Am 9. und 10.November 2006 fand an der Universität Wien eine Tagung der EFOS (European Federation of Older Students) statt. Mag.a Gerti Zupanich, ÖH-Referentin für ältere Studierende, fasst zusammen:
Vizerektor Mettinger eröffnet die Tagung
Die EFOS (European Federation of Older Students) vertritt die Anliegen älterer Studierender an den europäischen Universitäten.
Das betrifft sowohl die Förderung und Sicherung der Weiterbildung auf universitärer Ebene, als auch die Vertretung bildungspolitischer Anliegen in der Öffentlichkeit. (Die EFOS hat als NGO bei der UNO beratenden Status. )
Zweimal pro Jahr findet ein Treffen der Mitglieder zum Erfahrungsaustausch statt. Gastgeber ist jeweils ein anderes Land und seine Universitäten.
Bei der Tagung in Wien in den Räumen der Hauptuniversität kamen TeilnehmerInnen aus Deutschland, den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Slowakischen Republik, Polen und Schweden zusammen. Unsere Gäste waren von Wien und auch der Alma Mater Rudolphina sehr beeindruckt.
Unser Vizerektor für Lehre und Internationales, Prof. Dr. Arthur Mettinger, eröffnete die Tagung mit einer kurzen Ansprache. Er beschrieb die notwendigen Veränderungen, die durch die Umsetzung des Bologna Prozesses auf Bakkalaureat- und Masterstudium bis 2008 an der Universität zu bewältigen sind. Ein langfristiges Ziel der Universitäten in Bezug auf „Lebens-Langes-Lernen“ (LLL) ist die flexiblere Gestaltung der curricularen Module, sowie der Anrechnungsmethoden für erworbene Vorbildung(en). Letzteres würde sowohl den älteren, als auch den bereits im Beruf stehenden Studierenden verstärkt entgegen kommen.
Ältere Studierende in Österreich und anderswo
Bei der daran anschließenden Präsentation von institutionellen Formen der Weiterbildung für Ältere in anderen Ländern wurden Unterschiede zu Österreich deutlich:
Das betrifft sowohl den Zugang, die Unterstützung durch universitäre LekotorInnen, als auch die finanzielle und räumliche Bereitstellung der Mittel.
Anders als in Österreich sind die meisten SeniorInnenstudien anderer Länder zwar an die jeweiligen Universitäten angebunden, besuchen aber spezifische Kurse/ Studien für Ältere. Die Lehrveranstaltungen für Ältere werden meist von universitäts-internen WissenschafterInnen gehalten, die Inhalte der Curricula aber, sowie die Möglichkeiten, den Kurs oder das Studium abzuschließen, können sich jedoch von "regulären" Studien unterscheiden.
Die für diese Kurse/Studien zu entrichtenden Gebühren sind meist niedrig und den finanziellen Verhältnissen angepasst.
In Österreich ist der volle Studienbeitrag zu bezahlen, es gibt seit Einführung der Studiengebühren auch keinen GasthörerInnen-Status.
Weiterbildung für ältere Menschen: Wozu?
Darüber hinaus wurde diskutiert, worin der Stellenwert von Weiterbildung einer älteren Generation liegt.
Fortbildung älterer Menschen, wenn diese nicht mehr im Berufsleben stehen, ist nicht ökonomisierbar und damit "weniger wert". Diese Einstellung ist weit verbreitet und wird von der EFOS kritisiert.
Wir Ältere sehen unseren Stellenwert im volkswirtschaftlichen Nutzen. Geistig und sozial aktive Menschen im fortgeschrittenen Alter sind weniger krank - sowohl physisch als auch psychisch - und entlasten so das öffentliche Gesundheits- und Pflegesystem. Ältere Menschen können ihre Erfahrungen an jüngere Generationen weitergeben und auf diese Weise einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten.
Vom "Lebenslangen Lernen" profitiert also nicht nur das Individuum, sondern auch die Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund wurden folgende Tagungsziele beschlossen: Die im Rahmen der EFOS bereits angedachten Projekte innerhalb von 2-3 Jahren zu Ende zu bringen und ein Schreiben an den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss zu richten, der die Umsetzung von LLL nachdrücklich einfordert und auf die Vorteile für die Allgemeinheit hinweist.
Diesen Artikel verfasste Mag.a Gerti Zupanich, online gestellt am 27.November 2006.
Links:
ÖH-Referat für ältere Studierende
EFOS - European Federation of Older Students
Forum Senioren-Studium Deutschland
...bietet einen guten Überblick über das Angebot in Deutschland
Zur Linksammlung zum Thema "Alter"



