FAQ

Wie lasse ich mich zu einem Doktoratsstudium zu?

Nach dem Abschluss eines Magister-, Diplom- oder Master-Studiums hast du die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium zu studieren. Die Zulassung zu einem fachlich folgenden bzw. fachgleichen Studium kann per E-Mail oder persönlich während der Zulassungsfrist an der Universität Wien beantragt werden. Allgemeine Infos findest du auf der Seite des StudentPoints.

Eine Zulassung zu einem fachgleichen Doktoratsstudium (z.B. Masterabschluss Erziehungswissenschaft und Doktoratsstudium mit dem Dissertationsgebiet Erziehungswissenschaft) verläuft meist problemlos. Die Informationen über die Facheinschlägigkeit findest du im Curriculum des jeweiligen Doktoratsstudiums. Möchtest du nicht fachgleich zugelassen werden, muss das abgeschlossene Studium auf Facheinschlägigkeit und Gleichwertigkeit gegenüber dem Doktoratsstudium überprüft werden. In beiden Fällen ist der Weg zum Referat Studienzulassung der Universität Wien unumgänglich.

Wie funktioniert die Zulassung zum Doktorat mit externem Abschluss?

Der Zulassungsprozess zu einem Doktoratsstudium mit externem Abschluss (andere österreichische oder nicht-österreichische Universität, Fachhochschule) ist etwas länger. Hierfür ist zunächst eine online-Erstanmeldung erforderlich. Dann müssen verschiedene Unterlagen postalisch an das Referat Studienzulassung gesendet werden. Eine genaue Auflistung findet sich auf der Seite des StudentPoints. Nach einer gewissen Bearbeitungszeit wird ein Bescheid zugestellt, der entweder positiv ist, positiv mit gewissen Auflagen (zusätzliche Prüfungen, die während des Studiums absolviert werden müssen) oder ein negativer Bescheid. Gegen negative Bescheide kann Widerspruch eingelegt werden.
Ist der Bescheid positiv folgt die persönliche Zulassung im Referat Studienzulassung und das anschließende Einzahlen des (eventuellen) Studien-/ ÖH-Beitrags.

Wer betreut mich? Wie finde ich eine Betreuerin/einen Betreuer?

Den*die Betreuer*in muss sich jede*r angehende Doktorand*in selbst suchen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert darauf zu achten, dass sich der*die Betreuer*in sich in dem jeweiligen Thema auskennt bzw. auch beraten kann. Im neuen Studienplan wird nur noch ein*e Betreuer*in benötigt, es bietet sich aber dennoch an – insbesondere bei interdisziplinären Themen – eine*n zweiten Betreuer/in zu wählen.
Ausnahme: Wenn die*der Erstbetreuer*in nicht an der Universität Wien ist, muss ein*e zweit*e Betreuer*in an der Universität Wien gewählt werden.
Infrage kommende Betreuungspersonen werden per Mail oder persönlich angefragt.

Was beinhaltet das Expose?

Das Expose ist einer der ersten Schritte im Verlauf des Studiums. Das Expose ist die inhaltliche und methodische Rahmensetzung des Forschungsvorhabens. Forschungsfrage, methodische Herangehensweise und Zielsetzung werden in eine Form gebracht. Der aktuelle Forschungsstand und relevante Literatur werden aufgeführt. Weiters sollte ein Zeit- und ein Finanzplan und die Zustimmungserklärung der Betreuer*in/ des Betreuers zum Dissertationsvorhaben enthalten sein. Das Expose ist beim Studienpräses einzureichen und im Rahmen einer öffentlichen Präsentation vorzustellen. Es umfasst etwa zehn Seiten.

FÖP – Was ist das?

Die fakultätsöffentliche Präsentation ist die Vorstellung des Disserationsvorhabens. Anwesend ist der*die Betreuer*in sowie der Doktoratsbeirat. Es dient zur Präsentation des Exposes. Der Doktoratsbeirat kann eine Stellungnahme dazu abgeben.
Die Anmeldung erfolgt im StudierendenServiceCenter.

Wie schließe ich eine Dissertationsvereinbarung ab?

Wird die öffentliche Präsentation als positiv bewertet, wird eine Dissertationsvereinbarung abgeschlossen. Eine positive Bewertung hängt von der Qualität und der Durchführbarkeit ab. Die Doktoratsbeiräte beraten die Studienprogrammleitung.

Wird das Thema nicht genehmigt, kann das Thema zurückgezogen, überarbeitet und später noch einmal präsentiert werden.

Nach einer positiven Beurteilung schließen Doktorand*in und Betreuer*in einen Vertrag ab, in dem die Rechte und Pflichten aller geregelt werden, das Dissertationsvorhaben konkretisiert wird, eine Zeitplan enthalten ist, die zu erbringenden Leistungen (Lehrveranstaltungen, aktive Konferenzteilnahmen) festgehalten und die Feedback-Termine ausgemacht werden.

Wie komme ich zu meinen ECTS?

