Vorgehensweise

Das Projekt wird in drei größeren Arbeitsphasen ablaufen: einer ersten der Erschließung des Bestandes, einer zweiten der redaktionellen Bearbeitung der Daten und einer dritten, vorrangig der inhaltlichen Arbeit mit den Zeitungen gewidmeten Phase. Parallel dazu erfolgt die Digitalisierung der 27 überlieferten Zeitungsbände durch die Österreichische Nationalbibliothek.

Derzeit befinden wir uns in der Erschließungsphase. Dabei wird für jede Einzelzeitung, das heißt jeden mit Ort und Datum ausgewiesenen Abschnitt, ein Datensatz angelegt, der folgende Angaben enthält: Signatur, Datum, Ort, Sprache der Zeitung, Orte und Personen, die in der Zeitung erwähnt werden, Beilagen bzw. Bemerkungen. Diese Erschließung ließe sich noch verfeinern, insbesondere natürlich durch eine inhaltliche Erschließung nach Schlagworten. Angesichts des Überlieferungsumfanges von ca. 16.000 Zeitungen (siehe HIPFINGER/LÖFFLER 2008 [Bibliographie]) und der zur Verfügung stehenden Projektzeit musste darauf jedoch verzichtet werden. Schlagworte werden vorerst nur vergeben für die inhaltlichen Schwerpunkte der drei BearbeiterInnen.

Hinsichtlich der Definition einer „Zeitung“ folgen wir den vorhandenen Verzeichnissen für die Fuggerzeitungen, die nach den angesprochenen Abschnitt trennen. Eine andere Variante, die Trennung nach jeweils gleichzeitig übersendeten Texten, die gewöhnlich zwischen einem und vier Absendeorten vereint haben dürften, lässt sich angesichts der Überlieferungssituation nicht durchgehend umsetzen. Die Zeitungen sind ausnahmslos noch zur Zeit der Brüder Fugger in großen Foliobänden zusammengefasst worden. Deshalb ist heute nicht mehr generell feststellbar, wieviele der Blätter jeweils zusammengehörten; Handschrift und Papierqualität können dafür nicht als eindeutiges Zeichen gelten.

In der ersten Phase, die im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein wird, werden parallel die meisten der aufgenommenen Namen und Orte identifiziert. Da dies aber teilweise mit erheblichem Aufwand verbunden ist, erfolgt anschließend eine vertiefte Arbeit mit dem erhobenen Material. Dabei geht es um eine weitgehende Zuordnung und Identifizierung, wobei die Vielzahl der Schauplätze und Akteure, die die Texte erwähnen, eine vollständige Identifizierung wohl kaum zulassen wird. Anschließend erfolgt die redaktionelle Bearbeitung der Datenbank nach den Richtlinien des HANNA-Kataloges der Österreichischen Nationalbibliothek. Am Ende dieser Projektphase – geplant ist ein Termin im Frühjahr 2013 – werden die Datensätze in den erwähnten Katalog eingespielt, über den dann auch die Digitalisate der Fuggerzeitungen online abrufbar sein werden. Damit wird der gesamte Bestand, erschlossen nach den angesprochenen Aspekten, frei zugänglich sein.

Parallel zur zweiten Projektphase beginnt die inhaltliche Arbeit an den Fuggerzeitungen, die dann in der letzten Projektphase (Frühjahr 2013 bis Februar 2014) im Zentrum stehen wird (siehe Forschungsschwerpunkte). Zugleich sollen ab Ende 2012 auch erste Ergebnisse der Erschließung und inhaltlichen Auswertung in Form von Vorträgen sowie im Rahmen eines Workshops (Frühjahr 2013) vorgestellt werden.