biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung
Koordination: Ilse Korotin
Im Rahmen dieser
Vortragsreihe geben ExpertInnen aus unterschiedlichen frauenbiografischen
Forschungsbereichen Einblick in ihre Arbeit, sprechen über die von ihnen
bearbeiteten Felder und machen auf mögliche Forschungslücken aufmerksam
machen.
Die Vortragsreihe steht im Zusammenhang mit dem Projekt biografiA.
Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen, welches 1998 vom
bm:bwk beauftragt wurde. Es umfasst derzeit rund 18.700 frauenbiografische Datensätze,
zahlreiche Einzelprojekte sowie eine eigene Schriftenreihe. Die multimodulare
Dokumentations-, Vernetzungs- und Forschungsinitiative wird von Frauen aus unterschiedlichen
Bereichen des Bibliotheks- und Dokumentationswesens sowie aus Wissenschaft und
Forschung unterstützt und gilt als bedeutender Schritt zur Sichtbarmachung
von Frauen in allen Lebensbereichen.
biografiA hat sich durch die Bildung einer fundierten Basis für weitergehende
Forschungen im Bereich der feministischen Geschichtsforschung, der Wissenschaftsgeschichte
und Frauenforschung zu einer national und international wahrgenommenen Vernetzungsplattform
für biografisch orientierte ForscherInnen entwickelt. Als interaktive
Drehscheibe für MeinungsbildnerInnen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur
und den Medien fördert biografiA die Wahrnehmung für spezifisch
weibliche Themen und Strukturen im öffentlichen Bewusstsein.
Montag,
5. November, 18.30 Uhr:
Petra Unger (Wien):
Frauenspuren in Wien. Frauenstadtgeschichtsforschung und -vermittlung
in Wien
Frauengeschichte zu recherchieren gleicht oft archäologischer Ausgrabungstätigkeit
oder detektivischer Suche, denn nicht immer steht Geschichte von Frauen leicht
greifbar in den Regalen der Bibliotheken. Voraussetzung für Rundgänge
zu Frauengeschichte in den Wiener Bezirken ist also eine gründliche
historische Recherche. Langfristiges Ziel ist es, für jeden Wiener Gemeindebezirk
erste historische Grundinformationen zur Geschichte der Frauen zusammenzustellen,
um interessierten WienerInnen diese Aspekte der Stadt zugänglich zu
machen.
Montag,
14. Dezember, 18.30 Uhr:
Lioba Theis (Wien): Die ausgegrenzten, vertreibenen
und ermordeten Wissenschaftlerinnen des Kunsthistorischen Instituts der
Universität Wien
Der Vortrag befasst sich mit einer Ausstellung, die den AbsolventInnen
des Kunsthistorischen Instituts gewidmet ist, welche aus ethnischen, religiösen
und politischen Gründen in der Zeit zwischen 1933/1934 und 1945 ermordet,
vertrieben oder ausgegrenzt
wurden. Dadurch soll die Geschichte persönlicher Lebenswege aufgezeigt
und den Namen auch wieder „ein Gesicht“ gegeben werden. Die
von Studierenden getragene Recherche hat gezeigt, dass die Erforschung dieses
Teils der Geschichte des Institutes längst noch nicht abgeschlossen
ist. Hier handelt es sich um ein „work in progress“, dessen Veränderungen
in einer ständigen Online-Präsentation der Ergebnisse ablesbar
sind.
(siehe auch: www.univie.ac.at/geschichtegesichtet).
Montag, 11. Jänner, 18.30 Uhr:
Christine Kanzler (Wien): Österreichische Alpinistinnen
des 19. und frühen
20. Jahrhunderts
Seit der Gründung alpiner Vereine in Österreich im letzten Drittel
des 19. Jahrhunderts waren Frauen an der touristischen Erschließung
der Alpen beteiligt. In einer Zeit, in der ihnen von Seiten mancher männlicher
Alpinisten die Fähigkeit - und zuweilen auch die Berechtigung - zum
Bergsteigen abgesprochen wurde, erbrachten nicht wenige Frauen alpinistische
Höchstleistungen. Damit stellten sie – oft ohne es zu beabsichtigen
– vorgefasste Rollenbilder in Frage. Etliche Frauen haben in der alpinen
Presse anschauliche Berichte ihrer Bergfahrten hinterlassen, ihre Motivation
zum Bergsteigen dargelegt und sich in die zeitgenössische Diskussion
zum Thema „Frau am Berg“ eingeschaltet. Im Vortrag sollen einige dieser
heute fast vergessen Pionierinnen des weiblichen Alpinismus vorgestellt
werden.
