ISBN 978-3-900830-10-6

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EUR 28,-
Preis für Studierende: EUR 22,–

Die vorliegende Arbeit ist ein sozialgeographischer Beitrag zum Themenkomplex Gebietsschutz und angewandte Geographie. Anlaß für die Aufarbeitung der Thematik sind folgende grundlegende Defizite in der Naturschutzdiskussion:Der in der Praxis noch immer nicht vollzogene Wandel vom klassischen zum dynamischen Naturschutz sowie die bei Gebietsschutzprojekten zu beobachtende „Vernaturwissenschaftlichung“ von Naturschutzfragen.

Bei aller Bedeutung dieser Zugangsweise ist festzustellen, daß dadurch auf die Betroffenen zentrierte soziale und ökonomische Fragestellungen in den Hintergrund treten und so das zentrale Ambivalenzproblem – „Schutz versus Nutzen“ – keiner Lösung zugeführt werden kann. Innerhalb Europas wird erst in Ansätzen über verschiedene Strategien versucht, die paradigmatischen Defizite zu beseitigen und die speziellen Kernprobleme zu lösen. Im romanischsprachigen Raum wird mit dem Regionalparkgedanken ein Konzept verfolgt, das versucht, eine modellfähig nachhaltige Entwicklung für ländliche Räume umzusetzen.

Das romanische Regionalparkkonzept ist eine seit rund zwei Jahrzehnten praktizierte Raumordnungsstrategie für sogenannte strukturschwache ländliche Räume – insbesondere für die touristische und agrarische Peripherie Frankreichs und Italiens. Es ist generell charakterisiert durch eine dynamische Gebietsschutzpolitik, d.h. unter Berücksichtigung des Biodiversitätshaushalts durch starke Akzentuierung einer nachhaltigen sozialen und ökonomischen Entwicklung der Parkregion.

Diese und ähnliche im vorliegenden Band diskutierte Konzepte sind Ansatzpunkte für einen europaweit vernetzten Gebietsschutz, der im Rahmen der EU-Politikim Aufbau begriffen ist. Gemeinsam mit anderen Beispielen aus Europa erfolgt in der vorliegenden Arbeit am Fall des Regionalparks Friulaner Dolomiten ein Erfassen der Komponenten und Wechselbeziehungen, die für den Gebietsschutz sowie für die damit zusammenhängende Entwicklung ländlicher Räume ausschlaggebend sind. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht das Wirkungsgefüge Biodiversität – Regionalentwicklung – Perzeption/Akzeptanz.