Internetkritik
Nachdem das WWW auch im Bereich der Geschichtswissenschaft immer mehr zu einem zentralen und unverzichtbaren Informationsmedium geworden ist, wird auch die Kritik daran immer wichtiger. Jenseits der klassischen Quellenkritik ist es aufgrund der besonderen Beschaffenheit diese Mediums angebracht, einen spezifischen Kriterienkatalog zur Beurteilung des Internets zu entwerfen:
Wer verbirgt sich hinter der Website?
Sie müssen Information über AutorInnen und/oder BetreiberInnen der Website einholen. Wird die Website von einer (wissenschaftlichen oder nicht wissenschaftlichen) Institution betrieben oder von einer Privatperson? Diese Unterscheidung sollte aber nicht zur Folge haben, dass Websites von Privatpersonen von vorneherein als Informationsquelle abgelehnt werden sollten, sondern die Klärung der Urheberschaft dient vielmehr als Hilfestellung zur wissenschaftlichen Bewertung. Teilweise werden auch auf privaten Websites anspruchsvolle wissenschaftliche Studien publiziert, und außerdem bieten private Websites durchaus auch interessante Quellen an. Umgekehrt können Sie auch nicht von vorneherein sicher sein, dass alles was auf Websites von Universitäten veröffentlicht wird, wissenschaftlich bedeutsam ist.
Um das Umfeld der Veröffentlichung herauszufinden können Sie versuchen die Adresse der Website schrittweise zu kürzen. Falls Sie damit zu keinem brauchbaren Ergebnis kommen, können Sie den Namen oder die Internetadresse von AutorIn bzw. Betreiber der Website bei einer Suchmaschine eingeben, um herauszufinden welche andere Websites auf diese Seite verweisen.
Da das Internet ein sehr schnelllebiges Medium ist, sollten Sie auch die Aktualität der Website überprüfen. Oftmals wird auf der Website das letzte Update angegeben, aber auch wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie abklären ob die Information auf der Seite aktuell ist, bzw. ob es bereits viele "tote" Links gibt.
Jenseits dieser Beurteilungskriterien sind hier natürlich auch alle Kriterien der klassischen Quellenkritik anzuwenden, bzw. sind die hier genannten Kriterien nur als Hilfestellung und Ergänzung für die klassische Quellenkritik gedacht.
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