Monstag,
18. Jänner,
18.30 Uhr:
Christine Kanzler, Ilse Korotin, Karin Nusko (Wien): Projektpräsentation: „Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Eine biografische Datenbank“
Zielsetzung des thematischen Modulprojekts von biografiA –
datenbank und lexikon österreichischer frauen war eine möglichst
umfassende biografische Dokumentation der Schicksale jener Frauen, welche
im Zeitraum von 1938 bis 1945
Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur geleistet haben, sei
es in politisch organisierter Form oder auf individueller Basis. Im Rahmen
des Projekts - gefördert aus Mitteln des Zukunftsfonds der Republik Österreich
- des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
sowie der Länder Tirol und Salzburg, wurden in der Datenbank mehr als
3000 Frauen erfasst. Wir erläutern die inhaltlichen Voraussetzungen
des Vorhabens, das methodische Vorgehen, die damit verbundenen Problemstellungen
und diskutieren Resultate und Perspektiven. Ausgewählte Biografien sollen
die Arbeit am Projekt veranschaulichen.
ReferentInnen und KoordinatorInnen:
Korotin,
Ilse: Dr.in, Wissenschaftshistorikerin, Leiterin der IWK-Dokumentationsstelle
Frauenforschung und des Projekts „biografiA“ (http://www.biografia.at).
Unger,
Petra: M. A., Expertin für Gender Studies und Feministische
Forschung, Kulturvermittlerin, Autorin und Begründerin der Wiener Frauenspaziergänge.
Theis,
Lioba: Prof.in für byzantinische Kunstgeschichte an der Uni
Wien.
Kanzler, Christine:
Dr.in, Theaterwissenschaftlerin, Erwachsenenbildnerin. Forschungsschwerpunkte:
Exilforschung, Biografieforschung.
Nusko,
Karin: Mag.a, Mitarbeiterin des IWK-Projekts „Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“.
Projekthomepage: http://www.biografiA.at
Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Konzept und Koordination: Christine Kanzler, Ilse Korotin, Karin Nusko
Die Vortragsreihe
wird vom Zukunftsfonds der Republik Österreich und vom Nationalfonds
der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus unterstützt.
Frauen haben
im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur in Österreich
eine maßgebliche Rolle gespielt. Diese Tatsache wurde sowohl in der historischen
Forschung als auch in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit – zum Teil
bis heute – ignoriert.
Seit der Mitte 1980er-Jahre und
besonders in den letzten Jahren haben sich WissenschafterInnen der Aufarbeitung
vielfältiger Thematiken innerhalb dieses Forschungsfeldes angenommen und
damit nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur Würdigung der Frauen im
Widerstand geleistet. Zum
Abschluss unserer Vortragsreihe, welche im Rahmen des Modulprojektes „Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ von biografiA –
biografische datenbank und lexikon österreichischer
frauen veranstaltet wird, richten wir den Blick auf die Zeit nach
1945. Thematisiert wird die Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit,
wie sie durch ehemalige Widerstandskämpferinnen und Verfolgte selbst
initiiert wurde sowie die Weitergabe dieses gesellschaftlichen Auftrages
an die nachfolgenden Generationen.
Weiters werden die Rezeption und das Fortwirken der Tätigkeit von
Frauen
im Widerstand im innerfamiliären Zusammenhang erörtert.
