Review:Bonner Numismatische Studien 1 - Auer - Mueller - 2008

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"If I had listened to the critics I'd have died drunk in the gutter."
-Anton Pawlowitsch Tschechow / Антон Павлович Чехов,
(1860-1904) russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker.
Informationen zur Rezension
Titel: Bonner Numismatische Studien. Band 1
Künstler / Autor: Auer Eberhard Müller Bernd
Herausgeber: Numismatischen Gesellschaft Bonner Münzfreunde
Erscheinungsjahr: 2008
Erscheinungsort: Bonn
Sprache: Deutsch
Werktyp: Sammelband
Genre: Sammelband
Themen: Numismatik
ISBN: 978300025380-5 (Buchlink DE)
ISSN: (Buchlink DE)
ISBN-13: 978300025380-5 (Buchlink US)
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft: Erstveröffentlicht in den Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Band 49 - 2009 - Nr. 1.
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Sonstiges:
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Interaktion und Metadaten

Zitierweise: Rezension von "Bonner Numismatische Studien. Band 1" (2008). in: eLib, Hg. v. eLibrary Projekt, in: literature.at/elib ( 24. April 2014 ). URL: http://www.literature.at/elib/index.php5?title= Review:Bonner_Numismatische_Studien_1_-_Auer_-_Mueller_-_2008

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Titel


Eberhard Auer / Bernd Müller (Redaktion): Bonner Numismatische Studien. Band 1.

Rezension von Hubert Emmerig. Erstveröffentlicht in den Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Band 49 - 2009 - Nr. 1.

Eberhard Auer / Bernd Müller (Redaktion): Bonner Numismatische Studien. Band 1. Herausgegeben von der Numismatischen Gesellschaft Bonner Münzfreunde in der Deutschen Numismatischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landesmuseum Bonn, Bonn 2008. ISBN 978-3-00-025380-5. 519 Seiten, reich illustriert, Glanzkarton mit Fadenheftung. Euro 49,90.

Die Bonner Münzfreunde, einer der vielen regionalen Münzensammlervereine im Rahmen der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, konnten im Jahr 2008 ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Der Verein beging das Jubiläum mit einer Veranstaltung im September 2008 mit etwa 60 Teilnehmern (vgl. NNB 57, 2008, Heft 11, p. 442). Das Jubiläum war für die Bonner Münzfreunde der Anlaß, eine Schriftenreihe ins Leben zu rufen, deren erster Band zu dieser Veranstaltung vorlag. Der Band enthält 22 Beiträge, die fast durchwegs den Bereichen der mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzprägung, des Papiergelds und der Medaillenkunde entstammen. Naturgemäß widmet sich ein großer Teil dieser Beiträge regionalen numismatischen Themen – was kann hier also für den österreichischen Leser von Interesse sein?

Der einzige Beitrag zur Antike, von Claudia Klages, behandelt die provinzialrömischen Fundmünzen aus Bonn. Die Beiträge zur lokalen oder regionalen Numismatik betreffen den Münzmeister Stöckicht in Bonn, Bonner Papiernotgeld des 20. Jahrhunderts, Medaillen auf die Bonner Universität, auf Bonner Sakralbauten und auf Personen mit Bonn-Bezug: Prof. Dr. Ferdinand Zirkel, Geologe und Mineraloge, und Konrad Adenauer. Ebenfalls die Region in größerem Sinne betreffen Aufsätze zum Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307–1354), über Schützenmedaillen aus Bad Hönningen, Medaillen und Abzeichen aus Siegburg und eine Medaille auf den rheinischen Dichter Rudolf Herzog. Auch eine Medaille von Victor Huster auf das 50-jährige Bestehen des Vereins wird vorgestellt (p. 517f.), der Beitrag fehlt im Inhaltsverzeichnis). Keinen solchen regionalen Bezug weisen Beiträge zur venezianischen Münzprägung und zum Berliner Reichstagsgebäude im Spiegel von Medaillen und Plaketten auf.

Insbesondere zwei Schwerpunkte in diesem Band weisen jedoch deutlich über die regionalen Fragestellungen hinaus. Einer ist durch das Interessengebiet des ersten Vorsitzenden des Vereins, Dr. Eberhard Auer, begründet: Dem Thema Bergbau sind hier vier Beiträge gewidmet: Alle aus seiner Feder stammend, behandeln sie die Auswirkungen der Silbervorkommen in Annaberg und Joachimstal auf die Numismatik, die Bergbauprägungen der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Celle, die Feinsilber-Ausbeute-Prägungen der Grafen von Stolberg und den aus Bonn stammenden Sammler Karl Vogelsang (1866–1920), der eine der bedeutendsten Sammlungen von Ausbeuteprägungen zusammengetragen hatte, die 1925 versteigert wurde. Dazu tritt noch ein Beitrag zur „vierten Dimension“ in der Numismatik: eine systematische Behandlung der Metalle und Materialien, die für die Herstellung von Medaillen (und Münzen) verwendet wurden – das Spektrum reicht von Magnewin und Dowmetal bis zu Uran.

Ein letzter Schwerpunkt in diesem Band, der über 150 Seiten einnimmt, hat jedoch einen ausdrücklichen Bezug zu Österreich und Bonn: Ludwig van Beethoven (1770–1827). Der Komponist ist in Bonn geboren, verbrachte aber den größeren Teil seines Lebens in Österreich. Nach einem kurzen Beitrag zu Bonn als Beethovenstadt folgt hier ein erster Teil des Katalogs der Beethovenmedaillen, der sich von 1827 bis 1927 erstreckt. Bernd Müller hat sich der Mühe unterworfen, die Medaillen auf den Komponisten zusammenzustellen, der schon bei Paul Niggl die Liste der Musikermedaillen mit 372 Werken anführte. Der Katalog ist reich bebildert, die einschlägige Literatur wird durchwegs zitiert. Aufbauend auf den Vorarbeiten von Niggl, jedoch um viele Nachträge bereichert, stellt diese Katalogisierung somit wirklich einen Fortschritt dar. Bedauerlich ist allerdings die schlechte Benützbarkeit. Es gibt kein Register der Orte oder Medailleure, und viele undatierte Arbeiten sind unter einem Jahr einsortiert, das für den Benützer nicht nachvollziehbar ist. So bleibt ihm in vielen Fällen wieder einmal nur die Möglichkeit, diese Arbeit von vorne bis hinten durchzublättern, anstatt durch ein Register zielgenau an den richtigen Ort verwiesen zu werden. Trotzdem: Bernd Müller ist zu danken, daß er dieses Thema aufgegriffen hat. Die nächsten Bände der Reihe sollen die Fortsetzung nach 1927 enthalten. Vielleicht ist es ja dann möglich, mit dem Abschluß der Bearbeitung auch ein Register über alle Teile nachzuliefern.

Hubert Emmerig