Mag.ª Veronika Wöhrer

 

 
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Building on the Past.
European Doctorate in the Social History of Europe and the Mediterranean

Das Trainingsprogramm für DoktorandInnen "Building on the Past" wird von einem Netzwerk folgender 6 Partnerinstitutionen organisiert:

Università Ca' Forscari di Venezia (Italien),
Universidad Pablo de Olavide de Sevilla (Spanien),
University College London (Großbritannien),
Universität Bielefeld (Deutschland),
Universität Gröningen (Niederlande) und die
Slowakische Akademie der Wissenschaften.

Fortgeschrittenere Studierende der Geschichte oder eines verwandten Fachgebiets, die aus dem EU-Raum bzw. einem Kandidatenland kommen, können sich mit ihrem Dissertationsprojekt für einen der Standorte bewerben. An diesem werden sie in die Lehre eingebunden, bekommen wissenschaftliche Betreuung und ein Stipendium. Die Kommunikation findet auf Englisch bzw. in der Landessprache der Gastuniversität statt.

Zur Erlangung des "European Doctorate" ist es notwendig einen Teil der Dissertation in der Gastsprache zu verfassen und eine Verteidigung der Arbeit vor einem internationalen Gremium zu absolvieren.

Das Netzwerk ist für eine Dauer von 4 Jahren (2002-2005) innerhalb der Marie-Curie Stipendienprogramme von der EU-Kommission gefördert.

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Abstract der Dissertation von Veronika Wöhrer

GrenzgängerInnen. Diskurse zwischen GenderforscherInnen aus "Ost" und "West"

Ziel dieser Dissertation ist es, Auswirkungen von Differenzen und Hierarchien, die auf internationaler Ebene zwischen Ländern des "Westens" und des "Ostens" Europas bestehen, auf internationale wissenschaftliche Diskussionen und Kooperationen zu untersuchen. Es gilt herauszuarbeiten, inwiefern sich bestehende Unterschiede - beispielsweise in Bezug auf Ressourcen, Erfahrungen, Finanzen, etc. - zwischen Forschungskontexten und ForscherInnen in Wissensproduktion und Distribution von Wissen niederschlagen. Konkretes Forschungsfeld dafür ist die feministische, Frauen- und Genderforschung. Dieser Bereich "alternativer Wissenschaft" scheint besonders geeignet, da hier der Anspruch gestellt wird reflexiv und kritisch mit Differenzen und Hierarchien umzugehen.

Der theoretische Hintergrund für diese Arbeit setzt sich aus drei verschiedenen Einflüssen zusammen: Werke der Cultural und Postcoloial Studies, die sich mit hegemonialen Westkonzepten in den Wissenschaften befassen, Werke feministischer AutorInnen, die dominante Ansätze weißer Mittelschichtsfrauen innerhalb der Gender Studies kritisieren und Kritik von OsteuropäerInnen am "Westfeminismus" liefern Konzeptionen über den Einfluss ungleicher Machtverhältnisse auf Theoriebildung in den Wissenschaften.

In einer empirischen Untersuchung werde ich zwei sehr unterschiedliche Begegnungen zwischen ForscherInnen aus den USA und der tschechischen Republik einerseits, sowie Österreich und der Slowakei andererseits analysieren. Sowohl in der kontroversiell geführten ersten, als auch in der harmonisch verlaufenden zweiten Debatte, tauchen "ExpertInnen" und "Unerfahrene", "MissionarInnen" und "Unbelehrbare" auf, die auf Konfliktfelder und Hierarchien verweisen. Durch die Analyse von schriftlichem Material, Interviews und Beobachtungen werden an Hand von konkreten internationalen Projekten (wie beispielsweise Konferenzen, Workshops, Publikationen, etc.) und den Erfahrungen der daran beteiligten ForscherInnen Konstruktionsmuster und Umgangsweisen mit Ungleichgewicht und Hierarchien in wissenschaftlichen Kooperationen nachgezeichnet.

Mit dieser Arbeit soll zur Schließung einer Lücke, die sowohl innerhalb der Gender Studies als auch der Science and Technology Studies besteht, beigetragen werden: Der Einfluß nationaler Zugehörigkeit auf Wissensproduktion im internationalen Wissenschaftskontext wurde bislang nur selten in Bezug auf West- und Osteuropa, oder im Zusammenhang mit Frauen und Geschlechterforschung thematisiert. Eine Untersuchung über eine Verbindung dieser Phänomene ist nicht nur interessant, sondern gerade in Hinblick auf zukünftige politische Entwicklungen (EU-Osterweiterung) besonders wichtig.

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Lebenslauf: Veronika Wöhrer

geboren am 26. 5. 1975 in Wien

Universitäre Ausbildung:

Sommersemester 1994 - Sommersemester 2001
Studium der Soziologie und einer Fächerkombination aus Frauenforschung (Schwerpunkt), Philosophie, Politikwissenschaft und Slavistik an der Universität Wien

August 1995 und 1999: Teilnahme an der Studia Academia Slovaca der Komenský Universität Bratislava

Seit Wintersemester 2001/02:
Doktoratsstudium an der HuS-Fakultät der Universität Wien

Stipendien und Preise:

1997 und 2001: Leistungsstipendium der Fakultät für Grund- und Integrativwissenschaften der Universität Wien

1997 und 1999: Leistungsstipendium des Akademischen Senats der Universität Wien

Sommersemester 2000: Zweimonatiges Forschungsstipendium an der Philosophischen Fakultät der Komenský Universität Bratislava

2000: Förderstipendium der Fakultät für Grund- und Integrativwissenschaften an der Universität Wien für die Diplomarbeit "'Das verfluchte Wort Feminismus'. Eine Deutungsmusteranalyse von Feminismus-Begriffen slowakischer Wissenschafterinnen".

