Aktuelles
4. Gerald Stourzh-Vorlesung zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie
Mittwoch, 9. Mai 2012, 18 h c.t., Hs. 41
Rituale des Konsenses? Ständische Partizipation im frühneuzeitlichen Europa
Barbara Stollberg-Rilinger, Münster
“Symbolische Politik“ ist heute ein Schimpfwort. Mit dem Selbstverständnis moderner parlamentarischer Demokratien ist es als schwer vereinbar, Parlamentssitzungen als rituelle Inszenierungen zu bezeichnen. Rituale gelten vielmehr als vormoderne und vordemokratische Angelegenheit: Man denkt an Krönungsmessen oder Huldigungsfeiern, aber nicht an Beratungs- und Entscheidungsversammlungen. Der Vortrag vertritt hingegen die These, dass sowohl moderne Parlamente als auch vormoderne Ständeversammlungen immer auch eine symbolisch-rituelle Dimension haben. Dennoch unterscheiden sie sich in signifikanter Weise voneinander. Idealtypisch lassen sich die Ständetage der Frühen Neuzeit als Rituale des Konsenses beschreiben, die – anders als moderne Parlamente – wenig Raum für institutionalisierte Konfliktaustragung boten.
Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Geleitwort des Dekans
Die Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie gehört zu den wichtigen Arbeitsgebieten der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Gerald Stourzh, emeritierter Ordinarius für Allgemeine Geschichte der Neuzeit und einer der renommiertesten österreichischen Historiker seiner Generation, hat das Themenfeld während der fast drei Jahrzehnte seines Wirkens in Forschung und Lehre hier fest verankert und auf diesem Gebiet auch international nachhaltige Impulse gegeben.
Die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät ist ihm dafür zu besonderem Dank verpflichtet. Anlässlich seines 80. Geburtstags begründet die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät daher die Gerald Stourzh-Vorlesungen zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie. Dazu will die Fakultät jedes Jahr eine prominente Forscherin oder einen prominenten Forscher einladen und neue Ansätze und Ergebnisse in einem Vortrag zur Diskussion stellen. Die Vortragsreihe wird im Forschungsportal der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät veröffentlicht.
O.Univ.Prof. Dr. Michael Viktor Schwarz
Dekan der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
Grußwort des Rektors
Ich möchte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät und dem Institut für Geschichte im Namen der Universität zu den Gerald-Stourzh-Vorlesungen gratulieren. Aus meiner Sicht sind es genau solche Aktivitäten, die der Universität letztlich ihre raison d’être geben.
Vor rund zehn Jahren fragte sich Ralf Dahrendorf angesichts der zunehmenden Differenzierung des Hochschulwesens nach der raison d’être der Universität. Seine Wunschuniversität hätte drei Charakteristika: Sie müsse ständig auf der Suche nach Neuem bleiben, geographische und gesellschaftliche Reichweite besitzen und ein Forum sein, in dem wichtige Themen von öffentlichem Interesse diskutiert werden.
Ich möchte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät und dem Institut für Geschichte im Namen der Universität dafür gratulieren, dass durch die Gerald-Stourzh-Vorlesungen genau diese Richtung gegangen wird. Es sind aus meiner Sicht genau solche Aktivitäten, die der Universität letztlich ihre raison d’être geben.
Dass die Veranstaltung sich Gerald Stourzh-Vorlesung nennt, ist, glaube ich, auch der passende Name. Gerald Stourzh steht für die Offenheit für das Neue, steht auch dafür, dass die Arbeiten Reichweite – geographische wie gesellschaftliche – erhalten; und er steht auch dafür, dass die Themen, die er aufgegriffen hat, die Öffentlichkeit angehen. Ich darf mich also bei dieser Gelegenheit bei der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät recht herzlich bedanken und hoffen, dass es noch viele Gerald Stourzh-Vorlesungen geben wird!Aus der Ansprache zur Eröffnung der 2. Gerald Stourzh-Vorlesung zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie am 12. Mai 2010
O. Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler
Rektor der Universität Wien
