SENEGAL

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ws redaktion am: 03.10.2008

S E N E G A L (SN)
(République du Sénégal)

Republik auf der Basis einer Präsidialverfassung von 2001.
Präsident: Abdoulaye Wade (seit 2000)
früherer Präsident: Léopold Sedar Senghor (1961-1981), Abdou Diouf (1981-2000)

Unabhängig: seit 20.6.1960 (als Teilstaat im Rahmen der Föderation Mali), seit 20.8.1960 als eigener Staat. In den Wahlen von 1998 hatte der PS (Parti Socialiste) noch 93 der 140 Mandate erhalten und der PDS von Abdoulaye Wade (Parti Démocratique Sénégalais) 23. Abdoulaye Wade gewann mit seiner oppositionellen Koalition „Sopi“ die Parlamentswahlen von 2000, wurde Präsident und 2007 mit knapp 56% der Stimmen wiedergewählt. Sopi erhielt 2007 131 der 150 Parlamentssitze; die Opposition zersplitterte auf viele sehr kleine Fraktionen.

196.000 km2 gross, wobei das Staatsgebiet durch die Enklave Gambia weitgehend in zwei Teile zerschnitten wird. knapp 12,85 Mio. Einwohner (2008); 62% ländliche Bevölkerung, Zuwachsrate 2,58%.Hauptstadt: Dakar (2,5 Mio. Ew., 2008) Andere grosse Städte: Thies, Kaolack, Saint-Louis. Ziginchor, Diourbel.
Währung: Franc CFA, 100 F CFA = 1 FF / 0,15 Euro

Offizielle Sprache: Französisch; Nationalsprachen: Wolof (43,3%), Poular (oder Ful, 23,8%), Serer (14,7%), Diola (3,7%), Mande (4%). Wolof fungiert als Verkehrssprache für die Mehrheit der Einheimischen. Die Bevölkerung ist zu 94% islamisch.

Wirtschaft: Senegals Wirtschaft ist heute immer noch von der Erdnusskultur dominiert, obschon der Anteil dieses Produkts am gesamten Export seit 1960 von 80% auf unter 50% zurückgegangen ist. Weitere Exporte sind Fisch, Baumwolle und Phosphat.
Dürre, Verarmung des Bodens, schwankende Weltmarktpreise, zu geringe Anbaukapazität für Nahrungsmittel (fehlende Bodenflächen und Arbeitszeit) kennzeichnen diese Erdnussmonokultur und bringen die politische Führung des Landes immer wieder in Probleme, für die sie nur mit Unterstützung der Industrieländer, um den Preis steigender Abhängigkeit, Lösungen finden kann. Obwohl Senegal einer der ersten afrikanischen Staaten war, der ein Strukturanpassungsabkommen unterzeichnete, sind aus politischen Gründen die damit verbundenen Änderungen nur langsam realisiert worden, haben aber – zumindest aus der Sicht der Bretton-Woods-Institutionen, durchaus Erfolg gehabt. Im Rahmen einer HIPC-Initiative wurden dem Land zuletzt 2/3 seiner Schulden erlassen.
Das geschätzte Wirtschaftswachstum betrug 2007 immerhin knapp 5%, die Inflation jedoch fast 6%. 54% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze und vor allem in den Städten ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch (48%).
Die Entwicklung einer Industrie, einer modernen Infrastruktur und auch des Tourismus haben Dakar und sein unmittelbares Hinterland in eine bevorzugte Position gebracht. Die Beseitigung der Schutzmassnahmen im Rahmen der Strukturanpassung hat jedoch der industriellen Produktion sehr stark geschadet. Als Folge der Benachteiligung des übrigen Landes ergibt sich eine beschleunigte Verstädterung mit allen ihren Nachteilen (Arbeitslosigkeit, Wohnprobleme etc.). Vor diesem Hintergrund sind die Proteste - vorwiegend von Jugendlichen - zu sehen, die immer häufiger gewaltsame Formen annehmen. Die Handelsbilanz ist stark defizitär – die Exporte entsprechen etwa der Hälfte des Wertes der Importe von rd. 3,3 Mrd. US-$ (2007); die Staatsverschuldung im Ausland betrug Ende 2007 knapp 2,13 Mrd. US-$, und war damit gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich gestiegen.

handbuch afrika bd. 2 / 2001