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DWORAK Therese, geb. Wurm
Hilfsarbeiterin
Widerstand der Arbeiterbewegung (KPÖ)

Geb. am 12. Oktober 1899 in Wien
Gest. am 21. Juni 1944 (hingerichtet)


Therese Dworak wird am 12. Oktober 1899 als fünfzehntes von achtzehn Kindern der Familie Wurm in Wien geboren. Nach dem Besuch der Pflichtschulen arbeitet sie zunächst im Haushalt und dann als Hilfsarbeiterin in einer Schuhfabrik. 1918 bekommt sie ihren Sohn. 1938 heiratet sie den Drechsler Karl Dworak (geb. 1891 in Wien). Therese und Karl Dworak werden am 14. Juli 1942 von der Gestapo festgenommen.

Therese Dworak wird gemeinsam mit Johann und Rosalia Graf sowie Emilie und Anton Tolnay am 22. Dezember. 1943 vom Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof angeklagt. Therese Dworak wird vorgeworfen, sich am Wiederaufbau der illegalen KPÖ beteiligt zu haben, indem sie dem aus dem Gefängnis ausgebrochenen kommunistischen Funktionär Neustadtl Unterkunft und Verpflegung beschaffte und ihm „dadurch eine umfangreiche Aufbautätigkeit ermöglichte“. Weiters wird sie beschuldigt sich an „staatsfeindlichen kommunistischen Besprechungen“ beteiligt zu haben. Die Herstellung und Verbreitung „Schriften wehrkraftzersetzenden Inhalts“ sind ebenso Teil der Anklage wie die Tätigkeit als Verbindungsperson innerhalb der KPÖ und Spendensammlung für die „Rote Hilfe.“ Außer der „Vorbereitung zum Hochverrat“ wird Therese Dworak auch der Feindbegünstigung beschuldigt.

Am 14. April 1944 wird Therese Dworak gemeinsam mit Rosalia und Johann Graf sowie Emilie Tolnay vom Volksgerichtshof Wien zum Tode verurteilt. Sie wird am 21. Juni 1944 am Schafott des Wiener Landesgerichts hingerichtet.

Auffallend bei diesem Prozess ist, dass alle angeklagten Frauen zum Tode verurteilt und hingerichtet werden, während von den involvierten Ehemännern nur Johann Graf zum Tode verurteilt wird.

Der Name von Theres Dworak findet sich auf einer 1946 enthüllten Gedenktafel in der Wiener Drechslergasse (jetzt Alfred Klahr Gesellschaft) sowie auf einer
Gedenktafel in der Weihestätte im Wiener Landesgericht (ehemaliger Hinrichtungsraum).

Therese Dworak ist im Ehrenhain der hingerichteten WiderstandskämpferInnen am Wiener Zentralfriedhof - Gruppe 40, 22/217; 92 begraben.


Literatur und Quellen

DÖW–Akte: 5733d, 6872, 6901,
19793/25

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Gedenken und Mahnen in Wien 1934-1945. Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Eine Dokumentation. Wien1998

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Widerstand und Verfolgung in Wien 1934-1945. Eine Dokumentation. Bd. 2 Wien 1984

Fein, Erich: Die Steine reden. Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfe. Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Eine Dokumentation. Wien 1975

Spiegel, Tilly: Frauen und Mädchen im österreichischen Widerstand. Monographien zur Zeitgeschichte. Wien 1967

Weinert, Willi: "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". Wiener Zentralfriedhof - Gruppe 40. Ein Führer durch den Ehrenhain der hingerichteten WiderstandskämpferInnen. Wien 2004



Verfasserin der Biografie: Karin Nusko