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17. Jahrestagung 2015

 

Kirche und Gesellschaft

Kommunikation - Institution - Organisation

 

Die Kirche befindet sich in einem religiösen Umfeld, in dem etwa der Islam in der Gesellschaft und an den Universitäten an Bedeutung gewinnt. In der Römisch-Katholischen Kirche wird die Problemlage anders wahrgenommen, weil sie sich in die Organisationsform einer Weltkirche eingeordnet sieht. .

Die jüngste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) macht die komplexe und vielschichtige Selbstwahrnehmung evangelischer Christinnen und Christen deutlich. Bis in die Kirchengemeinden hinein lässt sich das spannungsvolle Verhältnis von hohem Engagement und Gleichgültigkeit beobachten. Wie kann eine stabile Beteiligung am Leben der Kirche erreicht werden? Die Kirche muss ihre Aufgaben unter den Bedingungen unserer Gegenwart verstehen und bestimmen.

Die Kirche in der gegenwärtigen Gesellschaft hat ihre zentrale Kommunikationsaufgabe in der Verkündigung des Evangeliums. Diese muss sie in hermeneutischer Verantwortung wahrnehmen. Die Kirche muss sich aber auch ausdrücklich als Institution begreifen, die innerhalb unserer Gesellschaft handelt und wahrgenommen wird. Sie ist als eine Organisation verfasst, in der etwa die Fragen nach einer angemessenen Kirchenleitung von hoher Bedeutung sind. Bei der Aufgabe der Kommunikation können gerade an dieser Stelle durchaus Spannungen auftreten.

Diese komplexen Fragen sollen auf der Jahrestagung gründlich bedacht und diskutiert werden. Die Wahrnehmungen der Vortragenden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven der Theologie und der Sozialwissenschaften sind dazu ebenso erforderlich wie die pluralen Erfahrungen aus den Vollzügen kirchlicher Praxis und des Lebens der Teilnehmenden in der Kirche überhaupt

 

Christine Gerber, Jahrgang 1963, Professorin für Neues Testament an der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Paulus und Paulusschule, hellenistisches Judentum, feministische Theologie, Methodenfragen.

Hans-Peter Großhans, Jahrgang 1958, Professor für Systematische Theologie an der Universität Münster. Forschungsschwerpunkte: Ekklesiologie, Gotteslehre, Ökumene, Christentum in der Gegenwart, Hermeneutik und Religionsphilosophie.

Claudia Lepp , Jahrgang 1965, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München. Forschungsschwerpunkte: Religions- und Kirchengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Christoph Meyns, Jahrgang 1962, Dr. theol., Landesbischof der Evangelischlutherischen Landeskirche in Braunschweig. Publikationen u.a. zum Verhältnis von Kirche und Ökonomie sowie zu kirchlichen Organisationsformen.

Claudia Schulz, Jahrgang 1968, Professorin für Theorie und Praxis der Diakoniewissenschaft und der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Forschungsschwerpunkte: Empirische Sozialforschung und Evaluation, Religions- und Kirchensoziologie, Milieus und Zielgruppen in Kirche und Diakonie, Sozialethik

Birgit Weyel, Jahrgang 1964, Professorin für Praktische Theologie an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Empirische Religionsforschung, Poimenik und Kasualtheorie.

 

 

16. Jahrestagung 2014

 

Verbindlichkeit und Pluralität

Die Schrift in der Praxis des Glaubens

 

 

24.-26.2.2014

Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar

Die biblischen Schriften reden in einer großen Vielfalt vom Gottes- und vom Christusglauben. Sie sind über viele Jahrhunderte hinweg entstanden, sie entstammen unterschiedlichen kulturellen Umgebungen und wurden von Menschen verschiedenster Herkunft geschrieben, bearbeitet und überliefert. Die historische Vielfalt der biblischen Schriften ist kaum übersehbar.

Dennoch haben die biblischen Texte bis heute einen besonderen Rang in der christlichen Tradition, wie es auch die reformatorische Wendung sola scriptura zum Ausdruck bringt. In der Praxis der glaubenden Menschen und für das Handeln im Raum der Kirchen werden sie oft mit dem Anspruch besonderer Autorität und Verbindlichkeit eingesetzt und in Erinnerung gebracht. Die notwendige historische Betrachtung dieser heterogenen Texte macht es schwer, eine mit den biblischen Schriften gegebene Verbindlichkeit als selbstverständlich anzunehmen. Zumindest muss eine solche gut begründet werden.

Einer behaupteten, erfahrenen oder auch nur erwünschten Verbindlichkeit steht eine mehrfache Pluralität gegenüber. Zu der Vielfalt der Schriften kommen die unterschiedlichen Auslegungsweisen in der Geschichte und in der jeweiligen Gegenwart hinzu. In einer sich immer mehr ausdifferenzierenden Welt werden auch die Umgangsweisen mit den biblischen Texten pluralisiert. Lange behauptete oder auch vorausgesetzte Verbindlichkeiten verlieren ihre Plausibilität und müssen neu formuliert werden.

Verbindlichkeit und Pluralität schließen sich gegenseitig nicht aus. Beide Pole müssen im Umgang mit den biblischen Schriften aber erst verstanden und für die je eigene Praxis beschrieben werden. An Themen, die in den biblischen Texten selbst zu finden sind oder die aus der gegenwärtigen Praxis des Glaubens entwachsen, kann dieses Verhältnis genauer bestimmt werden.

 

Melanie Köhlmoos, Jahrgang 1966, Professorin für Altes Testament an der Universität Frankfurt/Main. Forschungsschwerpunkte: Alttestamentliche Literaturwissenschaft, Bibelübersetzungen, Methodik der Exegese, Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt.

Hendrik Munsonius, Jahrgang 1973, Dr. iur., Master of Theology, Oberkirchenrat, Referent im Kirchenrechtlichen Institut der EKD Göttingen. Zahlreiche Publikationen zu kirchenrechtlichen Fragen.

Enno Edzard Popkes, Jahrgang 1969, Professor für Geschichte und Archäologie des frühen Christentums an der Universität Kiel. Forschungsschwerpunkte: Gnosis, Thomasevangelium und apokryphes Schrifttum, Qumran, Johannesevangelium.

Thomas Schlag, Jahrgang 1965, Professor für Praktische Theologie an der Universität Zürich. Zahlreiche Publikationen zu Religionspädagogik, Kirchen- und Gemeindeentwicklung, Pastoraltheologie, Jugendtheologie und zur Evaluation religiöser Praxis.

Notger Slenczka, Jahrgang 1960, Professor für Systematische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin. Zahlreiche Publikationen zur erfahrungstheologischen Begründung der normativen Größen von Schrift und Bekenntnis, zu Theologiegeschichte, theologischer Ethik und Ökumene.

Michael Theobald, Jahrgang 1948, Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: neutestamentliche Passionserzählungen, Johannesevangelium, neutestamentliche Briefliteratur.

 

Eine Retrospektive zur letzten Tagung finden sie hier.

 

Interessenten an einer Mitgliedschaft
werden freundlich gebeten, sich an den Vorsitzenden zu wenden:

Professor Dr. Christof Landmesser
Evangelisch-Theologische Fakultät der
Eberhard Karls Universität Tübingen
Liebermeisterstr. 12, D-72076 Tübingen

Weitere Informationen:
www.bultmann-gesellschaft.net

 

 

 

 

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