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Colloquium Series (Spring 2001)

Last update: March 2001

All talks take place in an informal setting, last for about 45 min. and are followed by informal discussions and refreshments.

Location (if not stated otherwise): Prominentenzimmer, Hauptgebäude

 


April 3, 2001, 17:00
Zoltán Kövecses, Linguistics, ELTE-Budapest, Hungary
Language, Emotion and Mind

This talk will discuss the issue of how the system of emotion concepts is embedded in a folk theory of the mind. I will approach this problem with the tools of cognitive linguistics, especially with the theory of conceptual metaphor. I will first present a metaphor analysis of some select emotion concepts (anger, love, fear) in an effort to uncover the system that may underlie such concepts. I will propose that this emerging system is best thought of as a metaphorical FORCE system (yielding the EMOTIONS ARE PHYSICAL FORCES master metaphor for emotion). Second, I will show that the emerging system for the emotions forms a part of what Lakoff and Johnson (Lakoff, 1993 and Lakoff and Johnson, 1999) call the EVENT STRUCTURE metaphor, in which CAUSES are metaphorically viewed as FORCES. Third, I will compare the EMOTION-AS-FORCE system with metaphorical conceptions of other major "faculties" of the mind, such as morality (based on work by Lakoff, 1996) and rational thought (based on Jakel, 1995). In the end, I will suggest that these subsystems of the folk theory of the mind form a coherent and tightly integrated larger system, in which the three subsystems (emotion, morality, and rational thought) are all based on the same metaphorical source domain of PHYSICAL FORCE but in different configurations.

 


April 10, 2001, 17:00
Michael Kimmel, Linguistics, Uni Wien und IHS
Strukturen bildhaft-verräumlichten Denkens und kulturelle Modelle- was der "image schema" Ansatz in der kognitiven Anthropologie leisten kann

Ziel des Vortrags ist es Konvergenzen von Theorieelementen der kognitiven Linguistik mit Problemstellungen der kognitiven Anthropologie aufzuzeigen, insbesondere die Anwendbarkeit auf komplexe Sequenzen wie Ritual, Musik und Narrative. Theoretischer Ausgangspunkt ist der kognitionslinguistische Ansatz über verräumlichtes und kinästhetisch basiertes Denken (George Lakoff, Ronald Langacker), der abstraktes Denken auf Basis dessen erklärt. So werden Kategorien als Container mit prototypischen Zentren und weniger typischen Peripherien konzeptualisiert, abstrakte Kausalität als eine Billiard-Kugeln ähnliche Impetuskette, und Handlungsabschnitte von Ereignissen als Räume mit Teilen und Verbindungen. Zentral sind hier aus konkreten Vorstellungsinhalten herausgefilterte Strukturschemata ("image schemas", VORSTELLUNGSSCHEMATA). Vorstellungsschemata wie Verbindung, Container, Oben-unten, Zentrum-Peripherie, Balance, Zyklus, Kraft, oder Bewegung auf einer Bahn finden sich (in verschiedener Funktion und Zusammensetzung) in den unterschiedlichsten kulturellen Gedankengebilden wieder. Anthropologische Fragestellungen nach komplexer und eingebetteter Kognition sind in dem linguistischen Ansatz zwar angelegt, aber (u.a. aufgrund methodologischer Probleme) wenig implementiert. Drei derartige Fragen möchte ich exemplarisch hervorgreifen: (1) Kann es im Denken allgemeine "Werkzeuge" geben, die verräumlicht sind? (2) Wie könnte man die Interpretation von Sequenzen durch verräumlichte Modelle verstehen? (3) Wie ist Multimedialität durch den Ansatz erklärbar?

1. In Anlehnung an George Lakoff's sogenannte "spatialization of form" Hypothese argumentiere ich, daß zum Verstehen komplexer Sequenzen eine parallel-verarbeitete Ebene eines verräumlichten Grundskeletts des Vorgangs notwendig ist, in die wir Detailinformationen erst einordnen: Während wir im Vordergrund kognitiven Input, etwa einer vorgängigen Predigt oder Ansprache, zu verstehen versuchen, verf&uaml;gen wir im Hintergrund unseres Denkens über ein paralleles Modell, welches sich verräumlichter Bildvorstellungen bedient und so den Gesamtvorgang (vor-)strukturiert. Ein religiöser Kontext könnte demnach erstens als sequentiell verkettetes -weil kausal verknüpftes - Ereignis und zweitens als hervorgehobener - weil zum Alltagskontext in Kontrast gesetzter - Raumbehälter erfaßt werden.

