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LV Nr. 497479
Keine Anmeldung erforderlich !
Keine Beschränkung der TeilnehmerInnenzahl
!
Anrechenbar im Dissertationsstudium
und als Wahlfach
sowie
Publizistik als Vorprüfungsfach
Politikwissenschaft: G8 (Politikwissenschaftliche
Frauen- und Geschlechterforschung)
Susanne Lummerding,
Eva Kreisky,
Alice Pechriggl
| Ort: |
Universität Hauptgebäude HS 47 |
| Zeit: |
Do. 16-19h (14-tägig; pktl.) |
| Beginn: |
Beginn: 3. März 2005 um 17:30 pkt. |
Weitere Termine:
3. März, 17:30-19:00 Uhr
17. März, 14. April, 28. April, 12. Mai, 9. Juni, 23. Juni
(jeweils: 16:00-19:00 Uhr)
Die Ringvorlesung ist als inter- und transdisziplinäre
Lehrveranstaltung für fortgeschrittene Studierende im Bereich
der Gender Studies konzipiert. Ziel ist es, unterschiedliche Dimensionen
von Transformationsprozessen in Bezug auf Geschlecht als zentrale
Strukturkategorie wissenschaftlicher Erkenntnis und Wissens zu diskutieren.
Die einzelnen Beiträge argumentieren entweder von der Warte
einer bestimmten Disziplin oder von einem interdisziplinären
Standpunkt aus. Zur Debatte stehen neue Trends und Orientierungen
feministischer Forschung im Kontext gesellschaftlicher, ökonomischer,
kultureller und politischer Veränderungen sowie in Auseinandersetzung
mit dem disziplinär verhafteten akademischen Male-/Mainstream.
Um möglichst vielfältige Einblicke in Zusammenhänge
von Geschlechterwissen und Transformation zu ermöglichen, ist
die Thematik der Ringvorlesung sehr weit angelegt. Die Spannbreite
der Beiträge erstreckt sich von "Frauen als Imagination
im Forschungsprozess", über "Privatisierung im Neoliberalismus"
bis hin zu "schwachen Staaten und schwächelnder Männlichkeit".
Methodologische Trends in den Bereichen disziplinärer und interdisziplinärer
Theoriediskussionen werden zentral berücksichtigt.
Den gemeinsamen Fokus aller Beiträge bildet die
Diskussion um die Einschätzung von Transformationsprozessen
in Bezug auf Geschlecht, Geschlechterverhältnisse, Geschlechterwissen
und Gender Studies. Gesellschaftliche Transformationen ebenso wie
disziplinäre Neuorientierungen bedeuten nicht automatisch Erweiterung
von feministischen Denk- und Handlungsräumen. In den kritischen
Blick genommen werden auch neue Verengungen, Restriktionen und Blockierungen.
| Termin |
VortragendeR |
Titel |
| 3. März 2005 |
Susanne Lummerding / Alice
Pechriggl |
Einführung |
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Alice Pechriggl |
Methodologie der Übergänge?
Reflexionen zur "Transdisziplinarität in der Geschlechterforschung"
Text im Handapparat |
| 17. März 2005 |
Gabriele
Michalitsch |
Privatisiert. Geschlechteraspekte
neoliberaler Transformation
[abstract]
Text im Handapparat |
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Rita Stein-Redent |
Geschlechterverhältnisse und
praktizierte Geschlechterarrangements im heutigen Russland -
Vse budet chorosho - alles wird gut. |
| 14. April 2005 |
Susanne Lummerding |
Facing an Institution
– die Funktion dichotomer Differenzkonstruktionen und
künstlerische Ansätze der Medienkritik zwischen Technik-
und Institutionskritik |
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Marion
Löffler |
Die Zehenspitzen
des Leviathan: Wie kommt der Staat zum Geschlecht?
[abstract] Text
im Handapparat |
| 28. April 2005 |
Monika Bernold,
Andrea B. Braidt, Claudia Preschl |
SCREENWISE. Perspektiven und Transformationen
feministischer Wissensproduktionen zu Film und Fernsehen.
[abstract] Text
im Handapparat |
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Corinna Bath |
'Soziale’ Roboter und 'emotionale’
Softwareagenten. Ist eine feministische Intervention in
den Technowissenschaften möglich?
[abstract] Text
im Handapparat |
| 12. Mai 2005 |
Susanne Lettow |
Gibt es feministische Biopolitik?
Fragen an ein Konzept. |
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Michaela
Mayrhofer |
Genom und Gender: Die
Konstruktion von PatientIn, KonsumentIn und BürgerIn.
[abstract]
Text im Handapparat |
| 09. Juni 2005 |
Christiane Hartnack |
Frauen in Indien: Imaginationen
und Konstruktionen von Forschungsobjekten. |
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Hildegard Frübis |
"What happened after end of
Anne Frank's Diary?" - Es geht um die Rezeption zu Anne
Frank (in Bild und Text). |
| 23. Juni 2005 |
Karin Liebhart |
Images von Europa –
ein geschlechterkritischer Blick auf politische Werbung. |
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Eva Kreisky |
Schwache Staaten, schwächelnde
Männlichkeit und Neue Kriege. |
up
Es wird ein Handapparat mit begleitenden
Texten zur Vorlesung bereit gestellt.
