Geschichtsschulbücher im internationalen Vergleich
Netzwerk Geschichtsdidaktik
Der Geschichtsunterricht in der frühen Bildungsarbeit des Europarates

Die Geschichte und der Geschichtsunterricht haben in der Bildungsarbeit des Europarates seit Beginn dieser Organisation einen wichtigen Platz eingenommen. Werte wie "Wechselseitiges Verstehen", "Erziehung zu Toleranz" und "Erziehung zur Respektierung der Menschenrechte" wurden als prioritäre Bildungsziele im postfaschistischen Europa deklariert. In der "European Cultural Convention" (1954) wurden die Bildungszusammenarbeit auf europäischer Ebene im Dienste diese Ziele verankert. Durch die Verbesserung der Schulbuchtexte, insbesondere durch die Entnationalisierung der Geschichtsdarstellungen sollte der Geschichtsunterricht dazu beitragen, die nationalistischen Feindbilder zu überwinden und eine demokratische europäische Gesellschaft aufzubauen.

Logo des Europarates.Nach der Gründung des Europarates im Jahr 1949 galt ein erster Schwerpunkt seiner Bildungsarbeit dem bilateralen bzw. dem internationalen Vergleich von Geschichtsschulbüchern. Der Europarat organisierte dazu zwischen 1953 und 1958 sechs große internationale Konferenzen, in denen die Standards für die historischen Darstellungen in Geschichtsschulbüchern erarbeitet wurden. Geschichte sollte weder der nationalistischen Propaganda noch der Propaganda für Europa dienen, sondern zur Überwindung tradierter Vorurteile und historischer Fehlinterpretationen beitragen und zur Darstellung der historischen Tatsachen ermuntern. Die erste dieser Konferenzen fand 1953 in Calw statt. Die Empfehlungen dieser Konferenz können Sie hier nachlesen.


Das "Georg Eckert Institut für Internationale Schulbuchforschung" in Braunschweig führt die Arbeit des internationalen Vergleichs von Schulbuchtexten bis heute weiter. Der Schulbuchvergleich beschränkt sich längst nicht mehr auf Europa, sondern umfasst auch Schulbücher aus China, Japan oder Mexiko. In der Zeitschrift für Internationale Schulbuchforschung werden regelmäßig Ergebnisse dieser Forschung veröffentlicht.
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