Review:Konstitution des Wunderbaren. Poetik des Science-Fiction-Films - Simon Spiegel - 2007

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"If I had listened to the critics I'd have died drunk in the gutter."
-Anton Pawlowitsch Tschechow / Антон Павлович Чехов,
(1860-1904) russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker.
Informationen zur Rezension
Titel: Die Konstitution des Wunderbaren. Zu einer Poetik des Science-Fiction-Films
Künstler / Autor: Spiegel Simon
Herausgeber: Schüren Verlag
Erscheinungsjahr: 2007
Erscheinungsort: Marburg
Sprache: Deutsch
Werktyp: Monographie
Genre: Science Fiction
Themen: Geschichte
ISBN: 3894725168 (Buchlink DE)
ISSN: (Buchlink DE)
ISBN-13: 9783894725167 (Buchlink US)
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Inhaltsverzeichnis


Interaktion und Metadaten

Zitierweise: Rezension von "Die Konstitution des Wunderbaren. Zu einer Poetik des Science-Fiction-Films" (2007). in: eLib, Hg. v. eLibrary Projekt, in: literature.at/elib ( 23. November 2014 ). URL: http://www.literature.at/elib/index.php5?title= Lexikon:Konstitution_des_Wunderbaren._Poetik_des_Science-Fiction-Films_-_Simon_Spiegel_-_2007

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Titel


Inhalt

Der Autor über sein Buch

Seit Jahren gehört die Science Fiction (SF) zu den populärsten und kommerziell erfolgreichsten Filmgenres überhaupt. Dennoch herrschte bislang ein Mangel an fundierten Untersuchungen zum Genre als Ganzem. Die Konstitution des Wunderbaren ist als Grundlagenwerk angelegt, das die SF primär aus formaler und erzählerischer Sicht analysiert. Anhand eines Korpus von rund 300 Filmen wird ein theoretisches Gerüst entwickelt, das den SF-Film vor allem als filmische Erscheinung analysiert. Im Vordergrund steht dabei weniger die interpretierende Lektüre einzelner Filme, sondern vielmehr das Offenlegen formal-medialer Eigenheiten, die Frage, was die filmische Erscheinung der SF auszeichnet.

Die Untersuchung gliedert sich in zwei Teile. Der erste dient der Abgrenzung und Charakterisierung: Zuerst wird die SF von anderen ‚nicht-realistischen‘ Genres wie Phantastik, Fantasy, Märchen und Utopie unterschieden. Anschliessend wird die historische Entwicklung der SF-Literatur, ausgehend von der Gothic Novel des 18. Jahrhunderts bis zur amerikanischen Pulp-SF der 1920er Jahre, beleuchtet, wobei vor allem die Rolle der aktiven Fans bei der Entstehung der SF als eigenständiger Literatur betont wird. Zu Beginn des zweiten Teils stehen bislang wenig beachtete fiktionstheoretische und narratologische Fragen im Vordergrund. Zentral ist hierbei vor allem die Erkenntnis, dass sich das Genre, in dem scheinbar alles möglich ist, in erzählerischer Hinsicht sehr konservativ gibt. Ein weiterer Schwerpunkt bildet das Konzept der Verfremdung: Durch den Zusammenstoss fremder Welten macht die SF ihre Geschichten fortlaufend fremd. Im Folgenden werden mit den Themenbereichen Erhabenes/Groteskes ästhetische und rezeptive Aspekte untersucht, wobei hier vor allem die Überwältigungstendenz des SF-Kinos im Vordergrund steht.

Übergreifendes Thema der formalen Analysen ist der prägende Widerspruch des Genres: Die SF spielt einerseits in offensichtlich unmöglichen Welten, ist aber gleichzeitig immer darum bemüht, diese als plausibel erscheinen zu lassen. Diese Spannung zwischen (Pseudo-)Realismus und Wunderbarem ist typisch für jede Form von Fiktion, bei der wir immer angehalten sind, ‚an Unmögliches zu glauben‘. In der SF wird dieses fiktionale Grundmoment aber in besonders ausgeprägter Form sichtbar.