Ort:
Lesesaal des Instituts für Philosophie
(gegenüber der Bibliothek), Neues Institutsgebäude (NIG),
3. Stock
Zu finden unter L wie Lummerding.
Im Sinne der Kollegialität
ersuchen wir Sie dringend, die Originale aus dem Handapparat nicht
zu entfernen. Diese sind Kopiervorlagen und sollen nach dem Kopieren
wieder zurückgelegt werden.
Prüfungsmodalitäten:
Es ist ein Essay in
der Länge von ca 10 Seiten zu verfassen, der mindestens 3 der
in der Ring-VO präsentierten Beiträge reflektiert und
miteinander in Beziehung setzt.
Formales:
Für die Zeugnisausstellung müssen am Deckblatt
zur Arbeit unbedingt folgende Daten vermerkt sein:
* Titel der Lehrveranstaltung
* Semester (Sommersemester 2005)
* Vor- und Nachname der/des Studierenden
* Studienkennzahl(en)
* Matrikelnummer
* Angabe, wofür Sie das Zeugnis benötigen (Studienrichtung;
Doktoratsstudium/Wahlfach/etc)
* E-Mail-Adresse für allfällige Rückfragen
Was ist ein Essay?
Ein Essay ist eine flüssig geschriebene Erörterung
eines Themas, ohne es erschöpfend zu behandeln. Ein Essay braucht
vor allem einen Standpunkt, den es (theoretisch) zu begründen
und (empirisch) zu verankern gilt. Auch Essays sind anspruchsvoll
und sollten logische Stringenz sowie einen erkennbaren Argumentationsgang
aufweisen. Etwaige Zitate oder Beispiele sollten sehr kurz sein.
Der "wissenschaftliche Apparat" (Fußnoten, Literaturverzeichnisse)
nimmt nicht notwendig jenen bedeutenden Stellenwert ein wie etwa
in "Seminararbeiten", ebenso wenig wie eine rigide Gliederung.
Dennoch sollte der Text eine nachvollziehbare Struktur und eine
Transparenz des zugrunde liegenden Erkenntnis- und Vermittlungsinteresses
bieten.
Abgabe-
bzw. Prüfungstermine:
Bitte beachten Sie, dass Sie die jeweils spätest möglichen
Abgabetermine pro Prüfungstermin einhalten:
1. Termin: 23. Juni 2005
2. Termin: 18. Juli 2005
3. Termin: 16. August 2005
4. Termin: 5. September 2005
Abgabe der Arbeiten
(z.H. Prof. Lummerding) am Institut für Politikwissenschaft,
NIG, 2. Stock - Studienabteilung bei Irene Graf (D 202)
zu den Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch: 10.00 bis 12.00 Uhr
Donnerstag: 11.00 bis 12.00 Uhr und 16.00 bis 18.00 Uhr
Freitag: 10.00 bis 12.00 Uhr
Abgabe per E-Mail ist möglich
an Susanne.Lummerding@univie.ac.at
up
Gabriele Michalitsch
Neoliberalismus bezeichnet einen umfassenden,
auf ökonomischer Selbstregulierung durch den Markt basierenden,
gesellschaftlichen Ordnungs- und Entwicklungsentwurf, demgemäß
Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen Marktprinzipien
entsprechend restrukturiert, das Verhältnis von Staat und Ökonomie
sowie Privatem und Öffentlichem neu definiert und diese Kategorien
selbst reinterpretiert werden.
Privatisierung stellt eine Kernstrategie gegenwärtig dominanter
neoliberaler Politik dar. Privatisierung bedeutet, bislang staatliche
Aktivitäten in dem Privaten zugerechnete Bereiche wie Markt
und Haushalt zu transferieren, damit die Idee des Staates zu verengen
und die Sphäre des Politischen, des demokratisch Verhandel-
und Kontrollierbaren, zu redefinieren. Entsprechend umfasst Privatisierung
nicht nur Transformation öffentlichen Eigentums in privates,
Liberalisierung und Deregulierung der Ökonomie oder Abbau des
Staatsapparates, sondern eine Vielzahl individualisierender Politiken
(etwa in den Bereichen Altersvorsorge, Kinderbetreuung, Gesundheit
oder Pflege) und Einschränkung öffentlicher Verantwortung
zulasten privater. Infolge differierender Lebenskontexte und Zuschreibungen
wirkt Privatisierung auf Männer und Frauen höchst unterschiedlich.
