Regionalentwicklung hat in Österreich
vor allem in ländlich-peripheren Regionen eine lange Tradition.
In den vergangenen 20 Jahren ist es zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung
von Institutionen gekommen, die sich unmittelbar mit der Koordination
regionaler Entwicklungsmaßnahmen befassen. Regionalmanagements
als intermediäre Einrichtungen zwischen Verwaltungs-, Markt- und
regionalen Interessen sind Ausdruck der Professionalisierung regionaler
Entwicklung; auch ein neues Berufsfeld hat sich herausgebildet. Regionalmanagements
stehen im Trend eines „kooperativen Staates“, der sich sukzessive
von Aufgaben zurückzieht; sie interagieren in einem politischen
Mehrebenensystem mit dem Anspruch, regionale Steuerungsaufgaben zu übernehmen.
Auf theoretischer Ebene wird in dieser Studie einerseits
der Frage nachgegangen, inwieweit Regionalmanagements als Träger
von „Regional-Governance“ in Frage kommen und damit zu neuen
Formen der Kommunikation, Koordination und Kooperation auf regionaler
Ebene beitragen können. Andererseits wird die These vertreten, dass
Lernen als wesentlicher Faktor für Veränderungen und das In-Gang-Setzen
von regionalen Entwicklungsprozessen anzusehen ist. Hier werden unterschiedliche
Ebenen – von individuellen Lernprozessen der regionalen Akteure
bis hin zu regionalen Aspekten des Lernens – reflektiert sowie
die grundsätzlichen Kompetenzebenen (Aufgaben und Anforderungen),
die im regionalen Management von Bedeutung sind, herausgearbeitet.
Eine Reihe von praxisbezogenen Beispielen rundet das
Buch ab. Im Vordergrund stehen sowohl Projekte regionaler Entwicklung,
die hohe Aktualität beweisen, als auch methodische Anwendungen,
die im Regionalmanagement von exemplarischer Bedeutung sind. Inhaltlich
wird grenzüberschreitendes regionales Management diskutiert und
das Potenzial eines regionalen Managements im Kontext von Gebietsschutz
(Flächenmanagement) ausgelotet. Als methodische Fallbeispiele werden
Leitbild- und Evaluierungsprozesse behandelt, die sich beide – im
Gesamtverständnis dieser Ausführungen – als Beitrag zu
regionalen Lernprozessen verstehen.
Inhalt:
Einleitung
• Aufbau der Arbeit und ForschungsfragenKapitel 1
• Theoretische und empirische Rahmenbedingungender Professionalisierung regionaler Entwicklung in Österreich
Kapitel 2
• Regionalmanagement in ÖsterreichKapitel 3
• Lernorientierung im regionalen Management– Grundlagen, praktische Beispiele und Ausbildungsmodelle
Kapitel 4
• Projekte und Methoden im Regionalmanagement– ausgewählte Fallbeispiele
