Workshop Forschungsethik

Anything goes? Ethische Perspektiven und Herausforderungen onlinebasierter Forschung

Präsentation

PRE-TAGUNGS WORKSHOP | DO 13:00 – 18:00 | Ort: IPK Raum 7.03  (7. Stock)
Organisation: Nele Heise (Hans-Bredow-Institut Hamburg)
Beschränkt auf 25 TeilnehmerInnen

Welche ethischen Herausforderungen und Probleme begegnen uns bei onlinebasierten Forschungsverfahren? Wie kann man ihnen im Rahmen des gesamten Forschungsprozesses adäquat begegnen und welche Lösungsansätze haben sich bereits etabliert? Diese Fragen stellen sich nicht erst vor dem Hintergrund neuer methodischer Ansätze wie so genannten „big data“-Analysen – schon länger stehen (nicht nur) Medien- und Kommunikationswissenschaftler vor dem Dilemma einer Abwägung zwischen technischer Machbarkeit und ethischer Vertretbarkeit ihrer Forschung. Dennoch existiert, zumindest in der deutschsprachigen Forschungslandschaft, bislang kein übergreifender, öffentlicher Diskurs zu diesen Fragen. Ein eintägiger Workshop mit 20 Forscher/-innen aus unterschiedlichen methodischen und thematischen Hintergründen soll daher den aktuellen Kenntnisstand zusammentragen und diskutieren, relevante offene Fragen sowie praktische Ansätze zu ihrer Beantwortung ermitteln.

Ziel des Workshops ist es einerseits, eine methodenübergreifende Übersicht über potenzielle Problemlagen bestimmter Forschungsverfahren zu erarbeiten, den aktuellen Stand (internationaler) Diskussionen vorzustellen und spezifische (z.B. datenschutzrechtliche) Heraus- und Anforderungen onlinebasierter Forschung im deutschsprachigen Raum aufzuzeigen. Andererseits sollen im Rahmen des Workshops Lösungsansätze und forschungsethische Strategien anhand konkreter Forschungsprojekte der Teilnehmer diskutiert werden, um “best practices” zu identifizieren.

Zielgruppe des Workshops sind entsprechend KollegInnen mit Forschungserfahrung, die vor ethischen Herausforderungen in der Forschung zu internetbasierten sozialen Kommunikationsprozessen stehen oder gestanden sind.

Ablauf

Der halbtägige Workshop beginnt um 13.00 Uhr mit einem Problemaufriss (Impulsvortrag von Nele Heise). Anschließend werden in zwei thematischen Blöcken verschiedene Fragen und Facetten von Onlineforschungsethik behandelt werden, wie der Zugang zu bestimmten „Kommunikationsräumen“, die Öffentlichkeit/Privatheit von Daten, die Notwendigkeit und Einholung von „informed consent“, die Anonymisierung und Publikation von Daten, Datenschutz und ggf. auch rechtliche Aspekte. Dabei soll sich der Workshop aus der konkreten Alltagspraxis der teilnehmenden Onlineforscher speisen sowie individuelle Lösungsstrategien (aus eigenen Projekten) vorgestellt, diskutiert und gesammelt werden. Auch die sich im Rahmen aktueller Projekte der Teilnehmerstellenden Herausforderungen können (z. B. in Form von 5-minütigen Impulsen) behandelt werden. Darüber hinaus sollen wichtige Ankerpunkte im Forschungsprozess und mögliche „best practices“ sowie mögliche zukünftige Herausforderungen identifiziert  werden.

Die Nachhaltigkeit des Workshops soll durch die Veröffentlichung der Workshop‐Ergebnisse als Handreichung/White Paper über die Verteiler und Webseite der CvK-Fachgruppe gesichert werden. Weitere Dokumentationsschritte sind denkbar (z. B. im Ethik-Wiki der „Association of Internet Researchers“). Besonderes Augenmerk richten die Veranstalter dabei auf die öffentliche Zugänglichkeit und breite Bekanntmachung der Dokumente (die wiederum in der Lehre und Methodenausbildung Verwendung finden können).

Zeitplan Inhalte
ab 12.30 Uhr Ankunft der Teilnehmer
13.00-13.30 Begrüßung, Vorstellung Ablauf & Teilnehmer
13.30‐14.15 Uhr Impulsvortrag & Diskussion: “State of the Art: Forschungsethik & Onlineforschung” (Nele Heise)
14.15‐14.30 Uhr Kaffeepause
14.30-15.30 Uhr Themenblock I
15.30-15.45 Uhr Kaffeepause
15.45-17.30 Uhr Themenblock II
17.30-18.00 Uhr Round Up & Verabschiedung
ab 19.00 Uhr Teilnahme am Get Together der Fachgruppe

 

Teilnahme

Der Gegenstand des Workshops ist methodenübergreifend relevant: Er verlangt die Einsicht von ForscherInnen, die in ihrer alltäglichen Praxis mit standardisierten Verfahren (z. B. Online-Befragung, Netzwerk- und Inhaltsanalysen) und/oder nicht-standardisierten Verfahren (z.B. teilnehmende Beobachtung, Online-Ethnographie) befasst sind. Mit Blick auf eine angestrebte Vielfalt vertretener Methoden und Forschungsobjekte wurde ein Teil der Teilnehmer eingeladen.

Für die offen ausgeschriebenen Plätze können sie sich von 2. bis 11. 25. Oktober anmelden. Bitte schicken Sie dazu ein E-Mail an n.heise@hans-bredow-institut.de, indem sie (a) kurz ihre Forschungstätigkeit , (b) die ethischen Herausforderungen bei dieser Forschung, und (c) ihren möglichen Beitrag für den Workshop skizzieren (insgesamt bitte maximal eine halbe Seite Text!). Sie bekommen bis 15. Oktober über den Status ihrer Anmeldung bescheid. Falls es weniger Plätze als Anmeldungen gibt, bitten wir schon jetzt um Verständnis, dass wir nicht alle Anmeldungen berücksichtigen können. In diesem Fall wird auf Basis des jeweiligen thematischen Fokus der Vorschläge ausgewählt.

Die Teilnahme am Workshop selbst ist kostenlos; ein Unkostenbeitrag von 5 € für die Verpflegung in den Kaffeepausen ist vor Ort zu entrichten.