Die im Studienplan festgelegte ECTS Punktzahl kann durch verschiedene Leistungen erbracht werden. Grundsätzlich wird in der Dissertationsvereinbarung individuell festgelegt welche Lehrveranstaltungen genau dafür besucht werden sollen. Seit der letzten Studienplanänderung ist nun festgeschrieben, dass grundstäzlich keine Lehrveranstaltungen dafür in Frage kommen, die lediglich “soft skills” fördern, wie etwa Sprachkurse, Kurse des Doktorand*innenzentrums etc.

An den meisten Fakultäten ist vorgesehen, zumindest ein Dissertant*innenseminar zu besuchen. Zudem bieten alle Fakultäten Interdisziplinäre Dissertant*innenseminare an. Auch ist es möglich einen Teil der ECTS durch eine (aktive) Konferenzteilnahme zu erlangen.

Achtung: Erst nach dem Abschließen der Dissertationsvereinbarung können ECTS erworben werden. Alle zuvor erworbenen ECTS müssen extra bei der jeweiligen DSPL beantragt werden.

Warum eigentlich Fortschrittsberichte?

Die jährlich einzureichenden Fortschrittsberichte sollen gewährleisten, dass sich jede/r Doktorand/in zumindest einmal im Jahr mit ihrer*seiner Dissertation (Fortschritten) auseinandersetzt und auch die Universität (=DSPL und Betreuer*in) über den Fortschritt informiert wird. Es hat keinerlei Konsequenzen, wenn es keinen “Fortschritt” zu berichten gibt. Achtung: Auch dann muss ein Fortschrittsbericht abgeben werden.

Defensio – Wie verteidige ich meine fertige Arbeit?

Die Modalitäten der Defensio sind im Curriculum des Doktoratsstudiums geregelt, die auf der Seit des StudienServiceCenter zu finden sind. Die Defensio ist in der Regel eine von zwei Teilnoten in der Gesamtbeurteilung. Zur Vorbereitung auf die mündliche Defensio ist es empfehlenswert, bei anderen Defensio zuzuschauen und so einen Eindruck der Situation im Fach zu bekommen.

Welche beruflichen Möglichkeiten habe ich durch ein Doktorat?

Mit einem Doktorat ist nicht zwangsläufig ein Berufsbild verbunden. Insbesondere in Sozial- und Geisteswissenschaften ist es eher die Regel, dass du durch ein Doktorat nicht unmittelbar “den passenden” Beruf finden wirst. Wenn du dich über die Berufsmöglichkeiten in deinem Fach informieren möchtest, sprichst du am besten mit einer Professor*in des Fachbereichs, in dem du deine Doktorarbeit schreiben möchtest. Auch Studienkolleg*innen und Absolvent*innen von Doktoratsstudien können dir sicher beratend zur Seite stehen. Offizielle Auskunft der Universität Wien gibt das Doktorand*innenzentrum.

Wofür ist das Doktorat eigentlich gut?

Was du durch ein Doktorat erreichen möchtest, kannst du dir nur selbst beantworten. Doktoratsstudien geben dir die Möglichkeit, intensiv zu einem Thema zu arbeiten, dass dir besonders am Herzen liegt und zu dem du ein eigenes Verständnis entwickeln möchtest.

Wie finanziere ich das alles?

Ein (international) üblicher Weg zur Finanzierung von Doktorats-Studien ist die Anstellung an der Universität bzw. die Vergabe eines Stipendiums. Diese beiden Möglichkeiten sind in Österreich vergleichsweise wenig ausgebaut, das heißt: Es gibt im internationalen Vergleich deutlich weniger Stellen für Assistent*innen und Stipendien. Statistiken zur sozialen Lage von Doktoratsstudierenden findest du auf der Seite der Studierenden-Sozialerhebung, darin ist ein Teil der sozialen Lage von Doktorand*innen gewidmet.

Berufstätig und trotzdem ein Doktorat?

Ob Job und Dissertation vereinbar sind, ist eine sehr individuelle Frage und bedarf einer persönlichen Einschätzung. Eine Doktorat ist ein umfassendes, komplexes Studium, das viel Zeit und eine intensive Auseinandersetzung mit einem Thema fordert. Ob genügend Kraft und Zeit da ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Viele Doktoratsstudierende sind aber auf eine finanzielle Einnahmequelle angewiesen und brauchen neben dem Studium einen Job.

Muss ich Studiengebühren zahlen?

Für das Doktoratsstudium gilt wie bei allen anderen Studien: Für die Regelstudienzeit + 2 Toleranzsemester bist du Studiengebührenbefreit. Das sind für das Doktorat 8 Semester. Danach werden je nach Herkunftsland Gebühren in Höhe von 363,36 bis 726,72 Euro fällig. in bestimmten Fällen kann eine Befreiung stattfinden (u.a. bei Krankheit, Schwangerschaft, Kinderbetreuung, Berufstätigkeit etc.). Genaue Infos findest du hier.

Rechtliche Grundlagen – wo finde ich die?

Die rechtlichen Grundlagen zum Doktorat finden sich im Universitätsgesetz 2002 (UG 02) und in der Satzung der Uni Wien.