Herrschaftsgerichte (1798-1846)

Die Eheverfahren all jener EinwohnerInnen des Erzherzogtums Österreich unter der Enns, welche in einer der vielen Herrschaften lebten, sind insofern noch schwierig zu erforschen, weil die Herrschaftsarchive, sofern sie sich überhaupt im Niederösterreichischen Landesarchiv befinden, bis heute (noch) nicht systematisch verzeichnet sind. Die Suche nach Eheverfahren erwies sich als die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.

Die Eheverfahren müssten sich, sofern sie überliefert sind, in den mit Judicialakten ausgewiesenen Kartons der Kreisgerichte befinden. Da wir nicht hunderte Kartons selbst durchsehen konnten, entschieden wir, die Erhebung auf jene Eheverfahren zu begrenzen, welche im Frühjahr 2016 über die Finddatenbank des Niederösterreichischen Landesarchivs eruiert werden konnten. Die „Treffer“ in der Datenbank waren auf zwei Herrschaft Seitenstetten und Sitzenberg begrenzt. Beide Herrschaften liegen westlich von Wien und gehörten nach der Neustrukturierung der Gerichte 1850 zum Kreisgericht St. Pölten.

 

UNTERSUCHUNGSZEITRÄUME

SITZENBERG

Die über die Datenbank des Niederösterreichischen Landesarchivs eruierten Eheverfahren der weltlichen Herrschaft Sitzenberg dokumentieren Eheverfahren aus den Jahren 1822 bis 1846. Das Scheidungsverfahren von fünf Ehepaaren ist im Karton 1248 des Kreisgerichts St. Pölten, 159, überliefert. Die Aktendossiers sind chronologisch zwischen anderen Akten der Herrschaft eingeordnet.

SEITENSTETTEN

Die in der Datenbank des Niederösterreichischen Landesarchivs verzeichneten Eheverfahren betreffen den Zeitraum 1798 bis 1828. Die Eheverfahren befinden sich ebenfalls in der Überlieferung des Kreisgerichtes St. Pölten, 151 und sind im Karton 1182 in einem Faszikel mit dem Deckblatt: „Ehescheidungen resp. Vermögens-Theilung, Adoptionen und Kindes-Legitimation“ 1806–1828 eingeordnet.

Andrea Griesebner | Margareth Lanzinger

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