Wie Staat und Politik steht auch Geschlecht neu zur Disposition,
während sich Macht und Herrschaft restrukturieren und neue
Formen von Regierung etablieren. Der von ökonomischen Imperativen
wie Budgetkonsolidierung, internationaler Wettbewerbsfähigkeit,
Effizienz oder Innovation geleitete, in geschlechtsneutrale Rhetorik
gehüllte herrschende Diskurs blendet Verschiebungen von Macht-
wie Geschlechterverhältnissen hingegen aus.
Im Kontext der Redefinition von Staat und Ökonomie, Privatheit
und Öffentlichkeit stellt der Beitrag folglich Formen und Folgen
von Privatisierung zur Diskussion, um vielfach verdeckte Geschlechterimplikationen
aktueller Transformationsprozesse, damit verknüpfte Rekonstruktionen
von Geschlecht und geschlechterspezifische Dimensionen neoliberaler
Gouvernementalität zu decouvrieren.
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Marion Löffler
Thomas Hobbes hatte den Staat - den Leviathan
- als männlichen Körper dargestellt. Das Herzstück,
den Kopf oder gar die Seele des Leviathan bildet seine Souveränität,
die unzählige Individuen zu konstitutiven Elementen des Staates
verbindet. Die Staatsbetrachtung beginnt daher bei der Souveränität
und der Herrschaft der Gesetze.
Demgegenüber schlug Michel Foucault vor, die Machtanalyse nicht
von der Souveränität aus zu betreiben, sondern von den
Machtmechanismen der unteren Ebenen aus. Sozusagen von den Zehenspitzen
des Leviathan startend werden kleine, relativ autonome Machttechnologien
von immer globaleren Herrschaftsformen kolonisiert und transformiert,
in gewisser Weise "verstaatlicht".
Geschlechterverhältnisse wirken als Herrschaftsverhältnisse
auch im Staat. Darüber herrscht relativer Konsens innerhalb
feministischer Staatsbetrachtungen. Doch die Frage, wie die Männlichkeit
des Staates theoretisch zu erklären ist, wird höchst unterschiedlich
beantwortet. In diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen,
ob eine Machtanalyse von unten Aufschlüsse über die Geschlechtlichkeit
des Staates bieten kann
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Monika Bernold,
Andrea B. Braidt, Claudia Preschl
Ausgangspunkt ist die Internationale
Konferenz SCREENWISE, Standorte und Szenarien feministischer Film-
und TV-Wissenschaften im Mai 2003. In der Ringvorlesung wollen wir
das daraus entstandene Buch, Screenwise. Film, Fernsehen, Feminismus
(Marburg: Schüren Verlag 2004) präsentieren und theoretische,
begriffliche und methodische Denkachsen zur Diskussion stellen,
die diese aktuelle Standortbestimmung feministischer Film- und Medienwissenschaften
kennzeichnen.
Dabei geht es sowohl um die historische Skizzierung von Veränderungen
und Bewegungen in thematischen und theoretischen Auseinandersetzungen
wie auch um das Benennen von Widersprüchen, Leerstellen und
ungelösten Fragen im Feld feministischer Film- und Medientheorien.
Was bedeutete feministische Film- und Medienwissenschaft im Kontext
von queerer Theoriebildung, wo sind die Orte des Politischen für
eine zukünftige Repräsentationskritik? Was bedeutet die
Veränderung medialer Anordnungen und Dispositive für die
Inhalte und die Methoden feministischer Film- und Medientheorien?
Gibt es ein feministisches Publikum? Welches Potential hat die Psychoanalyse
für die Theoretisierung von Subjektkonstituierung und Handlungsfähigkeit
, wie ist das Verhältnis von Theorie und visueller Praxis in
sogenannten postfeministischen Zeiten zu denken?
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Corinna Bath
Soziale' Maschinen sollen uns zukünftig
im Alltag unterstützen, natürlich' mit uns kommunizieren
und unsere Freunde, Spielkameraden oder Ersatz'-Kinder werden.
Im Vortrag möchte ich zunächst aus dem Forschungsprojekt
berichten, in dem wir diese Transformationen kritisch analysieren.
Ausgehend davon und angesichts der in der Informatik beobachtbaren
Strategien, feministische Ansätze auszugrenzen, sie zu integrieren,
aber unsichtbar zu machen oder nur ihre verwertbaren' Anteile
auszubeuten, möchte ich die Frage diskutieren, inwieweit es
dennoch möglich und sinnvoll ist, aus einer gesellschaftskritisch-feministischen
Perspektive in technowissenschaftliche Entwicklungen einzugreifen.
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Michaela Mayrhofer
Die Rasanz des medizinisch-technischen Fortschritts
in den Bereichen Biotechnologie und Genomforschung verändert
unsere Gesellschaft nachhaltig. Uns gewohnte gesellschaftliche Kategorien
werden aufgebrochen und neu konstruiert. Gesundheit scheint als
konsumierbares und einforderbares Gut begriffen zu werden, formt
PatientInnen als KonsumentInnen und letztlich als aktiv partizipierende
BürgerInnen.
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