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15. Jahrestagung 2013
Normative Erinnerung
Der biblische Kanon zwischen Tradition und Konstruktion
25.-27.2.2013
Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar
Was macht die biblischen Texte für den Glauben und für die Theologie zu einem Kanon? Was ist ein Kanon überhaupt? Welche Gestalt des biblischen Kanons ist für die christliche Tradition verbindlich? Gibt es eine solche Verbindlichkeit und was wäre mit ihr gemeint? Ist die Rede von einem Kanon in einer pluralen Welt noch sinnvoll und möglich, ohne sich den religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Diskursen unsachgemäß zu entziehen?
Die Rede vom biblischen Kanon verschafft auf einen ersten Blick Gewissheiten. Der Kanon liegt aber nicht einfach vor, er ist geschichtlich gewachsen und sein Umfang wird unterschiedlich bestimmt. Die vielfältigen Texte des biblischen Kanons öffnen Sinnwelten, die nicht einfach miteinander zu vereinbaren sind. Auch Widersprüchliches und Abwegiges ist zu entdecken, Redeweisen vergangener Zeiten, die nicht wiederholt werden können.
Die Frage danach, was die Texte miteinander verbindet, drängt sich auf. Der Gottesglaube prägt beide Testamente, er findet im Christusglauben eine besondere Gestalt. Es werden für den Glauben und sein Selbst-, Welt- und Gottesverständnis bedeutsame Geschichten erzählt. Erinnerung und Normativität verbinden sich in der Interpretation dieser Texte.
Das historische Bewusstsein nimmt diese mit einem Kanon, gleich welcher Art, verbundene Spannung wahr. Die Tradition der Schriftauslegung formt unser Bild vom Kanon ebensowie dies abhängig ist von unseren Glaubensweisen und Verstehenskontexten.
Wie unter gegenwärtigen Bedingungen sinnvoll vom biblischen Kanon geredet werden kann, wie das Verhältnis von Normativität und Interpretation beschrieben werden kann, soll untersucht und ausführlich diskutiert werden. Die biblischen und historischen Perspektiven, die konfessionellen und ökumenischen Einflüsse sind dabei ebenso wichtig wie die Frage nach dem systematischen und kulturellen Ort der Rede vom biblischen Kanon.
Klaus Fitschen, Jahrgang 1961, Professor für Neuere und Neueste Kirchengeschichte an der Universität Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Christentums in überkonfessioneller Perspektive von der Aufklärung bis in die Gegenwart.
Johannes Friedrich, Jahrgang 1948, Dr. theol., Landesbischof a.D. der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, z.Zt. wieder im Pfarrdienst, Mitglied des Rates der EKD. Publikationen zu Themen des Neuen Testaments, zu kirchlichen, ökumenischen und sozialethischen Fragen.
Elisabeth Gräb-Schmidt, Jahrgang 1956, Professorin für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Universität in Tübingen. Zahlreiche Publikationen zu Kulturhermeneutik, Lebensphilosophie, interreligiösem Dialog, Ethik.
Klaas Huizing, Jahrgang 1958, Professor für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen an der Universität Würzburg sowie Schriftsteller. Forschungsschwerpunkte: Hermeneutik, Schrifttheologie, Anthropologie.
Andreas Lindemann, Jahrgang 1943, Professor für Neues Testament 1978 bis 2009 an der Kirchlichen Hochschule in Bethel. Forschungsschwerpunkte: Paulus, synoptische Evangelien, Kirchen- und Theologiegeschichte des 2. Jahrhunderts.
Jürgen van Oorschot, Jahrgang 1957, Professor für Altes Testament an der Universität in Erlangen. Zahlreiche Publikationen zu alttestamentlicher Anthropologie, Weisheit, Prophetie und Kanonisierungsprozessen.
Eine Retrospektive zur letzten Tagung finden sie hier.
Interessenten an einer Mitgliedschaft
werden freundlich gebeten, sich an den Vorsitzenden zu wenden:
Professor Dr. Christof Landmesser
Evangelisch-Theologische Fakultät der
Eberhard Karls Universität Tübingen
Liebermeisterstr. 12, D-72076 Tübingen
Weitere Informationen:
www.bultmann-gesellschaft.net