Die chinesische Enzyklopädie: Lachen über Ordnung

Jorge Luis BorgesDer argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges zitiert eine fiktive chinesische Enzyklopädie; gemäß dieser sind Tiere wie folgt zu klassifizieren:
"a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen"
(Jorge Luis Borges, Die analytische Sprache John Wilkins', in: ders.: Das Eine und die Vielen. Essays zur Literatur, München 1966, 212, zitiert nach: Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge, 12. Auflage, Frankfurt am Main 1994, 17.)


Fremde Ordnungssysteme können uns zum Staunen, zum Lachen bringen; sie verunsichern unsere eigenen Vorannahmen und stellen Selbstverständlichkeiten in Frage. Auch Ordnung hat eine Geschichte und kann als willkürlich, zufällig zustande gekommen erscheinen.

 

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