorträge im Ersten Wiener Frauenklub und kündigte Frauenfortbildungskurse
in den "Dokumenten der Frauen" an-, als auch mit den Frauen
im Vorstand des Bundes Österreichischer Frauenvereine: hier leitete
sie die Anti-Alkohol-Komission.
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Nachlaß, Archive, Quellen:
Privatarchiv Hans Deichmann (Mailand): dieses so genannte "Schwarzwald-Archiv"
befindet sich im Wiener Stadt- und Landesarchiv; (Signatur: Nachlässe
(3. 5. 1998), Schwarzwald-Archiv (Dokumentation Hans Deichmann));
NB Porträtsammlung, s. Katalog;
Literaturhaus/Exilbibliothek (Informationsquelle: WE, Die Zeit 1.8.1992,
Feuilleton VI, DÖW Ö-Röder; Bestand Doku: ebd.)
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L.:BLÖF
Erinnerungen an die Schwarzwaldschule. Rundfunkmanuskript "Memo",
ORF, 11.10.1980.
IWK-EMIGRATION
Deichmann, Hans, Leben mit provisorischer Genehmigung. Leben, Werk
und Exil von Dr. Eugenie Schwarzwald (1872 - 1940), 1988, Wien
Göllner, Renate, Mädchenbildung um Neunzehnhundert. Eugenie Schwarzwald
und ihre Schulen., 1986, Wien
Hacker, Hanna, Doppelsinn und Eigensinn. In: Kulturjahrbuch 2, 1983.
Herdan-Zuckmayer, Alice, Genies sind im Lehrplan nicht vorgesehen,
1979
Keckeis, Gustav; Olschak, Christine (Red.):, Lexikon der Frau. 2 Bde.,
1953 - 54, Zürich
Keintzel, Brigitta, Eugenie Schwarzwald. In: Gelehrte Frauen., 1996,
S. 238 - 241, Wien, Verlag: BMUK
Lind, Anna, Das Frauenstudium in Österreich, Deutschland und der Schweiz.,
1961, Wien
Mayer, Amalie, Die Gesellschaft der Schwarzwaldschen Schulanstalten.
Michaelis, Karin, Glaedensskole.
Scheu, Friedrich, Ein Band der Freundschaft. Schwarzwald-Kreis und
Entstehung der Vereinigung Sozialistischer Mittelschüler., 1985, Wien
Schweizer Verband der Akademikerinnen, Das Frauenstudium an den Schweizer
Hochschulen., 1928
Sheean, V., Dorothy and Red., 1963
Stefan, Paul, Frau Doktor. Ein Bildnis aus dem unbekannten Wien.,
1922
Streibel, Robert (Hg.), Eugenie Schwarzwald und ihr Kreis, Verlag
Picus, Wien 1996.
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