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Lehrgang - Beschreibung


Voraussetzungen Kursinhalt: Kosten
Aufnahmeprocedere: Theorie Abschluss
Nächster Lehrgang Praktikum Berufsbild
Bewerbung Infant-Observation
Ablauf/Dauer Selbstreflexion

Voraussetzungen

Eine hohe Qualität der Ausbildung für den Tätigkeitsbereich der Interdisziplinären Mobilen Frühförderung muss im Interesse der KlientInnen, aber auch im Interesse und zum Schutz der Menschen, die in diesem Beruf stehen, garantiert sein.
Um gut und professionell arbeiten zu können, bedarf es einerseits der Lebenserfahrung und persönlichen Reife, andererseits einer umfassenden, praxisbezogenen Ausbildung, die auf diesen persönlichen Eigenschaften aufsetzt.

Die Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige Weiterbildung in Anspruch nehmen zu können, will der Universitätslehrgang für Interdisziplinäre Mobile Frühförderung gewährleisten.

Am Lehrgang können Personen teilnehmen, die jedenfalls folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • ein Mindestalter von 25 Jahren;
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung im heilpädagogischen, psychologischen, medizinischen, psychotherapeutischen oder sozialen Bereich, oder ein Diplomstudium der Pädagogik oder Psychologie, das beim Vorliegen besonderer Gründe auch erst innerhalb der ersten Semester des Lehrgangs abgeschlossen werden kann;
  • einschlägige Praxis von zumindest zwei Jahren, insbesondere im Bereich der fördernden Arbeit mit Kleinkindern;
  • die Voraussetzungen zur Aufnahme eines Studiums an einer österreichischen Universität (Matura oder Studienberechtigungsprüfung - in Hinblick auf die Ablegung einer Studienberechtigungsprüfung werden BewerberInnen von der Lehrgangsleitung beraten);
  • die persönliche Eignung für den Beruf der Interdisziplinären Mobilen Frühförderung und Familienbegleitung;
  • facheinschlägige Kenntnisse.
 
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Aufnahmeprocedere

Nächster Lehrgang:

  • Der nächste Lehrgang startet im Herbst 2012,
    das Vorpraktikum beginnt bereits im Frühjahr 2012.


    Mit den Bewerbungsgesprächen wurde bereits begonnen

Bewerbung:

  • Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf, Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweisen werden an das Büro des Universitätslehrgangs erbeten:
     

    Universitätslehrgang für
    Interdisziplinäre Mobile Frühförderung und Familienbegleitung
    Porzellangasse 22
    1090 Wien

  • Die Bewerberinnen werden vom Leitungsgremium zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen.
  • Im Regelfall wird der Lehrgang zwischen 15 und 18 TeilnehmerInnen umfassen.
  • Über die Zulassung zum Lehrgang entscheidet das Leitungsgremium.
  • LehrgangsteilnehmerInnen, die nicht als ordentliche HörerInnen an der Universität Wien zugelassen sind, haben die Zulassung zum Universitätslehrgang als außerordentliche HörerInnen der Universität Wien zu beantragen.
 
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Ablauf und Dauer des Lehrgangs

  • Der Universitätslehrgang umfasst sechs Semester und hat einen Gesamtumfang von 91 Semesterstunden.
  • Er ist in einen theoretischen Teil mit insgesamt 45 Semesterstunden und in einen Praxisteil mit insgesamt 46 Semesterstunden gegliedert.
  • Die weitere Gliederung des Lehrgangs in Prüfungsfächer, Praxisteile und Abschlussprüfung ist im Curriculum (siehe Theorie) ausgewiesen.
  • Der Lehrgang endet mit einer Abschlussprüfung, die im Sinne des Curriculums des Lehrgangs durchzuführen ist.
  • Darüber hinaus sind bis zum Abschluss des Lehrgangs der Nachweis über zumindest 60 Einheiten à 45 Minuten praxisfeldbezogener Selbstreflexion im Einzelsetting sowie der Nachweis über den erfolgreichen Besuch eines Seminars über Babybeobachtung zu erbringen.
  • Die Theoriestunden werden in Form von Blockveranstaltungen jeweils Freitag nachmittags und Samstag ganztägig etwa in 14-tägigen Abständen angeboten und sind teilweise auch für InteressentInnen, die nicht den ganzen Kurs absolvieren, einzeln zugänglich (siehe Fortbildungsangebot)
  • Für die einzelnen Seminare sind schriftliche Seminarreflexionen zu erarbeiten, die vom Referenten/der Referentin beurteilt werden.
  • Am Ende des 3. Semesters ist dem Leitungsgremium eine schriftliche Arbeit über ein selbstgewähltes Thema aus den Gegenstandsbereichen der Lehrveranstaltungen abzugeben, die von einem Lehrveranstaltungsleiter oder einer Lehrveranstaltungsleiterin oder vom Leitungsgremium positiv beurteilt wurde.
 