2. Allgemein können in der Kognition mittlerer und längerer Sequenzen zwei Formen der bildhaften Verarbeitung unterschieden werden: einerseits strukturerfassende Vorstellungsgestalten und anderseits inhaltsverdichtende Gestalten (sog. "plot-genes"). Das Phänomen der "Ikonizität" (=Beziehungen von Form und Inhalt) ist weniger eine dritte Ebene sui generis, sondern kann als Mapping zwischen diesen beiden Ebene erklärt werden.

3. Es kann gezeigt werden, daß die Struktur (1) von Gegenständen und Emblemen, (2) von sprachlich evozierten Vorstellungsbildern, (3) von linguistischen Oberflächenmerkmalen, (4) von Handlungsabläufen und von (5) körperlicher Propriozeption schematische Analogien aufweisen und so Mappings zwischen ihnen möglich sind. Eine wichtige Funktion solcher v.a. im Ritualbereich häufigen Mappings ist, daß kulturelle Kernthemen konstituiert werden.

 


April 24, 2001, 17:00
Steven Boker, Psychology, Univ. of Notre Dame, USA
Postural stabilization: Monolithic or coupled control systems?

In upright stance, sensory information from the visual, auditory, proprioceptive and vestibular systems is mapped onto appropriate muscle groups in a manner that will maintain balance. This mapping can be thought of as a control system that applies muscular force in a spatiotemporally appropriate fashion, detecting self--movement and generating neuromuscular actions in opposition to the perceived self--motion. In the current experiment, optical flow was manipulated by having subjects stand at one of three distances from a target on which they fixed their gaze. Head and sacrum position measurements were acquired simultaneously during 90 second trials. Analysis of coordination between the head position and sacrum positions supports models of postural control in which visual and proprioceptive information are controlled by separate but coupled systems. One possible explanation for this finding is that each of these two coupled subsystems includes a dynamical forcing component that serves to keep visual and proprioceptive input above detection thresholds and provides a momentum component to the head and torso that reduces the effect of small errors in muscle activation.

 


May 8, 2001, 17:00
Kathleen Eberhard, Psychology, Univ. of Notre Dame, USA
Investigating the effects of linquistic and situational factors on formulating unambiguous referential expressions

The process of formulating unambiguous spoken referential expressions was investigated by recording speakers' eye movements as they described actions involving common objects. Analyses revealed systematic relations between the duration and location of speakers' fixations and the contents of their utterances, thus providing unique insight into the real-time process by which speakers select for verbal expression the necessary information for identifying their intended referents.

 


May 15, 2001, 17:00
Giuliana Sabbatini, Datenbanken u. Expertensysteme, TU Wien
Seminarraum, Inst. f. Wissenschaftstheorie
Dynamische Informationsagenten - Probleme und Vorschläge aus dem Bereich der deklarativen logischen Programmierung

Informationssuche im Web wird aufgrund der unzählig vorhandenen Informationen und Informationsquellen und deren heterogener und dynamischer Natur immer komplizierter. Welche Rolle können "intelligente" Informationsagenten und Multiagenten-Systeme dabei spielen, und welche Probleme sollen sie angehen? Welche Fähigkeiten sind dazu notwendig? Wie und wo können Methode der deklarativen logischen Programmierung und im allgemeinen der deklarativen Wissensrepräsentation in der Realisierung von Reasoning Capabilities eingesetzt werden?

 


May 22, 2001, 17:00
Mark Smith, Psychology, Warwick University, UK
Relative clause acquisition and the development of false belief reasoning

 


May 29, 2001, 17:00
Johannes Brandl, Philosophie, Uni Salzburg
Das Problem des phänomenalen Bewusstseins und seine repräsentationalen Lösungsversuche

In den letzten Jahren sind verschiedene Versuche unternommen worden, das phänomenale Bewusstsein, welches bei Empfindungen und Sinneseindrücken auftritt, mittels der repräsentationalen Eigenschaften der daran beteiligten mentalen Vorgänge zu erklären: Entweder beruft man sich dabei auf das Zusammenspiel von kognitiven und nicht-kognitiven Vorgängen (Tye, Dretske) oder auf repräsentationale Vorgänge höherer Ordnung (Lycan, Carruthers). Ich werde in diesem Vortrag argumentieren, dass beide Strategien noch keine wirklich befriedigende Erklärung der phänomenalen Qualität von Empfindungen und Sinneseindrücken liefern. Dazu ist es erforderlich, einen noch engeren Zusammenhang herzustellen zwischen den repräsentationalen Eigenschaften mentaler Vorgänge und ihrer phänomenalen Qualität. Eine mögliche Lösung könnte hier die Idee des sekundären Bewusstseins liefern, wie sie in der Theorie der Intentionalität von Franz Brentano zu finden ist.

 

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