Dienstag,
20. Oktober, 18.30 Uhr:
Evamaria
Glatz, Käthe Springer-Dissmann (Wien): Die Bedeutung
des Widerstandes von Frauen gegen den Nationalsozialismus im Leben ihrer
Töchter
Die Erfahrung von Widerstand und Verfolgung prägte den Lebensverlauf der
betroffenen Frauen auch nach 1945 und wirkte auch in die nachfolgenden Generationen
hinein. Evamaria Glatz und Käthe Springer-Dissmann stellen die Biografien
ihrer Mütter Maria Hrachovec (Katholikin) und Gertrude Springer (Kommunistin)
vor und reflektieren die Bedeutung der Widerstandstätigkeit ihrer Mütter
für das eigene Leben. Unter
anderem werden folgende Fragen angesprochen: Wie wurde die Widerstandstätigkeit
der Mutter in der Familie und im Umfeld wahrgenommen und erinnert; welche
Rolle spielte sie für die Ausbildung
eigener Werthaltungen? Gibt es Aspekte, die als problematisch erlebt wurden
und Abgrenzung notwendig machten? Und nicht zuletzt: Besteht eine Kontinuität
von Widerständigkeit im Generationenverlauf?
Dienstag,
27. Oktober, 18.30 Uhr:
Helga Amesberger (Wien): Zur Geschichte und Zukunft
der österreichischen
Lagergemeinschaften Ravensbrück
Im Zentrum des Vortrages stehen die mittlerweile über 60-jährige
Geschichte, die Aktivitäten und Zielsetzungen der österreichischen
Lagergemeinschaften Ravensbrück, wobei den geschlechtsspezifischen Aspekten
besonderes Augenmerk gewidmet wird. Behandelt werden auch aktuelle Fragen zur
Fortführung der
Lagergemeinschaft nach Ableben der ehemals Verfolgten. Die durchaus nicht
einhellige Haltung der Lagergemeinschaften bezüglich der Weiterführung
der Überlebendenorganisationen
sowie der unterschiedliche Umgang damit (innerhalb der Lagergemeinschaften
und der internationalen Komitees) erfordern eine Auseinandersetzung mit der
Legitimierung und Legitimität der NachfolgerInnen, der Art und Weise
der zukünftigen Gedenk- und Erinnerungspolitik sowie der historisch-politischen
Bildung.
Dienstag,
17. November, 18.30 Uhr:
Sylvia Soswinski (Wien): Frauen im Widerstand: Die Überlieferung
in der Familie am Beispiel von Herta Soswinski (1917–2003)
Herta Soswinski (geb. Mehl), die Großmutter der Referentin, hinterließ nach
Ihrem Tod das Transkript eines mit ihr geführten ausführlichen
Interviews. Darin beschreibt sie ihre Kindheit und Jugend in der damaligen
Tschechoslowakei,
ihre ersten Erfahrungen mit dem Antisemitismus, ihren Weg in die Politik
und in den illegalen Widerstand in den KZ Ravensbrück und Auschwitz.
Dies bildete die Grundlage für die Diplomarbeit der Referentin mit dem
Titel „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Über die
Lebensgeschichte von Herta Soswinski, 1917–2003“. Motivation für diese
Auseinandersetzung war die Überlieferung der Geschichte der Großeltern
in der Familie – der Großvater als politischer Internierter und die
Großmutter
interniert aufgrund ihrer jüdischen Herkunft. Der Vortrag erläutert
die Überlieferungen
innerhalb der Familie sowie die Geschichte und die Erzählungen
der Großmutter.
ReferentInnen und KoordinatorInnen:
Amesberger,
Helga: Dr.a, Sozialwissenschafterin am Inst. für Konfliktforschung/Wien
mit den Forschungsschwerpunkten Rassismus, nationalsozialistische Verfolgung
von Frauen und Oral History.
Glatz,
Evamaria: Dr.in, Studium der Klassischen Philologie und Psychologie
in Wien, in den letzten Jahren
intensive Beschäftigung mit Familienforschung.
Kanzler,
Christine: Dr.in, Theaterwissenschaftlerin, Erwachsenenbildnerin.
Forschungsschwerpunkte: Exilforschung, Biografieforschung.
Korotin,
Ilse: Dr.in, Wissenschaftshistorikerin, Leiterin der IWK-Dokumentationsstelle
Frauenforschung und des Projekts „biografiA“ (http://www.biografia.at).
Nusko,
Karin: Mag.a, Mitarbeiterin des IWK-Projekts „Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“.
