Fruehe Lieder bis 1198 (Walther von der Vogelweide)

Aus elib.at

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Walther von der Vogelweide (1170 - 1230)


Frühe Lieder (bis etwa 1198)


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Sumer unde winter beide sint (99,6)
Frouwe, vernemt durch got von mir diz maere (112,35)
Hêrre got, gesegene mich vor sorgen (115,6)
Got gebe ir iemer guoten tag (119,17)
Maniger frâget waz ich klage (13,33)
Ganzer fröiden wart mir nie sô wol ze muote (109,1)
Frouwe, lânt iuch niht verdriezen (85,34)

Lieder der ersten Reinmar-Fehde:

Ein man verbiutet âne pfliht (111,23)
Mir tuot einer slahte wille (113,31)
Mich hât ein wünneclîcher wân (71,35)
Dir hât enboten, frouwe guot (MF 214,34)

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I
L 111, 23
In dem dône: Ich wirbe umb allez daz ein man
Ein man verbiutet âne pfliht
ein spil, des im wol nieman gefolgen mac.
er giht, wenne ein wîp ersiht
sîn ouge, si sî sîn ôsterlîcher tac.
5
wie waere uns andern liuten sô geschehen,
solten wir im alle sînes willen jehen?
ich bin der eine, derz versprechen muoz:
bezzer waere mîner frouwen senfter gruoz.
dâ ist mates buoz.


II
L 111,32
"Ich bin ein wîp dâ her gewesen,
sô staete an êren und ouch alsô wol gemuot:
ich trûwe ouch noch vil wol genesen,
daz mir mit stelne nieman keinen schaden tuot.
5
swer küssen hie ze mir gewinnen wil,
der werbe ez mit fuoge und ander spil.
ist daz ez im wirt sus ie sâ,
er muoz sîn iemer sîn mîn diep und habe imz dâ
und lege ez anderswâ."


-


I
L 113,31
"Mir tuot einer slahte wille
sanfte, und ist mir doch dar under wê.
ich minne einen ritter stille,
dem enmag ich niht versagen mê
5
des er mich gebeten hât.
tuon ichs niht, mich dunket, daz mîn niemêr werde rât.


II
L 113,37
Dicke dunke ich mich sô staete
mînes willen. sô mir daz geschiht,
swie vil er mich denne baete,
al die wîle, daz enhulfe niht.
5
ieze hân ich den gedanc:
waz hilfet daz ? der muot enwert niht eines tages lanc.


III
L 114,5
Wold er mich vermîden mêre,
jâ versuochet er rnich alze vil.
owê, des fürht ich vil sêre,
daz ich müeze volgen, swes er wil.
5
gerne het ichz nû getân,
wan daz ichz im muoz versagen und wîbes êre sol begân.


IV
L 114,11
Ine getar vor tûsent sorgen,
die mich tougen in dem herzen mîn
twingent âbent unde morgen,
leider niht getuon den willen sîn.
5
daz ichz iemer einen tac
sol fristen, deist ein klage, diu mir ie bî dem herzen lac.


V
L 114,17
Sît daz im die besten jâhen,
daz er alsô schône kunne leben,
sô hân ich im mir vil nâhen
in mîme herzen eine stat gegeben,
5
dâ noch nieman in getrat.
si hânt daz spil verlorn, er eine tuot in allen mat."




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