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Kursinhalt

Theorie

Die Theoriestunden werden in Form von Blockveranstaltungen jeweils Freitag nachmittags und Samstag ganztägig etwa in 14-tägigen Abständen angeboten und sind auch für InteressentInnen, die nicht den ganzen Kurs absolvieren, einzeln zugänglich (siehe Fortbildungsangebot)

Das Curriculum des Theorieteils gliedert sich wie folgt:


Das Konzept der interdisziplinären mobilen Frühförderung -
Einführung und wissenschaftliche Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie, Psychotherapie, Medizin und Soziologie;
75 Einheiten

  • Interdisziplinäres Grundlagenseminar
  • Organisatorische und institutionelle Grundlagen der Frühförderung, Berufsbild und Abgrenzung, Rahmenbedingungen
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Rechtskunde; Grundlagen der Sozialarbeit
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Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenzeit aus der Sicht von Medizin sowie Psychologie und/oder Pädagogik;
60 Einheiten

  • Genetik, Schwangerschaft, Embryologie; Geburt, Perinatalzeit, Entwicklung des Säuglings
  • Entwicklung der Affektivität, Emotionalität, Ich-Strukturen, Objektbeziehungen, Coping-Mechanismen
  • Pflege und Ernährung von Säugling und Kleinkind
  • Das frühgeborene Kind
  • Frühe Mutter-Kind-Interaktionsstörung

Frühkindliche Entwicklung im Kontext von Familie und Gesellschaft aus der Sicht von Psychologie, Medizin, Pädagogik und Soziologie;
90 Einheiten

  • Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes als komplexer Prozess
  • Entwicklung des Zentralnervensystems
  • Motorische Entwicklung
  • Entwicklung der Wahrnehmung
  • Sprachentwicklung
  • Entwicklung der Affektivität, Emotionalität, Ich-Strukturen, Objektbeziehungen und Coping-Mechanismen (Fortsetzung)
  • Intelligenzentwicklung (Theory of Mind), erste intellektuelle Operationen; Entwicklung von Wissens- und Überzeugungssystemen
  • Elternpersönlichkeit, Familienstruktur, Eltern-Kind-Beziehung
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Risikofaktoren, Entwicklungskrisen, Behinderungen und Erkrankungen in den ersten Lebensjahren und ihre Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung aus Sicht von Psychologie, Medizin und Pädagogik;
75 Einheiten

  • Risikofaktoren - Entwicklungskrisen - Behinderung
  • Störungen der motorischen Entwicklung
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Neuropädiatrische Erkrankungen inkl. Epilepsie; genetische Störungsbilder und Syndrome
  • Störungen der sprachlichen Entwicklung
  • Interdisziplinäre Aspekte von Schrei-Schlaf-Fütterstörungen
  • Elternpersönlichkeit, Familienstruktur, Eltern-Kind-Beziehung (Fortsetzung)

Konzepte und Methoden von Interventionen und Therapien für den Bereich der Arbeit mit Kleinkindern und ihren Familien;
90 Einheiten

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Stimulation des orofacialen Bereichs
  • Sprachanbahnung und Logopädie
  • Alternativmedizinische Ansätze und Methoden
  • Konzepte der Eltern-Kleinkind-Beratung/Eltern-Kleinkind-Therapie
  • Die Familie in der Krise
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Spezielle pädagogische sowie sonder- und heilpädagogische Konzepte und Methoden der Arbeit mit Kleinkindern und ihren Familien;
150 Einheiten