Soswinski,
Sylvia: Mag.a, Projektmitarbeiterin im Förderprogramm „Berufsmatura
Wien: Lehre mit Reifeprüfung“.
Springer-Dissmann,
Käthe: Dr.in: Studium der Pädagogik und Psychologie
an der Universität Wien, danach im sozialpädagogischen Bereich tätig.
Projekthomepage: http://www.biografiA.at
Frauennetzwerke in Wissenschaft und Kunst
Utopie und Wirklichkeit
Konzept und Organisation: Susanne Blumesberger
Bei Frauennetzwerken
handelt es sich keineswegs um ein ausschließlich
modernes Phänomen. Immer wieder haben sich Frauen zusammengeschlossen,
um einander zu unterstützen, um voneinander zu profitieren und nicht
zuletzt, um in einer männerdominierten Welt zu bestehen. Die österreichische
Geschichte weist hier zahlreiche erfolgreiche Beispiele auf. Private Verbindungen,
Frauenverbände und andere Zusammenschlüsse hatten nicht selten
wesentlichen Einfluss auf Wissenschaft und Kunst. Dieser Arbeitskreis wird
sowohl historische
Beispiele vorstellen als auch aktuelle Frauennetzwerke diskutieren.
Montag, 19. Oktober,18.30 Uhr:
Traude Kogoj (Wien):
Spinnen Journalistinnen? Von der Faktenjägerin zur Netzwerkkünstlerin
Im Vergleich zu Deutschland oder Amerika lässt sich die Präsenz
von Frauen im heimischen Journalismus durchaus sehen: 41,8 % Frauen stehen
57,2 % Männern gegenüber, fast 60 % aller Journalistinnen/Journalisten
unter 30 sind weiblich – Tendenz steigend. Die Realität in Medienunternehmen
sieht aber anders aus: nur wenigen Journalistinnen gelingt der Aufstieg in
Managementfunktionen, in denen sie auch Entscheidungen treffen können.
Ausschlussmechanismen entlang des gesamten Medienproduktionsprozesses und
fehlende Personalentwicklung
erschweren
die journalistische Karriere – insbesondere jene von Frauen. Effiziente Netzwerke
und Netzwerkarbeit sind vielfach die einzige Möglichkeit, um die Medien
zu erobern.
Montag, 9. November,18.30 Uhr:
Li Gerhalter (Wien):
„In meinem Freundeskreis gibt es eine nette Tante, die miterlebt hat,
wie …“ Netzwerke in den Beständen der „Sammlung Frauennachlässe“
Die „Sammlung Frauennachlässe“ am Institut für Geschichte der Universität
Wien bewahrt aktuell die Nachlässe von 196 Frauen. Diese kommen aus
unterschiedlichen sozialen Schichten, keine von ihnen stand prominent in
der Öffentlichkeit.
Die Inhalte und die Materialität ihrer schriftlichen Hinterlassenschaften
sind so vielfältig wie die unterschiedlichen Lebensgeschichten. Auf verschiedene
Weise belegen die archivierten Korrespondenzen, Tagebücher, Poesiealben,
Fotografien etc. dabei die persönlichen Netzwerke der Schreiberinnen.
Neben den Inhalten der Dokumente machen auch ihre jeweiligen Übergabegeschichten
unterschiedliche Netzwerke sichtbar: Wer hatte die Dokumente inzwischen aufbewahrt?
Wer hat sie der „Sammlung Frauennachlässe“ übergeben? Woher wussten
die Übergeberinnen und Übergeber vom Archiv? Welche Absichten standen
dahinter?
