Johann Andreas Schubert

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sammlung
Johann Andreas Schubert (J A Schubert · )
* 19.März 1808, Vogtland. Deutschland
† 6.Oktober 1870, Dresden. Deutschland

Information:
Deutscher Erfinder, Techniker, Hochschullehrer und Freimaurer.
Johann Andreas Schubert
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Ingenieur
Mechanik · Technik
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Leben

Autor: Jürgen Naumann, Dresden

Johann Andreas Schubert - Erfinder, Techniker, Hochschullehrer und Freimaurer

Am 19. März 1808 wurde Johann Schubert als Sohn armer Bauern in Wernesgrün im sächsischen Vogtland geboren. Aufgewachsen in einer Leipziger Pflegefamilie, besuchte er 1821 bis 1824 die Erziehungsanstalt für Knaben in Dresden-Friedrichstadt und nahm danach ein Architekturstudium an der Bauschule der Akademie der bildenden Künste in Dresden auf. 1828 wurde er als Lehrer und ab 1832 - mit 24 Jahren - als Professor für Mathematik und Mechanik an die neu gegründete Technische Bildungsanstalt, dem Vorläufer der heutigen TU, berufen. In vierzigjähriger Lehrtätigkeit erwarb Schubert sich bleibende Verdienste um die Ausbildung künftiger Techniker. Der Wissenschaftler und Erfinder brachte es weit im Leben. 1836 wurde er Gründungsmitglied der Sächsischen Elbe-Dampfschiffahrts-Gesellschaft. Im gleichen Jahr gründete er gemeinsam mit anderen Pionieren der sächsischen Industriegeschichte die Actien-Maschinenbau-Anstalt Übigau und wurde deren Technischer Direktor.

Jacob Heinrich von Flemming, der Kabinettsminister August des Starken, ließ sich 1725/26 ein Landschloss in Übigau bei Dresden errichteten. Baumeister war der aus Brandenburg gekommene Johann Friedrich Eosander von Göthe. In diesem "Maison de plaisance", … mit dem Flemming nichts weiter beabsichtige, als dessen Vergnügen und den von Dresden aus seienden Prospekt des Landes zu bessern , ... wurde nun Industrie-geschichte geschrieben. Nachdem es einst glanzvolle Zeiten mit königlichen und kaiserlichen Besuchern erlebt hatte, wurde es ab 1770 vom sächsischen Hof nicht mehr besucht und diente als Gaststätte, die sich bei den Dresdnern und ihren Gästen großer Beliebtheit erfreute. Im August 1813 von den nach Leipzig stürmenden und von den Preußen verfolgten napoleonischen Truppen geplündert und zerstört, wurde es nach über 20jährigem Verfall schließlich vom sächsischen Hof versteigert. Der neue Eigentümer, Ratszimmermann Paul Siemen, ließ es wieder herrichten und verkaufte es an den Actien-Maschinenbauverein zu Übigau, dessen Gesellschafter er gleichzeitig war.

Schubert hatte maßgeblichen Anteil am Bau des ersten sächsischen Personendampfers, der berühmten KÖNIGIN MARIA (1837/38). Im folgenden Jahr wurde der sehr ähnliche, ebenfalls rund 36 Meter lange Dampfer PRINZ ALBERT in Dienst gestellt. Den beiden Dampfschiffen, die man auf den Johannstädter Elbwiesen, nahe der heutigen Elbfähre gebaut und dann nach Übigau geschleppt hatte, wurden die Kessel und Antriebe, die in Übigau hergestellt wurden, vor dem Schloss eingebaut. Die Probefahrten gingen in Richtung des elbabwärts gelegenen Dorfes Briesnitz. 1839 entstand im Übigauer Schloss, in dem sich die Konstruktionsräume der Maschinenbauanstalt befanden, und in dessen ehemaligen Park man Produktionsgebäude errichten ließ, die erste fahrtüchtige deutsche Dampflokomotive. Die SAXONIA (1838-1839) wurde nach Konstruktionsmerkmalen der englischen „Comet“ gebaut, jedoch hatte Schubert die bisher genutzten Achsfolgen klug kombiniert, so dass seine Bauart mit zwei angetriebenen Achsen (hohe Zugkraft) und einer Laufachse (für ruhigen Lauf) entstand. Seine Lokomotive wurde von Anfang an sehr stiefmütterlich behandelt, da die Engländer um ihr Eisenbahnmonopol fürchteten. Nicht einmal den Eröffnungszug der Leipzig-Dresdener Eisenbahn durfte sie ziehen, obwohl sie extra für jene Strecke gebaut worden war. Stattdessen versuchte man Schubert, der die Lokomotive selbst fuhr, zu sabotieren, indem man eine Weiche falsch stellte und damit einen Zusammenstoß provozierte. Die SAXONIA wurde dabei beschädigt, konnte aber wieder hergestellt werden und war noch viele Jahre in Betrieb. Immerhin ist für 1843 eine Laufleistung von 8.666 km nachgewiesen. Ihre Verschrottung ist höchstwahrscheinlich vor l856 erfolgt. Zur 150-Jahrfeier der ersten deutschen Ferneisenbahn im April 1989 ließ die damalige Deutsche Reichsbahn einen originalgetreuen Nachbau anfertigen, dessen Kessel ebenfalls in Übigau (Dampfkesselbau) nach originalen Plänen gefertigt wurde.

Auf Schubert gehen weitere technische Denkmäler zurück. 1845 zum Beispiel plante und berechnete er die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, den Eisenbahnviadukt über die Göltzsch (1846-51, Länge 574m, Höhe 78m) und die Elstertalbrücke im Vogtland. Für beide lieferte er eigene Projekte und die dazu notwendigen statischen Berechnungen. 1847 schrieb er darüber ein Buch: "Theorie der Construktion steinerner Bogenbrücken".

Schubert trug wesentlich dazu bei, dass Ende der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts die besten deutschen Maschinenbauanstalten ihre englischen Lehrmeister übertrafen. Aufgrund der explodierenden Schülerzahlen an der Technischen Bildungsanstalt wurde 1843 ein Neubau vom Sächsischen Landtag bewilligt und 1846 eingeweiht. Die Neuorganisation übernahm im wesentlichen Schubert. Die letzten Jahre seiner Lehrtätigkeit (1850-1869) widmete er dem Fach Brückenbau. 1846 war Schubert Mitbegründer des Sächsischen Ingenieursvereins und 1861 der Dresdner Handwerks- und Gewerbeschule. Der rastlos tätige Ingenieur, wurde 1865 zum Regierungsrat ernannt.

Doch Johann Andreas Schubert war nicht nur Ingenieur und Hochschullehrer. Er trat am 26. November 1829 in die Loge "Zu den drei Schwertern" ein und wurde am 12. Dezember 1850 zum Meister erhoben. Er verwaltete mehrere Jahre das Amt des Groß-Repräsentanten der Großen Loge "Zur Sonne" in Bayreuth bei der Großen Landes-Loge von Sachsen. In den Jahren ab 1859 leitete er bis zu seinem Tod die Freimaurerschule in Dresden.

Johann Andreas Schubert starb am 6. Oktober 1870 in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem Evangelischen Friedhof der Matthäuskirche in der Friedrichstraße.

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