Bericht über Erfahrungen als ältere Studierende an der Universität Wien

Mein Name ist Renate und ich studiere an der Universität Wien. Als VS-Lehrerin bin ich mit 56 Jahren in den Vorruhestand gegangen. Einerseits, um zu studieren und noch etwas Neues zu beginnen/neue Erfahrungen zu sammeln und andererseits, weil ich schlichtweg ein neugieriger, wissenshungriger Mensch bin. Eigentlich wollte ich Botanik oder Geschichte studieren, doch dann ließ ich mich von meinem Mann davon überzeugen, dass es besser für mich ist, Ethnologie zu studieren, da ich vor fast 25 Jahren bereits damit begonnen hatte. Diesen Entschluss habe ich bis jetzt nicht bereut, ganz im Gegenteil!

Der Studienbeginn war hart. Es begann bereits mit dem Inskribieren und all den Formalitäten. Auch der Rollentausch, dass nicht ich vorne stehe und erzähle, sondern die „Schülerin“ bin und aufpassen muss, bedurfte einer Eingewöhnungsphase. Nach langer Zeit wieder aktiv zu lernen und Prüfungen abzulegen (bei denen ich jedes Mal ziemlich nervös war), war auch nicht so einfach. 

Beim Lernen selbst weiß ich nicht, ob ich mehr oder weniger Zeit brauche wie andere StudentInnen, denn das ist ja individuell. Ich kann es nur im Vergleich zu meiner Jugend sagen und da ist der einzige Unterschied, dass ich es jetzt ernster nehme, früher war ich irgendwie lässiger und jetzt nehme ich es mit dem Lernen genauer. Auch sonst finde ich im Vergleich zu den anderen Studierenden keinen Unterschied, wenn er da ist, bemerke ich ihn nicht. 

Da ich in Hellmonsödt bei Linz lebe, fahre ich wöchentlich für 2-3 Tage nach Wien. Anfangs fiel mir das Alleinsein (ohne Familie) in Wien schwer, mittlerweile genieße ich diese Tage. Was mir auch sehr wichtig am Studium ist, ist der soziale Kontakt, den ich mit anderen StudentInnen pflege. 

Ich habe auf der Universität Wien (auch auf der Linzer Uni) nur positive Erfahrungen gemacht, von Seiten der StudentInnen als auch von den ProfessorInnen her. 

Inzwischen habe ich mein Studium abgeschlossen und schreibe an meiner Diplomarbeit, die schwieriger ist, als ich ursprünglich angenommen hatte. 

Im DiplomandInnen-Seminar treffe ich jetzt auf StudentInnen, denen es ähnlich geht wie mir und die auch schon darüber nachdenken, wie es ist, nicht mehr im sozialen Umfeld der Kultur- und Sozialanthropologie zu sein, wenn sie das Studium mit Diplom abgeschlossen haben. Einige haben über eine anschließende Doktorarbeit nachgedacht, was im neuen Studienplan ab 2008 für viele leider nicht mehr möglich sein wird (durch Zugangsbeschränkung und –Schwierigkeiten).

 

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Stand: 06.11.2007
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