Prozessorientierte Gesichtspunkte beim Aufbau einer Lerneinheit
Zum Gebrauch der Planungsmatrix
Zwar hat fast jede Unterrichtsstunde einen irgendwie prozesshaften Aufbau, doch nicht jeder intuitiv gestaltete Lernprozess gelingt zur Zufriedenheit der Teilnehmergruppe. Häufig entstehen Blockaden im Lehr-/Lernprozess, die erst durch nachträgliche Reflexion gelöst werden können.

Um solche Verstehens-Blockaden möglichst gering zu halten, werden bei prozessorientierter Arbeit die Kommunikationsstrukturen des Teilnehmerfeldes bewusst in den Lernprozess miteinbezogen. Dies muss schon in der Planungsarbeit mitbedacht werden: Zu Beginn eines neuen Arbeitsprozesses braucht der/die Lehrende eine ausreichende Adressatenanalyse. Diese Analyse ist als themenadäquate Bestimmung der Zielgruppe zu verstehen: Der erste Einstieg ins Thema kann beispielsweise als – mehr oder weniger spielerische – Erhebung über Motivation, Interessenslage, Vorwissen, Erwartungen und Befürchtungen der TeilnehmerInnen gestaltet werden.

Für eine adäquate Steuerung des Lernprozesses ist die laufende Beobachtung des inhaltlichen und des sozialen Geschehens im Verlauf eines Arbeitsprozesses erforderlich. Der/Die LehrerIn als KoordinatorIn dieses Prozesses braucht dafür regelmäßige Rückkoppelungsschleifen mit dem Lernsystem, um sich z.B. weitere Information über den Arbeitsfortschritt, die Qualität des Verstehens (oder das Ausmaß des Miß-verstehens) in der Lerngruppe zu verschaffen. Diese Information ist bei der Planung des nächsten Arbeitsschrittes zu berücksichtigen. Eine theoretische Unterstützung zur Beobachtung und Steuerung von Lernprozessen bietet das zirkuläre Modell.

Allgemein ist wichtig, dass bei der Planung einer prozessorientierten Lernorganisation ausreichend Zeit für die Entfaltung der Kommunikation der Lerngruppe gegeben ist. Die themenbezogene und (!) die scheinbar themenferne Kommunikation (Tratsch), die Verarbeitungsprozesse durch die assoziativen Verknüpfungen in Arbeitsgesprächen und Diskussionen sind – neben der systematischen Entwicklung des Themas - die basalen Komponenten dieses Lernprozesses.

Der Lernprozess muss schließlich einer bewussten Reflexion zugeführt werden, um für die TeilnehmerInnen selbst später nutzbar zu werden. Dies ist durch individuelle Reflexionsformen und Formen der Gruppenreflexion zu gewährleisten.
Symbole
markiert den Inhalt einer Lerneinheit.
markiert die Dauer einer Lerneinheit.
markiert referenzielle Begriffe am Beginn einer Lerneinheit.
markiert Definitionen.
markiert Leitfragen.
markiert ein Beispiel.
markiert eine Übung.

Farbig markierte Worte verweisen auf eine zugeordnete Begriffserklärung.