  • Methoden der Interdisziplinären Frühförderung und Familienbegleitung I + II: Heil- und sonderpädagogische Grundlagen; pädagogisches Handeln im frühkindlichen Bereich
  • Methoden der Interdisziplinären Frühförderung und Familienbegleitung III: Förderdiagnostik, Förderprozess
  • Methoden der Interdisziplinären Frühförderung und Familienbegleitung IV: Erziehungsberatung
  • Spezielle Konzepte im Bereich der Frühförderung:
  • Basale Stimulation
  • Montessori-Pädagogik
  • Arbeit mit dem hörbeeinträchtigten Kind
  • Arbeit mit dem sehbeeinträchtigten Kind
  • Arbeit mit ausländischen Familien
  • Arbeit mit traumatisierten Kindern und ihren
        Familien/Bezugspersonen
  • Konzepte und Methoden der Arbeit mit Kleinkindern und ihren Familien als Gegenstand wissenschaftlichen Arbeitens

Unterschiedliche Psychotherapie- und Beratungskonzepte in ihrer Relevanz für die Praxis der interdisziplinären mobilen Frühförderung;
135 Einheiten

  • Allgemeine Gesprächs- und Beratungskompetenz; Trauerarbeit
  • Systemisch-familientherapeutische Interventionstechnik
  • Einführung in verhaltenstherapeutische Grundlagen
  • Tiefenpsychologische Gesprächsführung
  • Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberatung
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Praktikum

Der Praktikumsanteil erstreckt sich insgesamt über ca. dreieinhalb Semester, die entweder in der ersten oder in der zweiten Hälfte des Lehrgangs absolviert werden können (Aufteilung der Kandidatinnen in zwei Gruppen).

PHASE I - Zeitraum: 10 Wochen

  • Wöchentliche Teilnahme an einer interdisziplinär geführten Fallbesprechungsgruppe (10 Termine à 3 Stunden)
  • Begleitung erfahrener FrühförderInnen bei 5 Familienbesuchen
    à 1,5 Stunden + kurze Vor- und Nachbesprechung (in Absprache mit Frühförderinnen der jeweiligen Fallbesprechungsgruppe)
  • Möglichkeit zur Teilnahme an einem Spielkreis (ein Vormittag; wird für einen der fünf Familienbesuche angerechnet)

In dieser Phase ist mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von durchschnittlich etwa 5 Stunden zu rechnen.

Achtung:   PHASE I des Praktikums ist vor dem eigentlichen Lehrgangsbeginn zu absolvieren!

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PHASE II - Zeitraum: drei Semester

  • Betreuung von zwei Familien
  • wöchentliche Teilnahme an der interdisziplinär geführten Fallbesprechung (jeweils 3 Stunden)
  • wöchentliche Praxisberatung und Praktikumsbegleitung durch eine erfahrene Frühförderin über mindestens ein (maximal zwei) Semester (jeweils 1,5 Stunden)
  • praxisfeldbezogene Selbstreflexion im Einzelsetting (externe Supervision)

In dieser Phase ist mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von durchschnittlich
10 - 15 Stunden (einschließlich Fahrtzeiten) pro Woche zu rechnen.

Weiters ist Zeit für notwendige Organisationsbesprechungen für das Praktikum einzukalkulieren (Einteilung der Fallbesprechungsgruppen etc.).

Praktikumspartner des Lehrgangs ist die Mobile Frühförderung der Wiener Sozialdienste Förderung und Begleitung GmbH, in deren Rahmen die Familienbetreuungen, die Teilnahme an der Fallbesprechung sowie die Praxisberatung durch erfahrene Frühförderinnen ermöglicht werden.

Der Praktikumspartner behält sich etwaige Abweichungen im Praktikumsablauf mit Rücksicht auf die jeweils gegebenen Möglichkeiten (Auslastungssituation, Organisation der Fallbesprechungsgruppen etc.) vor.

 
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Infant-Observation

Das Curriculum des Universitätslehrgangs für Interdisziplinäre Mobile Frühförderung und Familienbegleitung sieht die Absolvierung eines Infant-Observation-Seminars vor. In Verbindung damit ist ein Baby zumindest über 14 Monate hinweg wöchentlich eine Stunde lang in seiner Familie zu beobachten. Die Beobachtung und die Arbeit im Seminar folgen einer Methode, die am Tavistock-Center in London entwickelt wurde.

