Methoden der Diskriminierung
Die Differenzierung der (Nachrichten-)Welt in einen "politischen" (hard news) und "unpolitischen" (soft news) Teil zementiert die herrschende gesellschaftliche Praxis, wonach Frauen und ihre Anliegen als "privat" definiert und aus dem öffentlich-politischen Diskurs ausgegrenzt werden.

Die Dichotomisierung zwischen "privat-weiblich" und "öffentlich-männlich" hat sich seit 1984 im ORF noch verstärkt. Seither ist der ORF in Form von zwei Zuständigkeitsbereichen organisiert (sog. "Funktionslösung" im Gegensatz zur vormaligen organisatorischen Trennung nach den Kanälen FS1 und FS2): es gibt seither die "Informationsintendanz" und die "Programmintendanz". Erstere umfasst die Hauptabteilungen Aktueller Dienst, alle Service-Sendungen, Sport, Dokumentationen, sowie Wissenschaft und Bild - also traditionell aktuelle, politiknahe, id est "männliche" Bereiche.
Zur Programmintendanz zählen hingegen all jene Ressorts, die traditionell als "nicht-aktuell", "politikfern", id est "weiblich" bezeichnet werden: Kultur, Gesellschaft, Jugend und Familie, Unterhaltung, Musik, Fernsehspiel und Theater, Film und Serie und Religion.

Im Informationsbereich sind nur 24,5% weibliche RedakteurInnen beschäftigt, im Programmbereich sind es 43,7%. Immer noch gibt es das Vorurteil, wonach Frauen für "hard news" nichts taugen, weil sie angeblich zu wenig sachlich und zu emotional seien.
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