Inhalt und sozialer Prozess
Einführung in die Unterrichtsplanung
Erfolg im Unterricht ist nicht nur eine Frage der fachlich-inhaltlichen Argumentation, Mindestens ebenso bedeutsam ist die Gestaltung der kommunikativen Bedingungen, die zwischen den am Unterrichtsgeschehen beteiligten Personen ablaufen.

Der/Die Lehrende muss sowohl bei der Planung als auch bei der Steuerung des Unterrichts stets zwei Ebenen im Auge behalten:
  • Die Ebene der sozialen Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden
  • Die argumentative Entwicklung auf der thematischem Ebene.

Die Regeln der Kommunikation, welche – bewusst oder unbewusst – zwischen einem/r LehrerIn und den TeilnehmerInnen am Unterrichtsgeschehen etabliert werden (Arbeitsvertrag), sind Grundlage für die Arbeitsbeziehung, welche zwischen dem/r Lehrenden und den Lernenden als soziale Akteure ablaufen. Sie bilden zugleich die Grundlage für jene Perspektiven, unter denen der Lerngegenstand, z.B. "Geschichte", wahrgenommen wird (Didaktisches Dreieck).

In einer ihrer Grundannahmen geht die prozessorientierte Didaktik von den ‚pragmatischen Axiomen’ der Kommunikation aus, wie sie von Watzlawick, Beavin und Jackson (1967, S. 53) beschrieben wurden.
  • Das erste Axiom besagt: "Man kann nicht nicht kommunizieren."
  • Das zweite Axiom lautet: "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist."

Diese beiden Axiome sind für die Unterrichtssituation in vieler Hinsicht relevant: Das erste verweist auf die Tatsache, dass auch die unbesprochenen Verhaltensformen im Unterricht als ein Faktor der Kommunikation eine Rolle spielen. Das zweite, die weitgehende Determinierung des Inhaltsaspekts durch den Beziehungsaspekt, verweist darauf, dass die emotionale Beziehung zwischen den Akteuren die Arbeit am Inhalt nachhaltig bestimmen, aber auch irritieren kann.

Für die Planungsarbeit bedeuten diese Erkenntnisse, dass die Gestaltung der sozial-kommunikativen Strukturen des Lehrens und Lernens viel mehr Beachtung verlangt, als Lehrende bisher darauf verwendet haben.
Symbole
markiert den Inhalt einer Lerneinheit.
markiert die Dauer einer Lerneinheit.
markiert referenzielle Begriffe am Beginn einer Lerneinheit.
markiert Definitionen.
markiert Leitfragen.
markiert ein Beispiel.
markiert eine Übung.

Farbig markierte Worte verweisen auf eine zugeordnete Begriffserklärung.