| Von der Theorie zur Praxis | (c) apa (Schneider) |
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Wien.
In der modernen Finanztheorie gilt die sogenannte dynamische Asset
Allocation derzeit als das Nonplusultra, wenn es darum geht Portfolios
optimal zu gestalten. Im Gegensatz zur statischen Aufteilung der Gelder
in etwa 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen passt man in der
dynamischen Asset Allocation die Bestandteile eines Portfolios ständig
den Marktgegebenheiten an. Theoretisch könnte es vorkommen, dass von
100 Prozent Aktien in 100 Prozent Anleihen umgeschichtet wird, weil
sich das Umfeld geändert hat. Meist ist es das Ziel von dynamischen
Modellen bei einem vorgegebenen Risiko den höchstmöglichen Ertrag zu
erwirtschaften (siehe auch Seite 18). Was
theoretisch plausibel und relativ einfach klingt, wirft in der Praxis
viele Probleme auf. Das sollen auch die Studenten der Universität Wien
lernen, die am Portfoliomanagementprogramm des Instituts für
strategische Kapitalmarktforschung (ISK) mitmachen dürfen. Das ISK
wurde im Vorjahr vom Investor Peter Pühringer, dem das Palais Coburg in
Wien gehört, und den Uni-Wien-Finanzprofessoren Engelbert Dockner und
Josef Zechner gegründet. Ziel des Programms: "Die Studenten sollen
theoretische Konzepte, die im Studium gelehrt wurden, in der Praxis
anwenden", sagt Zechner.
Statt
"Trockentraining" gibt es für die Studenten allerdings wirkliche
Praxis, denn die POK Pühringer Privatstiftung stellt für das Programm
eine Mill. Euro zu Verfügung, die von vier Studententeams investiert
werden. Von ihren Lehrmeistern erhalten die Studenten konkrete
Zielvorgaben: Ein Team soll sechs, ein anderes zwölf Prozent Ertrag im
Jahr erwirtschaften, allerdings ist auch das Risiko, dass die Studenten
eingehen dürfen, begrenzt. Die vorgegebenen Volatilitäten
(Kursschwankungen eines Portfolio im Bezug auf den Kurstrend) liegen
zwischen 10 und 20 Prozent.
Die Studenten -
für heuer sind sie bereits ausgewählt - sind sowohl Analysten als auch
Fondsmanager. Sie sollen die fundamentale Analyse lernen,
institutionelle Praxiserfahrung sammeln, erfahren, was für Kosten beim
ständigen Kaufen und Verkäufen anfallen, und auch die Datendienste wie
Bloomberg kennenlernen, beschreibt Zechner das europaweit einzigartige
Intensivprogramm.
Peter Pühringer will mit
seinem Engagement die Wissenschaft, aber auch die Investorenkultur in
Österreich fördern. Neben dem Portfoliomanagementprogramm wird das ISK
auch Bildungsveranstaltungen organisieren und hat eine Ausstellung zum
Thema Portfoliomanagement organisiert, die Interessierte im Palais
Coburg besichtigen können (Voranmeldung unter Tel. 01/51818-970).
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