Auswahl der in Frage kommenden Archive

Ausgestattet mit dem handwerklichen Rüstzeug, der forschungsleitenden Frage sowie der Forschungsliteratur zu dem Thema begibt man sich in einem nächsten Schritt auf die Suche nach den relevanten Archivalien und somit auf die Suche nach den Archiven, wo diese verwahrt werden. Aus der Forschungsliteratur wird man einen ersten Überblick bekommen haben, wo sich interessante Bestände befinden könnten. Eine gründliche Durchsicht der in der Regel in den Fußnoten ausgewiesenen Quellenbelege sowie der bei Publikationen im Anhang genannten verwendeten Archivalien ist somit ein erster Anhaltspunkt für die eigene Recherche.

Der zweite Punkt ist das Eruieren von archivischen Zuständigkeitsbereichen. Für die schriftliche Überlieferung einer Stadt ist in der Regel das Stadtarchiv, für eine Pfarre das Pfarrarchiv, für eine Universität das Universitätsarchiv u.s.w. zuständig. Aus historischen Gründen können jedoch diese Zuständigkeiten variieren. Im Zuge der josephinischen Reformen etwa wurden zahlreiche Klöster aufgehoben und die Archivalien kamen teilweise an andere Klöster. So kamen die Archivalien des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien nach seiner Aufhebung an das Stift des gleichen Ordens in Klosterneuburg. Viele Adelsarchive werden häufig als so genannte Deposita an Landesarchive zur dauerhaften, fachgerechten Verwahrung übergeben. Als drittes seien noch Nachlässe von bedeutenden Personen genannt, die ebenso häufig als Deposita oder Schenkungen an verschiedenste Archive kommen konnten, etwa an das Archiv der Heimatstadt oder bei bedeutenderen Persönlichkeiten an Landes- oder Bundesarchive. Suchstrategien müssen also auch diese Umstände berücksichtigen.

Ein weiterer Anhaltspunkt ist die so genannte Abgabepflicht, die besonders bei Bundes- und Landesarchiven besteht. Dabei müssen die Behörden die für den aktuellen Geschäftsgang nicht mehr benötigten Unterlagen dem zuständigen Archiv übergeben.


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