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Praxis:
Studenten managen 1 Mill. Euro-Portfolio
VON PETER SCHIEFER (Die Presse) 19.01.2004
Am neuen Institut für strategische Kapitalmarktforschung können Studenten die gelernte Theorie praktisch erproben.
Von der Theorie zur Praxis | (c) apa (Schneider)
Von der Theorie zur Praxis | (c) apa (Schneider)

Wien. In der modernen Finanztheorie gilt die sogenannte dynamische Asset Allocation derzeit als das Nonplusultra, wenn es darum geht Portfolios optimal zu gestalten. Im Gegensatz zur statischen Aufteilung der Gelder in etwa 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen passt man in der dynamischen Asset Allocation die Bestandteile eines Portfolios ständig den Marktgegebenheiten an. Theoretisch könnte es vorkommen, dass von 100 Prozent Aktien in 100 Prozent Anleihen umgeschichtet wird, weil sich das Umfeld geändert hat. Meist ist es das Ziel von dynamischen Modellen bei einem vorgegebenen Risiko den höchstmöglichen Ertrag zu erwirtschaften (siehe auch Seite 18).

Was theoretisch plausibel und relativ einfach klingt, wirft in der Praxis viele Probleme auf. Das sollen auch die Studenten der Universität Wien lernen, die am Portfoliomanagementprogramm des Instituts für strategische Kapitalmarktforschung (ISK) mitmachen dürfen. Das ISK wurde im Vorjahr vom Investor Peter Pühringer, dem das Palais Coburg in Wien gehört, und den Uni-Wien-Finanzprofessoren Engelbert Dockner und Josef Zechner gegründet. Ziel des Programms: "Die Studenten sollen theoretische Konzepte, die im Studium gelehrt wurden, in der Praxis anwenden", sagt Zechner.

Statt "Trockentraining" gibt es für die Studenten allerdings wirkliche Praxis, denn die POK Pühringer Privatstiftung stellt für das Programm eine Mill. Euro zu Verfügung, die von vier Studententeams investiert werden. Von ihren Lehrmeistern erhalten die Studenten konkrete Zielvorgaben: Ein Team soll sechs, ein anderes zwölf Prozent Ertrag im Jahr erwirtschaften, allerdings ist auch das Risiko, dass die Studenten eingehen dürfen, begrenzt. Die vorgegebenen Volatilitäten (Kursschwankungen eines Portfolio im Bezug auf den Kurstrend) liegen zwischen 10 und 20 Prozent.

Die Studenten - für heuer sind sie bereits ausgewählt - sind sowohl Analysten als auch Fondsmanager. Sie sollen die fundamentale Analyse lernen, institutionelle Praxiserfahrung sammeln, erfahren, was für Kosten beim ständigen Kaufen und Verkäufen anfallen, und auch die Datendienste wie Bloomberg kennenlernen, beschreibt Zechner das europaweit einzigartige Intensivprogramm.

Peter Pühringer will mit seinem Engagement die Wissenschaft, aber auch die Investorenkultur in Österreich fördern. Neben dem Portfoliomanagementprogramm wird das ISK auch Bildungsveranstaltungen organisieren und hat eine Ausstellung zum Thema Portfoliomanagement organisiert, die Interessierte im Palais Coburg besichtigen können (Voranmeldung unter Tel. 01/51818-970).

 
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