Modul: Wissenschafterinnen in und aus Österreich
Buchpublikation
Wissenschafterinnen
in und aus Österreich
Leben - Werk - Wirken
Hg. v. Brigitta Keintzel, Ilse Korotin
In
der vorliegenden bio-bibliografischen Sammlung wurden Leben und Werk von Wissenschafterinnen
in und aus Österreich erforscht. Der zeitliche Schwerpunkt erstreckt sich vornehmlich
von der Jahrhundertwende bis zur Nachkriegszeit. Erforscht wurde die erste Generation
von Wissenschafterinnen an den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck. Vollständig
aufgenommen wurde die erste Generation von Frauen, die sich in Österreich habilitieren
konnte, die ersten Dozentinnen und Professorinnen.
Ausführliche
Berücksichtigung erhielt aber auch der außerakademische Bereich. Von insgesamt
331 Lexikonartikeln sind ca. ein Drittel aus dem medizinischen, psychologischen
und therapeutischen Feld. Bedingt durch die historischen Zäsuren der beiden Weltkriege
treten in zahlreichen Beiträgen Verfolgung, Flucht, Emigration und auch Remigration
ins Zentrum der einzelnen Biografien. Die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden
zu den in Österreich Verbliebenen, nach unterschiedlichen Lebensbedingungen und
-chancen liegt nahe.
Über
den individualbiografischen Aspekt hinaus wird ein historischer Eindruck über
kulturelle und politische Strömungen und ihre Einflüsse auf die wissenschaftliche
Forschung und Lehre geschaffen. Vor allem aus feministischer Perspektive stellt
das Lexikon ein Desiderat dar, da in Österreich die Beteiligung von Frauen an
der Wissenschaftsproduktion und -vermittlung von der Jahrhundertwende bis in die
späte Nachkriegszeit erstmals umfassend recherchiert, dokumentiert und erforscht
worden ist.
Anliegen
war es, frauenspezifisches wissenschaftliches Wirken nicht als die Geschichte
einiger weniger darzustellen - die Vielzahl der hier versammelten Beiträge spricht
vielmehr für eine breite Emanzipationsbewegung im Bereich der Bildung und Wissenschaft.
Deutlich gemacht wurden die vielfältigen Dimensionen, über die sich Frauen den
wissenschaftlichen Bereich als Berufs- und Wirkungsfeld erschließen konnten. Dabei
wurde nicht so sehr die Erforschung der persönlichen und privaten Lebensumstände
in den Vordergrund gestellt, sondern der Schwerpunkt der Beiträge liegt auf einer
umfassenden Werkinterpretation.
Die
von zahlreichen Autoren und Autorinnen aus den einschlägigen Fachgebieten verfaßten
Beiträge gewähren damit ebenso Einblick in eine faszinierende Vielfalt von Erfahrungshorizonten
und Lebensmustern wie auch in das engagierte Erkenntnisinteresse, welches die
unterschiedlichen wissenschaftlichen Laufbahnen bestimmte.
Dieses frauenspezifische Lexikon revidiert bisher übliche Sichtweisen auf die österreichische Wissenschaftsgeschichte. in denen nach wie vor der weibliche Anteil unterrepräsentiert vertreten ist. Das Lexikon kann nicht zuletzt auch auf Grund seiner Interdisziplinarität und der Darstellung des Exils österreichischer Wissenschafterinnen einen Beitrag zu einem umfassenderen Verständnis der Verwobenheit österreichischer Wissenschaftstraditionen mit dem inter/nationalen Kultur- und Wissenschaftstransfer leisten.
Nähere
Information und Kontakt:
Dr. Ilse Korotin,
Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17/1 1090 Wien,
Tel: 317 43 42, e-mail: info@biografiA.at