[ HOMEPAGE | CONFERENCES | MEMBERSHIP ]

Kolloquienserie Winter Semester 98/99

Last update: 28 Oct 1998

Die Vorträge finden als informelle, ca. 30 minütige Präsentationen statt, mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion.

Ort: SE-Raum des Inst. f. Wissenschaftstheorie & -forschung, Sensengasse 8, Erdgeschoß
Zeit: jeweils Dienstag um 18.00

Potentielle Vortragende bitte ein Email mit Inhalt des Vortrags an Matthias Scheutz schicken.


3 November 1998
Franz Günther Winkler
Ein holistischer Zugang zum Repräsentationsproblem

Es werden zunächst zwei Aspekte vorgestellt, die mit der Annahme mentaler Repräsentationen verbunden sind:

1) Verrechungsaspekt - Kognition als Verrechnung von Repräsentationen
2) Bedeutungsaspekt - Repräsentationen beziehen sich auf etwas Bestehenden Ansätzen zur Repräsentations-Problematik können unterschiedliche Gewichtungen dieser Aspekte zugeordnet werden. In nächsten Schritt wird den beiden Aspekten ein unterschiedlicher Umgang mit den Dimensionen Raum und Zeit beigestellt:

1) (Deterministische) Verrechnung funktioniert genau dann, wenn die verrechneten Entitäten im Raum ("Repräsentations-Raum") definiert werden können. Dem strukturierten Raum mit eindeutig trennbaren Entitäten steht dabei die unstrukturierte, "lineare" Zeit der Verrechnung gegenüber, die eine Beziehung zwischen den Verarbeitungsschritten herstellt.
2) Bedeutung kann als Beziehung im Raum (etwa zwischen "Objekt" und "Repräsentation") aufgefasst werden. Bedeutung entsteht dadurch, dass die Entitäten, die sich aufeinander beziehen, in einem Interaktions-Prozess stehen. Zeitliche Folgen sind dabei nicht allein durch die lokale Verrechnung in nur einem Teil gegeben. Zur Auflösung der Widersprüche zwischen den Sichtweisen wird ein holistischer Zugang vorgeschlagen, der eine prinzipielle Dualität zwischen Aspektpaaren der Beschreibung umfasst. Daraus ergeben sich unmittelbar systemtheoretische Konsequenzen, und zwar ein alternatives Verständnis von "Selbstorganisation", "Emergenz", "Teil-Ganzes-Beziehung". Das kognitive Szenario kann nun als Überlappung zweier Systemzusammenhänge beschrieben werden, und zwar einerseits das kognitiven System selbst und andererseits das System "kognitives System <==> Umwelt". Verrechnung ist dabei ein ("lokales") Phänomen des kognitiven Systems und Bedeutung ein ("nichtlokales") Phänomen des Gesamtsystems.


17 November 1998
Adi Heschl
Perspektiven einer vereinheitlichten Evolutionstheorie

Seit Darwin gibt es eine m.o.w. kontinuierliche Diskussion ueber die tatsaechliche Reichweite seiner Evolutionstheorie und im Prinzip hat sich dabei bis heute eine Art ideologischer Kompromiss gehalten, der einerseits zwar die Entwicklung rein koerperlicher Merkmale des Menschen schon laengst - der Papst allerdings erst im letzten Jahr - sehr wohl der biologischen Evolution zurechnet, die Entstehung der eigentlich humanspezifischen Merkmale wie Lernfaehigkeit, Denken und Sprache aber einer besonderen "kulturellen Evolution" vorbehalten sehen moechte. Die moderne Verhaltensforschung und, mit ihr im Gefolge, die von Konrad Lorenz mitbegruendete evolutionaere Erkenntnistheorie hat diesen Kompromiss nun neuerlich ins Schwanken gebracht. Dies ist aber noch nicht alles: Weit hinausgehend ueber eine bloss aeusserliche Analogie, wie sie inzwischen von vielen sogenannten "Evolutionisten" - von David Campbell ueber David Hull bis hin zum Modephilosophen Daniel Dennett - vertreten wird, kann heute auf naturwissenschaftlicher Basis gezeigt werden, dass 1.) die biologische Evolution tatsaechlich mit der Entwicklung kognitiver Systeme gleichgesetzt werden kann (Heschl 1990) und 2.) die Mechanismen von Erkenntnisgewinn und Evolution als einheitlich und zudem universell gueltig verstanden werden koennen. Damit kommt aber der Evolutionsbiologie eine bislang weitgehend unterschaetzte Rolle bei der Entwicklung einer umfassenden "cognitive science" zu.


1. Dezember 1998
Der Vortrag von Rainer Maderthaner muss leider entfallen, wird aber nächstes Semester nachgeholt.

15. Dezember 1998
Georg Dorffner
Grammatiklernen, rekurrente neuronale Netze und dynamische Systeme

Ausgehend von Arbeiten aus dem Konnektionismus (Elman, Pollack, Seidenberg) zum Erlernen einfacher Syntax (Grammatik) aus Beispielen sollen einige Ansaetze in Richtung eines plausiblen Modells des Grammatiklernens im Sprachwererb vorgestellt und diskutiert werden. Insbesondere soll auf die Struktur des Zustandsraumes in rekurrenten neuronalen Netzen und verwandten Modellen eingegangen werden. Arbeiten am OeFAI (Tino, Tino & Dorffner) haben anhand eines Vorschlags auf Basis iterierter Funktionensysteme (IFS) gezeigt, dass schrittweise Erweiterungen regulaerer Grammatiken lernbar sind. Nun soll dieser Ansatz auf die Modellierung des grammatischen Spracherwerbs angewendet werden. Erste Ideen und vorlaeufige Resultate dazu werden vorgestellt.


12. Januar 1999
Claudia Mongini
Vortrag wurde auf 26.1.99 verschoben


26. Januar 1999
Claudia Mongini
A dynamical model for single-cell and ensemble recordings under epileptic conditions

A phenomenological model is proposed for the interrelationship between the single-neuron and ensemble activity in the hippocampal CA1 region under epileptic conditions. The model is based on "mimiks" experimental intracellular and ensemble recordings in vitro and in vivo. On the intracellular level, the model describes the pre-seizure, seizure, refractory time via two two stochastic differential equations of first order. The single-neuron dynamics are related to the considered ensemble of neurons via order-parameters.


[ HOMEPAGE | CONFERENCES | MEMBERSHIP ]

Maintained by Matthias Scheutz