NAMIBIA

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ws redaktion am: 26.06.2006

N A M I B I A (NA)
(Republic of Namibia)

Republik auf der Basis einer Verfassung von 1990. Die SWAPO (South West African Peoples Organisation) führte bis 1989 einen Widerstandskampf gegen die widerrechtlich fortgesetzte Verwaltung des Landes durch Südafrika - ursprünglich aufgrund eines UNO-Mandates; sie ist heute Regierungspartei und stellt den Präsidenten.
Präsident: Hifikepunye Pohamba (seit 2005
früherer Staatschef: Sam Safishuna (Daniel) Nujoma (1990-2005)

Unabhängig seit 21.3.1990. Bei den Wahlen für die erste Kammer (National Assembley) von 2004 bekam SWAPO 75,1% der Stimmen (um 1% weniger als bei den vorhergehenden Wahlen) und 55 Sitze, CoD (Congress of Democrats) 7,2% und 5 Sitze, DTA (Democratic Turnhalle Alliance) 5% und 4 Sitze (gegenüber 1999 erneut ein Verlust an Mandaten). Die UDF (United Democratic Front) erhielt 3 Sitze, ebenso wie die National Unity Democratic Organization. Die „weisse“ Monitor Action Group hielt ihren einen Sitz; 1 Mandat ging an die Republican Party. Sechs weitere der 78 Parlamentsabgeordneten werden vom Präsidenten ernannt. In den National Council entsenden die 13 Regional Councils Vertreter: 24 der 26 Sitze hält SWAPO, 1 die DTA und 1 die UDF. Bei der Präsidentenwahl (2004) siegte der frühere Agrarminister Pohamba wie zuvor sein Mentor Nujoma mit 76% vor Ben Ulenga (CoD, 7,3%)

824.292 km2 gross, 2,044 Mio. Ew. (2006); davon rund 6% “Weisse”, Bevölkerungswachstum: 0,59% (2006); die AIDS-Rate bei Erwachsenen beträgt 21%.
Hauptstadt: Windhoek (251.000 Ew. 2001)
Währung: Namibia-Dollar (gebunden an den SA Rand). 100 NAD = 10,68 € / 16,69 CHF

Offizielle Sprachen: Englisch, Afrikaans, Deutsch. Afrikanische Sprachen (Verwendung z.T. in den Medien und im Unterricht): Bantusprachen: Kwanyama, Ndonga, Herero, Kwangali etc. Khoi-sansprachen: Nama, Dama und verschiedene San ("Buschmann")sprachen. Sprecher von Bantusprachen machen über ¾ der Bevölkerung aus (und davon wieder gehört die Mehrheit zu den verschiedenen Gruppen der Ovambo).

Wirtschaft: Die Subsistenzwirtschaft der afrikanischen Bevölkerung (Viehzucht, wenig Ackerbau) repräsentiert nur 3 % der gesamten nationalen Produktion. Dominiert wird diese durch den Minensektor (Diamanten - 1/3 der Exporte, Kupfer, Blei, Silber, Zink, Nickel, Uranium) - rd. 60% der Exporte. Der Abbau erfolgt durch Unternehmen in ausländischem Besitz. Der Rückgang im Bergbau führte zu einer steigenden Arbeitslosigkeit - 30% bis 40% unter Berücksichtigung versteckter Arbeitslosigkeit. Das nationale Durchschnittseinkommen liegt zwar deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt, doch ist die Verteilung sehr ungleich: nur ein Sechstel der afrikanischen Bevölkerung hat ein hinreichendes Einkommen.
Von der billigen Arbeitskraft profitiert auch die kommerzielle Viehproduktion und Viehverarbeitung, die Lebendvieh und Fleisch für den südafrikanischen Markt und Karakulpelze vor allem für BRD und Italien produziert (20% der Exporte). Als dritter Wirtschaftszweig liefert die Fischerei knapp 10% der Exporte; Wirtschaftswachstum (2005): 3,5% Inflation: 2,7% (2005), Auslandsverschuldung: 1,16 Mrd. US-$ (2005); relative geringes Handelsbilanzdefizit.
Südafrika hat in der langen Zeit der Mandatsverwaltung Namibia wie eine Kolonie in die eigene Wirtschaft eingebunden. Das Land produziert in erster Linie Rohstoffe für den Export und ist in vielen Dingen vom Import aus der benachbarten "Metropole" abhängig. Die Handelsbilanz weist ein leichtes Defizit auf, das u.a. durch Tourismus und Entwicklungshilfe abgedeckt wird. Bislang blieb Namibia Teil der südafrikanischen Währungszone (auch wenn der namibische Dollar den Rand ersetzte) bzw. der Zollunion.



handbuch afrika bd. 1 / 1999