Erfassungszeitraum und Wissenspolitik
Bei der Recherche in Datenbanken ist immer zu berücksichtigen, dass diese trotz der oft erschlagenden Fülle der in ihnen enthaltenen bibliographischen Angaben keineswegs vollständig sind. Sie sollten daher folgendes beachten:

  • Mit welchem Jahr beginnt der Erfassungszeitraum der jeweiligen Datenbank? Viele Datenbanken gibt es erst seit den 1980er Jahren und Literatur, die zu einem früheren Zeitpunkt erschien, wurde darin nicht aufgenommen. Gerade im Bereich der Geschichtswissenschaften können aber auch früher erschienene Texte sehr wichtig sein, weswegen es zuweilen notwendig ist, ältere Bibliographien heranzuziehen, die (noch) nicht in elektronischer Form vorliegen.

  • Welche Zeitschriften werden von der benützten Datenbank erfasst? Manchmal gibt es die Möglichkeit, eine alphabetische Liste der Zeitschriften durchzusehen, deren Artikel in der Datenbank verzeichnet sind; überprüfen Sie, ob sich dort Ihnen bekannte, für Ihre Fragestellungen wichtige Zeitschriften befinden! Die Entscheidung darüber, welche Zeitschriften ausgewählt werden, um ihre Inhalte zu erfassen, ist auch eine wissen(schaft)spolitische Angelegenheit; manchmal braucht es langwierige Prozeduren, bis es der Redaktion einer Zeitschrift gelingt, die Betreiber und Betreiberinnen einer Datenbank davon zu überzeugen, dass ihr Periodikum "würdig" ist, darin aufgenommen zu werden.

  • Oft sind die Inhalte von Datenbanken auch ein Spiegelbild internationaler Machtverhältnisse. So dominieren z.B. in der Datenbank "Historical Abstracts" (Stand: Juli 2003) die englischsprachigen Einträge: Mehr als 340.000 davon gibt es, es folgen an zweiter Stelle die deutschsprachigen (mehr als 54.000), an dritter die französischen (mehr als 52.000) Texte; demgegenüber stehen z.B. nur 6.000 chinesische und knapp 500 arabische Einträge.

  • Schließlich ist zu bedenken, dass nicht immer alle in einer Zeitschrift erschienenen Texte in den Datenbanken aufgenommen werden; nur die großen Artikel finden darin Eingang, Kurztexte, Ankündigungen und Rezensionen können unter Umständen unbeachtet bleiben.

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