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DJIBOUTI |
ws redaktion am: 30.10.2005
D J I B O U T I / DJ
(République de Djibouti /
al-Jumhuriyya ad-Jibuti, kolonial: Territoire des Afars et Issas)
Präsidialrepublik.
Die Verfassung wurde 1992 auf ein eingeschränktes (4 Parteien)
Mehrparteiensystem erweitert, doch hat sich de facto für die bisherige
Einheitspartei RPP (Rassemblement
Populaire pour le Progrès) keine Machteinbusse ergeben.
Präsident:
Ismail Omar Guelleh (seit 1999, zuletzt wiedergewählt April 2005 mit 96,85%)
früherer Staatschef: Hassan Gouled Aptidon (1977-1999)
Unabhängig
seit 27.6.1977; das Parlament wird auch nach dem
Ende des Einparteienregimes vom RPP dominiert. Bei den Wahlen von 2003 sicherte
sich eine Koalition aus RPP und drei weiteren Parteien (Front
pour la Restauration de l'Unité et de la Démocratie, Parti
National Démocratique / Aden Robleh Awaleh, Parti Populaire Social Démocrate) unter dem Namen Union pour
la Majorité Présidentielle mit 62,7% der gültigen Stimmen alle 65
Parlamentssitze. Die Oppositionsparteien (darunter
Mohamed D. Elabes Parti du Renouveau Démocratique)
- angetreten als Union pour l’Alternance Démocratique -
erhielten 37,3%, gingen jedoch aufgrund des Wahlsystems leer aus; die
Wahlbeteiligung lag unter 50%.
Das CIA factbook weist darauf hin, dass Djibouti heute die einzige
US-amerikanische Militärbasis im Afrika südl. der Sahara ist und „a
frontline state in the global war on terrorism“.
23.200
km2 gross, 476.600 Einwohner (2005);
nach offiz. franz. Angaben 700.000. Die rund 30% ländliche Bevölkerung sind
zum grössten Teil Nomaden. Zuwachsrate: 2,06% (2003)
Hauptstadt: Djibouti (350.000 Ew., 2005)
Währung: Djibouti Franc (feste Bindung an den US-$). 1.000 DJF = 4,76 € /
7,36 CHF
Offizielle
Sprachen: Französisch, Arabisch. Die
beiden stärksten Bevölkerungsgruppen sind Afar (knapp 40%) und Issa (Somali,
45%). Europäer (vor allem Franzosen, 15.000) und Araber (12.000) sind starke
Minderheiten. Aufgrund der regionalen Auseinandersetzungen kommt es immer wieder
zu bedeutenden Flüchtlingsströmen.
Wirtschaft:
Djibouti ist wirtschaftlich total von Frankreich (und anderen Industriestaaten)
abhängig. Bodenschätze (Salz, Kalk etc.) sind nur in geringem Masse vorhanden
und die Nutzung der thermischen Energie ist erst im Anfangsstadium. Die
Viehzucht ist vor allem auf Subsistenz gerichtet, wobei nur 10% des Landes überhaupt
und nur 0,26% (6.000 ha) für die Landwirtschaft nutzbar sind.
Exporten im Wert von 6,62 Mrd. FDJ (32,54 Mio. €) standen 2003 Importen von
42,4 Mrd. FDJ (202,34 Mio. €) gegenüber; das Handelsbilanzdefizit macht das
Land stark abhängig von auswärtiger Budgethilfe und Entwicklungsgeldern. Die
Sektoren Transport, Banken und andere Dienstleistungen erbringen neben der
Wirtschaftshilfe das notwendige Nationaleinkommen. Dienstleistungen machen rd.
3/4 des Bruttoinlandprodukts aus. Über 45% des BIP kamen 1993 allein aus der
Versorgung der französischen Armeeeinheiten, die in Djibouti stationiert waren:
nach 1995 hat Frankreich seine Garnison deutlich reduziert, dafür stationierte
die USA Marines im Zuge ihrer „Terrorbekämpfung“.
Der Hafen von Djibouti, vor der Schliessung des Suezkanals der achtgrösste der
Welt, hat sich von der Rezession nicht mehr völlig erholt. Heute wird vor allem
das Containergeschäft ausgebaut und die Position als Umschlagplatz für überlastete
Dritthäfen (etwa Djidda) gefördert. Bedeutend auch die Verwendung des Hafens
durch die Kriegsmarine der NATO. Über die Eisenbahn nach Addis Abeba wurde
zeitweilig mehr als die Hälfte der äthiopischen Exporte/Importe abgewickelt.
Äthiopien nützt aber zunehmend Alternativen .
Nur
rund 20 bis 25.000 Personen finden im modernen Sektor Arbeit; die
Arbeitslosenquote liegt bei 50%. Die Wirtschaft ist durch Privatisierung und
Liberalisierung gekennzeichnet - die politische Liberalisierung steht noch aus.
Die Auslandsschulden betrugen 2003 64,6 Mrd. FDJ (307,9 Mio. €), bei einem
Bruttoinlandsprodukt von 111,07 Mrd. FDJ (529,8 Mio. €). Die Inflation stieg
2004 gegenüber dem Vorjahr um 1% auf 3%.
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handbuch afrika bd. 3 / 2003