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MAURETANIEN |
ws redaktion am: 30.03.2006
M A U R E T A N I E N /
Mawritaniyya (MR)
(Al-Jumhuriyya al-Islamiyya al-Mawritaniyya)
Islamische
Republik auf der Grundlage einer Verfassung von 1991. Ein Militärputsch stürzte
im August 2005 Maawiya Ould Taya; das neue Regime versprach Wahlen für März
2007.
Präsident: (per interim): Obst. Ely
Ould Mohamed Vall (2005 - )
Frühere
Staatschefs: Mokhtar Ould Daddah (1960-1978), Oberst Mustapha Ould Saleck
(1978-1979), Obstlt. Ahmed Ould Bouceif (1979), Obstlt. Mohamed Mahmout Louly
(1979-1980), Obstlt. Mohamed Ould Haidalla (1980-1984), Oberst) Maawiya Ould
(Sid Ahmed) Taya (1984 – 2005)
1,030.700
km2 gross; 2,548.157 Einwohner (Volkszählung 2000), davon ein
zunehmender Anteil im Umfeld der Städte lebend (40%), Zuwachsrate: 2,4% /
Nouakchott 3,75%. Der Anteil der nomadisierenden Bevölkerung ist von 83% (1965)
auf 4,8% (2000) zurückgegangen.
Hauptstadt: Nouakchott (558.000 Ew. 2000); weitere wichtige Städte (Hafen bzw.
Minen): Nouadhibou, Kaedi, Zouerat, Rosso, Atar.
Währung: Uguiya (Ouguiya), 100 UM =
0,29 € / 0,45 CHF
Offizielle
Sprache: Arabisch. Gem. Verfassung fungieren Arabisch, Ful (20%), Wolof
(12%) und Soninke als „Nationalsprachen“. Französisch verlor seine Rolle
als Amtssprache, was Grund für Konflikte war. Der Gegensatz zwischen dem
arabischen (bzw. arabisierten) und dem „schwarzen“ Teil der Bevölkerung
(rund 1/3) führt immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Wirtschaft:
Vor der Unabhängigkeit weitgehend auf Subsistenz in den Bereichen Viehzucht,
Landwirtschaft und Fischfang ausgerichtet. Die Exporte umfassten damals Gummi
Arabicum, Vieh und Trockenfisch. Ab 1960 gewann die Minenindustrie (Eisen,
Kupfer) immer stärker Bedeutung, aber während Eisenerz bis zu 85% der Exporte
ausmachte und massiv zum Staatseinkommen beitrug, war der Kupferabbau (1978
eingestellt) eine defizitäre Sparte. Die Entdeckung von Erdölvorkommen,
offshore wie im Landesinneren, veranlasste den Präsidenten mit 2005 die Gehälter
deutlich zu erhöhen; dieser Vorgriff auf zukünftige Erträge hat rein
politische Bedeutung.
In Verbindung mit der Nützung der Bodenschätze kam es zu einem Ausbau der
Infrastruktur (Bahn, Häfen, Strassen) und zur Errichtung weiterer Industrien,
die jedoch häufig nicht den Dimensionen des Landes entsprachen. Während der
Fischfang und die Verarbeitung stetige Förderung bekamen, blieb der Agrarsektor
weitgehend unentwickelt. Die Ausweitung bewässerter Anbauflächen brachte die
Entstehung einer kleinen Agrarbourgeoisie, meist im Hauptberuf Bürokraten.
Mauretanien ist stark von Nahrungsmittelimporten abhängig (wobei Dürre,
Flutkatastrophen und Heuschrecken das Defizit noch sehr viel deutlicher machen).
Seit 1985 läuft ein Strukturanpassungsprogramm des FMI mit passablem Ergebnis für
das staatliche Budget, geringem Erfolg für die Wirtschaft, aber Schaden für
die bäuerlichen Produzenten und vor allem die kleinen Lohnempfänger („Brot“-Unruhen
Anfang 1995). 1999 lag die Arbeitslosigkeit immer noch bei 21%. Inflation: 7%
(2003).
2002 wurde Mauretanien im Rahmen der HIPC-Initiative eine Entschuldung um Umfang
von 1,1 Mrd. US-$, das sind etwa 50% seiner Auslandsschulden, zuerkannt. 2006
sollt die offshore-Förderung von Erdöl beginnen, von der sich die Regierung
einen jährlichen Einkommenszuwachs von 100 Mio. US-$ erwartet.
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handbuch
afrika bd. 3 / 2003