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LV Nr. 210216,
2 Stunden, 8 ECTS-Punkte
FoSE: Religion, Geschlecht und "race" in kolonialen Grenzdiskursen - Religionstheorien und Konstruktion des "Fremden"
Gastprofessorin: Ulrike Brunotte
Tutorin: Martha Weicher
ANMELDUNG
erforderlich
Die Anmeldung erfolgt über das Institut für Politikwissenschaft im Univis-Online-Anmeldesystem: https://www.univie.ac.at/uvo
Die Gastprofessur ist unter Diplomstudium Politikwissenschaft-> Spezialisierungsmodule -> Politikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung (G8) zu finden.
Orte und Zeiten: Di, 09.10. 2008
9.10.-18.12. 2007
Dienstag 16.00-19.00
Fachtutoriumsraum (A221), NIG 2. Stock
Blocklehrveranstaltung
Beschränkte TeilnehmerInnenzahl: 40
Beginn: Dienstag, 09.10.2007
Anrechenbarkeit:
Die LV ist für DiplomandInnen udn DissertantInnen offen.
Anrechenbar ist das FoSe für das Doktorradsstudium der Sozialwissenschaftlichen Fakultät und als Wahlfach.
Für das Diplomstudium Politikwissenschaft ist die LV anrechenbar für: G8/G10/Diss
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Im Seminar werden die bedeutendsten Theorien der postcolonial studies - angefangen mit Edward Saids "Orientalismus" (1978)- in Beziehung gesetzt zu neueren religionswissen-schaftlichen und wissenschaftshistorischen Forschungen zu Kolonialismus, Gender, "race" und "class". Das Seminar hat das Ziel, in die kultur- und religionswissenschaftlichen Theorien einzuführen und diese mit exemplarischen Fallstudien aus dem Bereich der kolonialen Literatur Englands zu verknüpfen. So wird die interkulturelle Debatte um Joseph Conrads "Heart of Darkness" (1899) am Beginn des Seminars stehen, die Lektüre des Romans "She" von Rider Haggard soll im Kontext orientalistischer Diskurse und der Frage nach ihrer Gendercodierung stehen.
In der gegenwärtigen Religionswissenschaft wird im Anschluss an Michel Foucault, Edward Said und Homi Bhabha mehr und mehr die große Rolle der "kolonialen Grenzdiskurse" auch für die Entwicklung von vergleichender Religionsforschung und wissenschaftlichen Religionstheorien diskutiert. So führte die koloniale Konfrontation mit kultureller und religiöser Pluralität nicht nur zum Gender codierten Othering, sondern bewirkte auch die Entstehung "Dritter Räume" (Bhabha) innerhalb der kolonialen "Kontaktzone" (Pratt). Zugleich wurden dabei plurale, pagane und hybride Elemente in der europäischen Kultur- und Religionsgeschichte entdeckt. Ähnliche Prozesse der Hybridisierung und Mythisierung gehören im 19. Jahrhundert in den Kontext der sich etablierenden vergleichenden Religionswissenschaften. Anhand der Analyse von J. J. Bachofens "Mutterrecht", James G. Frazers "Der goldene Zweig", Edward Tylors "Primitive Culture" und Aby Warburgs "Schlangenritual" soll nach der kolonialen und selbstanalytischen Potenz dieser "Klassiker der Religionswissenschaft" gefragt werden. Diese "imaginären Ethnographien" kreisten um Themen wie: Opfer, Gemeinschaft, Sexualität und Rausch und überformten die Prozesse der Modernisierung in den europäischen Gesellschaften. Mit dem Werk der Pionierin der Religionsforschung, Jane E. Harrison, soll schließlich nach Modellen feministischer Aneignungen der Antike und nach den Möglichkeiten eines gewendeten Kolonialdiskurses um 1900 gefragt werden.
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Voraussetzung der Teilnahme ist die Bereitschaft, längere Texte auf englisch zu lesen und Joseph Conrads "Herz der Finsternis" als Vorbereitung zu lesen.
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Als theoretische Einführungen wird empfohlen:
Maria do Mar Castro Varela/Nikita Dhawan: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, Bielefeld 2005
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Ulrike Brunotte
Martha Weicher
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