Die Teilnahme am Infant-Observation-Seminar erfüllt mehrere Funktionen:
Zum einen wird die Fähigkeit geschult, frühe innerfamiliäre Interaktions- und Beziehungsprozesse differenziert wahrzunehmen und in ihrer Bedeutung für das Aufwachsen von Säuglingen und Kleinkindern zu verstehen.
Zum zweiten werden SeminarteilnehmerInnen in intensiver Weise mit den Besonderheiten der sensiblen ersten Lebensmonate und Lebensjahre vertraut sowie damit, wie diese Besonderheiten in Alltagssituationen zum Tragen kommen.
Zum dritten haben die SeminarteilnehmerInnen die Gelegenheit, sich konzentriert damit auseinanderzusetzen, was es für sie bedeutet, regelmäßig zu einer Familie zu kommen und dort eine Position zu finden, die es ihnen erlaubt, professionell tätig zu werden.

Ein Infant-Observation-Seminar, das den Vorgaben des Curriculums des Universitätslehrgangs entspricht, kann bereits vor der Teilnahme am Lehrgang begonnen oder abgeschlossen werden. Mit einer Gesamtdauer von drei Semestern ist zu rechnen.

InteressentInnen für die Teilnahme an einem Infant-Observation-Seminar können folgende Personen kontaktieren:

Mag. Karin Luomi-Messerer
Tel. 0676/55 63 422
e-mail:
k.messerer@aon.at

Univ.-Prof. Dr. Wilfried Datler
Tel. 4277 48 071 (Anrufbeantworter)
e-mail:
wilfried.datler@univie.ac.at

 
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Praxisfeldbezogene Selbstreflexion

  • Die praxisfeldbezogene Selbstreflexion soll eine Möglichkeit darstellen, die jeweiligen bewussten und unbewussten Persönlichkeitsanteile zu reflektieren und zu bearbeiten, die in der Begegnung und Auseinandersetzung mit den Praxisaufgaben im Rahmen der Frühförderung und Familienbegleitung besonders berührt werden. Insbesondere wird es dabei um jene Erlebnisbereiche gehen, die für die Auseinandersetzung mit Behinderung, Familie, Team und interdisziplinäre Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung sind.
  • Die praxisfeldbezogene Selbstreflexion soll eine Ergänzung zur Theorieausbildung, zu den wöchentlich stattfindenden interdisziplinär geführten Fallbesprechungen, zur individuellen Praxisbegleitung und zur Infant-Observation darstellen.
  • Bis zum Abschluss des Lehrgangs sind zumindest 60 Einheiten à 45 Minuten praxisfeldbezogener Selbstreflexion im Einzelsetting bei einer in die österreichische Psychotherapeutenliste eingetragenen Psychotherapeutin oder einem in die österreichische Psychotherapeutenliste eingetragenen Psychotherapeuten nachzuweisen.
  • Die Kosten dafür sind nicht in den Semestergebühren enthalten.
 
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Kosten

Die Kosten für den Lehrgang setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Lehrgangsgebühr: 6 Semester à € 1.418,00
  • Baby Observation-Seminar: 3 Semester à € 320,00 (Preisänderungen vorbehalten)
  • ÖH-Gebühr
  • Supervisionshonorare nach Vereinbarung

Die Lehrgangsgebühren sind innerhalb von 4 Wochen nach dem Beginn eines jeden Semesters zu begleichen.

Nach Aufnahme in den Lehrgang wird eine Einschreibgebühr in Höhe von
€ 480,00 eingehoben.
Dieser Betrag wird anteilsmäßig auf die Semestergebühren des Lehrgangs angerechnet, wodurch sich diese um € 80,-- pro Semester verringern.

 
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Abschluss

Der Lehrgang schließt am Ende des 6. Semesters mit einer Abschlussprüfung. Diese umfasst die Abfassung einer Abschlussarbeit sowie die Ablegung einer kommissionellen Prüfung.

  • Die Abschlussarbeit ist zu einem Thema der “Interdisziplinären Mobilen Frühförderung und Familienbegleitung” zu verfassen. Sie wird von einem Mitglied des Leitungsgremiums und von einer Person aus dem Kreis der LehrveranstaltungsleiterInnen beurteilt. Ist die Arbeit positiv beurteilt, so werden LehrgangsteilnehmerInnen zur mündlichen Abschlussprüfung zugelassen.
  • Die mündliche Abschlussprüfung wird in Gestalt einer kommissionellen Prüfung abgelegt.

