Kirchliche Gerichte bis 1783

Bevor ein stu­dier­ter Jurist als Rechts­ver­tre­ter in einem Ehe­ver­fah­ren tätig wer­den konn­te, muss­te er vom Kon­sis­to­ri­um zuge­las­sen wer­den und den Advo­ka­ten­eid schwö­ren. Mit die­sem Eid ver­pflich­te­te sich der Anwalt, die Inter­es­sen sei­ner Par­tei nach bes­tem Wis­sen, mit allen not­wen­di­gen Schrit­ten, aber ohne unnö­ti­ge Ver­zö­ge­run­gen zu ver­tre­ten, um das Ver­fah­ren zu einem Abschluss zu brin­gen. Ein For­mu­lar für das juramen­tum advo­ca­torum ist im Diö­ze­san­ar­chiv Wien über­lie­fert:

Ihr werdet schwören einen ayd zu gott, das ihr denen partheyen, und euren clienten, welche euch zu ihren rechtsführungen für einen advocaten bestöllen, an- und aufnehmen werden, wie ihr nach euren besten verstandt könnet und möget, und eur gewissen zuveranthworthen befindet, redlich, aufrecht und ohne verziglichkeit ihres rechtens dienen, deren nothdurften sowohl bey hochen und niederen obrigkeiten schriftlich oder mündlich pro exigentia causae überbringen, auch in aufsetzung deren supplicationen, und anderen schriftlichen nothdurften, wider die gebühr nit übernehmen wollet; treulich ohne gefährde.

Andrea Grie­seb­ner

wei­ter: Welt­li­che Gerich­te ab 1783