Methodenwahl / Methodenwechsel
Zum Gebrauch der Planungsmatrix
Es gilt als Goldene Regel der Didaktik, spätestens nach 20 Minuten die Arbeitsmethode zu wechseln und eine neue Methode einzuleiten. Diese Regel ist tatsächlich durch vielfache Erfahrung gestützt, sollte allerdings nicht sklavisch eingehalten werden. Wie jede andere Regel der Didaktik stellt sie lediglich einen Erfahrungswert dar, der bei der konkreten Planung als Orientierung dient. Ein zweistündiges Rollenspiel kann durchaus passend sein, wenn es inhaltlich auf die Lerngruppe abgestimmt ist und im Arbeitsrhythmus passt.

Jeder Methodenwechsel ist auch ein Perspektivenwechsel. Das Thema wird neu "beleuchtet", andere Aspekte, neue Zugänge zum Thema werden sichtbar gemacht und damit für den Lernprozess erschlossen. Nicht nur die SchülerInnen, auch die Lehrenden bleiben dabei stets Lernende.

Ein Methodenwechsel beinhaltet zumeist auch einen Rollenwechsel: Die SchülerInnen steigen z.B. in die Rolle von Vortragenden ein (Gruppenpräsentation), die Lehrenden werden zu Zuhörern, Beratern, Organisatoren des nächsten Arbeitsschrittes usw. Die Flexibilität in der Rollengestaltung erhält auch die Lernbereitschaft aller Beteiligten (Lehrender und Lernender) und sollte daher schon in der Planungsarbeit mitbedacht werden.

Jeder bewusst gesetzte Methodenwechsel bedeutet eine Intervention ins soziale System der Lerngruppe. Wie das System genau reagiert, kann zunächst nicht mitgeplant werden. In der Planung können jedoch Rückkoppelungsschleifen vorgesehen werden, die es ermöglichen, die Reaktionen der AdressatInnen in den Lernprozess zu integrieren.

Transparenz ist bei jedem Methodenwechsel wichtig: Die TeilnehmerInnen brauchen Orientierung, sie wollen beispielsweise wissen, was als nächster Arbeitsschritt geplant ist. Methodenwechsel bedürfen daher einer klaren und eindeutigen Struktur – und in der Unterrichtssituation einer ebenso eindeutigen Ansage.
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