Vor dem Antreten zur mündlichen Abschlussprüfung haben die LehrgangsteilnehmerInnen folgende Voraussetzungen nachzuweisen:

  • Den positiv beurteilten Abschluss der im theoretischen Teil des Lehrgangs vorgesehenen Leistungen.
  • Den positiv beurteilten Abschluss der im Praxisteil des Lehrgangs vorgesehenen Leistungen.
  • Den Nachweis über zumindest 60 Einheiten à 45 Minuten praxisfeldbezogener Selbstreflexion im Einzelsetting bei einer in die österreichische Psychotherapeutenliste eingetragenen Psychotherapeutin oder einem in die österreichische Psychotherapeutenliste eingetragenen Psychotherapeuten.
  • Den Nachweis über den erfolgreichen Besuch eines Seminars über Baby Observation nach dem Tavistock-Konzept mit regelmäßig durchgeführten Seminarbesuchen und der Beobachtung eines Babys zumindest bis zum vollendeten 14. Lebensmonat.

Im Sinne des § 8 der Statuten des Universitätslehrgangs ist den AbsolventInnen des Lehrgangs der Titel

Akademische Frühförderin und Familienbegleiterin (akad.MFF)
Akademischer Frühförderer und Familienbegleiter (akad.MFF)

zu verleihen.

 
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Berufsbild

Was ist Interdisziplinäre Mobile Frühförderung und Familienbegleitung?

Interdisziplinäre Mobile Frühförderung und Familienbegleitung stellt eine besondere Form der Förderung von Kindern mit Behinderung, Entwicklungsverzögerung und/oder Entwicklungsrisiko sowie der Begleitung ihrer Familien dar.

Der Zeitraum, in dem die Kinder und ihre Familien durch Mobile Frühförderung und Familienbegleitung betreut werden, erstreckt sich von der Geburt (bzw. Feststellung der Behinderung/Entwicklungsverzögerung und/oder des Entwicklungsrisikos) bis zum Eintritt in eine weiterführende Einrichtung (z.B. Kindergarten, Schule), längstens jedoch bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr.

Mobile Frühförderung soll integrierend und emanzipatorisch wirken und hat zum Ziel, allen Beteiligten mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer speziellen Situation zu verschaffen. Sie versteht sich einerseits als Soforthilfe, andererseits als vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung von Sekundärbeeinträchtigungen (Früherkennung) und soziokulturellen Benachteiligungen (Integration)
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Die Arbeit, die in den Familien geleistet wird, gliedert sich in zwei Hauptbereiche:

  • Die Aktivitäten des/der FrühförderIn, die sich an das Kind richten, zielen auf die Förderung seiner Handlungs- und Erlebnisfähigkeit im Familienalltag, im Sinne einer individuumszentrierten Entwicklungsförderung sowie auf die Ausweitung des verstehenden Umgangs mit dem Kind in seinen Bedürfnissen und Emotionen ab.
  • Ziel der Familienbegleitung ist die Unterstützung der Eltern bzw. der nächsten Bezugspersonen im Umgang mit dem betroffenen Kind in der Auseinandersetzung mit dessen gegebenen oder drohenden Behinderungen sowie beim Finden neuer Lebensperspektiven.

Zur Abdeckung des breitgefächerten Aufgabenspektrums ist ein interdisziplinärer Ansatz notwendig. Dieser Ansatz findet einerseits darin seinen Ausdruck, dass Mobile FrühförderInnen und FamilienbegleiterInnen im multiprofessionellen Team mit VertreterInnen der Psychologie und Psychotherapie, Pädagogik, Medizin und Sozialarbeit interdisziplinär zusammenarbeiten.
In diesem Sinn wird etwa in jenen Frühförderderstellen gearbeitet, die sich am Wiener Modell der Mobilen Frühförderung orientieren.
Andererseits wird der Anspruch auf “interdisziplinäres Denken und Handeln” an die Person der FrühförderIn selbst gestellt; ein Anspruch, der umfassende, bereichsübergreifende Hilfestellungen für die Familien unter Beibehaltung pädagogischer Perspektiven ermöglicht.

 
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