Die „Sammlung Frauennachlässe“ ist Teil der Forschungsplattform der Universität
Wien „Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten
europäischen Kontext“. Weitere Informationen: http://www.univie.ac.at/Geschichte/sfn
Montag, 23. November, 18.30 Uhr:
Karin Nusko (Wien):
Netzwerke gegen das NS-Regime. Frauen im Widerstand 1938-1945
Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurde in einem bisher von Forschung
und Öffentlichkeit noch immer zu wenig beachteten Ausmaß von Frauen
getragen. Männer und Frauen waren im Allgemeinen gemeinsam im Widerstand
tätig, es gab jedoch auch Versuche, die Frauen im Rahmen von eigenen Widerstandsgruppen
gesondert zu organisieren. Als Beispiel dafür ist die sogenannte „Mädelarbeit“
in Frankreich oder Belgien zu nennen. Neben dieser von politischen Gruppierungen
initiierten Form der Zusammenarbeit entstanden weibliche Netzwerke aber auch
spontan und privat organisiert. Diese Netzwerke waren nötig, um etwa vom
NS-Regime Verfolgten Hilfe zu leisten. Auch in Konzentrationslagern waren illegale
Widerstandsnetze in vielen Fällen lebensrettend. Im Vortrag soll anhand
konkreter Biografien die weibliche Zusammenarbeit in möglichst vielen
Bereichen des Widerstandes verdeutlicht werden
Donnerstag, 14. Jänner, 18.30 Uhr:
Pia Janke (Wien): „Eine Frau steht für alle Frauen“ - Elfriede Jelineks Zusammenarbeiten
mit Künstlerinnen
Elfriede Jelineks Zusammenarbeiten mit Filmemacherinnen, Komponistinnen und
bildenden Künstlerinnen wie Ulrike Ottinger, Olga Neuwirth und Valie
Export waren immer auch Projekte, gemeinsam mittels Witz, Zitat und Verfremdung
Konventionen zu hinterfragen, den männlichen Blick zu unterlaufen und
der Nicht-Existenz der Frau als schöpferisches Subjekt zu widersprechen.
Um einige dieser Zusammenarbeiten soll es gehen – um Vernetzungen von Künstlerinnen
mit subversiver Intention, um das Gelingen, aber auch Scheitern dieser Projekte.
Montag, 25.Jänner, 18.30 Uhr:
Karin Gradwohl-Schlacher (Graz): Autorinnen im Nationalsozialismus
Obwohl das „Dritte Reich“ eine explizit frauenfeindliche Diktatur war, begründeten
einige Frauen ihre literarischen Karrieren gerade in der NS-Zeit (u. a. Gertrud
Fussenegger und Erika Mitterer). Die Voraussetzungen für das Schreiben
und Publizieren in einem totalitären Regime aufzuzeigen und eventuelle
Vernetzungen der Autorinnen herauszuarbeiten, wird im Mittelpunkt des Vortrags
stehen.
Referentnnen und Koordinatorinnen:
Blumesberger,
Susanne: Dr.in, Mitarbeiterin am IWK und an der Universitätsbibliothek
Wien. Lehrauftrag an der Universität Wien.
Gerhalter,
Li: Mag.a, Mitarbeiterin
der Sammlung Frauennachlässe
Gradwohl-Schlacher,
Karin: Dr. in phil., Studium Germanistik/Kunstgeschichte in Graz, Exeter
und
Rennes; Literaturwissenschafterin
an der Forschungsstelle
„Österreichische Literatur im Nationalsozialismus“ des Universitätsarchivs,
Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik; zahlreiche Publikationen
zur Literatur im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit, Neuerscheinung
(mit Uwe Baur): Literatur in Österreich 1938-1945, Band 1: Steiermark
(2008).
Janke, Pia:
Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaft. Arbeitete als Musiktheaterdramaturgin
u.a. an
der Wiener Staatsoper und an der Oper Bonn.
Habilitation über politische Massenfest-spiele. Ao. Univ.-Prof. am Institut
für Germanistik der Universität Wien, Leiterin des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums.
Lehraufträge an der Universität für angewandte Kunst und an
der Musikuniversität. Zahlreiche Publikationen zur Literatur des 20. und
21. Jahrhunderts und zu interdisziplinären Themen.
Kogoj, Traude: Dr.
in, Politikwissenschafterin, Historikerin, Sachbuchautorin, Organisations- und
Unternehmensberaterin
Nusko,
Karin: Mag.a, Studium der Volkskunde, Philosophie und Geschichte; Arbeitsschwerpunkt:
Frauenforschung;
derzeit Mitarbeiterin des IWK-Projekts „Österreichische
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“.