Rezension auf Kino-Zeit.de von Sven Jachmann

Mit seiner, in der Reihe Zürcher Filmstudien veröffentlichten Dissertation hat der in Zürich lehrende Filmwissenschaftler Simon Spiegel eine kleine Glanzleistung hingelegt: Speist sich die gegenwärtige Literatur zur Science Fiction vornehmlich aus filmhistorischen Monographien oder ausgiebigen Analysen einzelner Werke (MATRIX - Jetzt noch entschlüsselter, Alien – Eine systemtheoretische Aporie?) geht es ihm vornehmlich darum, eine Poetik zu entwerfen, die nicht doktrinär jene Argumente zur Hand reicht, was gute Science Fiction von schlechter zu scheiden habe, sich also als normative Legitimation begreift und dieser Satzung den Gegenstand unterordnet, sondern danach fragt wie das, was gut erscheint, überhaupt funktioniert, sprich welche Regeln, Strukturen und Eigenarten der Qualitätsgenese eines Kunstwerks in die Hände spielen. mehr...


Leseprobe


Rezension & Reaktion

Rezension

Portale
Rezension auf Kino-Zeit.de von Sven Jachmann
Rezension bei Literaturkritik.de von Rolf Löchel
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Blogs
Film und Buch - OliBlog
Literaturwelt. Das Blog.


Reaktion

Franz Rottensteiner im Quarber Merkur 105/106
„Es ist unmöglich, die Komplexität dieses Buches kurz darzustellen; der Leser wird in ihm eine Fülle von anregenden Gedanken finden, die in ein überzeugend konsistentes System gebracht werden, was dieses Buch zu einem Meilenstein in der Filmtheorie, aber mehr noch der SF-Theorie allgemein macht.“
Wolfgang Jeschke, Mitherausgeber Heyne Science Fiction Jahr
„Ich glaube, die Konstitution des Wunderbaren wird bald als Meilenstein der Sekundärliteratur auf dem Gebiet der SF gelten.“
Molosovskys Chronik
„Die argumentative Schärfe und die umsichtige Art Spiegels […] machen seine Arbeit zu einer unverzichtbaren Lektüre für alle, die sich für SF, Film und Medien interessieren.“
Sven Jachmann auf kino-zeit.de
„Deswegen sei das Buch auch jedem Sci-Fi-Desinteressierten wärmstens empfohlen. Einen besseren Beziehungsratgeber hat es seit Jahren schon nicht mehr gegeben.“
Rolf Löchel auf literaturkritik.de
„Eine ‚Poetik des Science Fiction Films‘ stand bislang ganz aus. Simon Spiegel hat sie nun geschrieben.“
Oliver Naujoks auf OliBlog
„Für interessierte SF-Fans ein Pflichtkauf.“
Robin Haseler auf seinem Blog
„Lesenswert, nicht bloß für Studenten sondern auch für SF-Fans.“
Hannes Nüsseler in der Basler Zeitung vom 7. Januar 2007
„Spiegel […] kennt keine Berührungsängste und operiert mit literaturtheoretischen Modellen, die er dem Medium anpasst. Ein fruchtbarer Ansatz, der das Genre öffnet und präzise zeigt, warum gerade Filme über die Zukunft so schlecht altern.“
Ines Schneider auf schnitt.de
„Die Konstitution des Wunderbaren stellt ein vorbildliches Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit dar.“
Achim Hiltrop auf Fantasyguide.de
„Hat man aber keine Berührungsängste vor Texten mit vielen Fußnoten und Fachvokabular [...], dann wird man an diesem Werk seine Freude haben.“
Roman Schreiber in Ray 11/07
„Sympathisch an der Studie ist die offensichtliche Abneigung Spiegels gegenüber Trivialität verweigerenden Zunftkollegen, bemerkenswert die Anzahl der gesichteten Filme (300).“
Rupert Schwarz auf fictionfantasy.de
„Alle diejenigen, die sich mit dem Thema SF gründlicher befassen wollen, werden hier fündig und bekommen eine gute Einführung in das Thema.“


Weblinks