2001: Inter-Kultur-Preis für den Projektantrag "Hierarchies and Phantasms in East-West research co-operations with a special focus on Feminist, Women's and Gender Studies" (gemeinsam mit Therese Garstenauer)

Sommersemester 2002: Dreimonatiges Forschungsstipendium an der Philosophischen Fakultät der Karsluniversität Prag

Wintersemester 2002/03: Förderstipendium der Human- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien für die Dissertation "Differenzen und Hierarchien in ‚Ost'-‚West'-Kooperationen im Bereich feministischer, Frauen und Genderforschung"

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Projekte und sonstige Tätigkeiten

Tutorin am Institut für Soziologie:
1996-2000 Leitung des Kurses "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten",
2000-2002: Tutorium für Bibliotheksangelegenheiten

Evaluierung der Frauenprojekte "Gender Studies Zentrum", "proFem" und "ASPEKT" in Prag und Bratislava im Auftrag der Heinrich Böll-Stiftung Berlin (Frühjahr/Sommer 2000).

Projekt "Genderperspektiven in der Wissenschaftsforschung in Osteuropa" im Rahmen des Gender Kolleg, Universität Wien (Dezember 2000 - Februar 2001)

Freie Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkforschung Wien für das Projekt Vorange: "Vocational Rehabilitation in Change - Necessary of New Approach and Direction, Results from Changing Societal Frameconditions" des Programmes Leonardo da Vinci der EU-Kommission (Frühjahr bis Herbst 2001)

Publikationen:

  • Garstenauer, Therese/ Wöhrer, Veronika: Genderperspektiven in der Wissenschaftsforschung in Zentral- und Osteuropa (Tschechische Republik, Slowakische Republik, Russische Föderation), in: Bidwell-Steiner, Marlen/ Pechriggl, Alice (Hg.innen): Brüche. Geschlecht. Gesellschaft. Gender Studies zwischen Ost und West, Wien 2003: 87-118
  • Wöhrer, Renate/ Wöhrer, Veronika / Wulz, Monika: You Play Games, I Play Tricks, in: fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Heft 2/Frühling 2003, 12f
  • Wöhrer, Veronika: "Feministische Theorien und ‚rodové štúdiá' (Gender Studies) in der Slowakei", in: Osthefte 4/2001: 543-554
  • Wöhrer Renate/ Wöhrer Veronika/ Wulz, Monika: "Von cosmopolitischen Palmen und anderen Luxusartikeln", in: sinn-haft 13/2002 Luxus: 15-22
  • Wöhrer, Veronika: "'Das verfluchte Wort'. Feminismusbegriffe slowakischer Wissenschafterinnen, in: an.schläge. Das feministische Magazin 03/2002: 22-23
  • Wöhrer, Veronika: "'Das verfluchte Wort Feminismus'. Slowakische Annäherungen an einen umstrittenen Begriff", in: weiber-laut. dokumentation 1999-2002, Wien 2002: 19-34
  • Wöhrer, Veronika: "Das verfluchte Wort Feminismus". Eine Deutungsmusteranalyse zu Feminismus-Begriffen slowakischer Wissenschafterinnen, Dipl., Wien 2001

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Vorträge, Präsentationen, Workshops

"'Das verfluchte Wort Feminismus'. Slowakische Annäherungen an einen umstrittenen Begriff", Vortrag an der Universität Wien im Rahmen der Diskussionsreihe "Weiber-laut" im Dezember 2001

"Differenzen und Hierarchien in ‚Ost'-‚West'-Kooperationen im Bereich feministischer, Frauen und Genderforschung", Präsentation im Rahmen des Sommerkurses "Die europäische Zivilisation - Idee und Praxis Methoden und Themen von Vergleich und Beziehungsgeschichte" des Zentrums für Vergleichende Geschichte Europas von 1.-8. September 2002 an der Freien Universität Berlin

"Differenzen und Hierarchien in ‚Ost'-‚West'-Kooperationen im Bereich feministischer, Frauen und Genderforschung", Präsentation im Rahmen der 2. Internationalen Graduiertenkonferenz - Kulturwissenschaften / Cultural Studies: "Wissenschaftskulturen - Experimentalkulturen - Gelehrtenkulturen" des IFF und der Arbeitsgruppe Kulturwissenschaften an der Universität Wien, von 14.11.-16.11. in Wien

"The Importance of Literature in Slovak Gender Studies and Feminist Organizing", Paper für die Konferenz "Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen / The Contemporaneousness of the Non-Contemporaneous", von 6.-8. Dezember 2002 in Wien (veranstaltet vom Institut für Österreichische und Internationale Literatur und Cultural Studies)

"The Tradition of Literature within Slovak Women's Movement and Gender Studies", Paper für den Workshop "Nové perspektívy v sociálnych vedách a historická antropológia / New Perspectives in Social Sciences and Historical Anthropology", 20.-21.3.2003 in Bratislava

"'Das verfluchte Wort Feminismus'. Eine Deutungsmusteranalyse zu Feminismus-Begriffen slowakischer Wissenschafterinnen" am 13.5.2003 in der Frauensolidarität Wien, im Rahmen der Vorlesungsreihe "Framework Gender III"

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Kontakt

E-Mail: veronika.woehrer@reflex.at

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