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SWAZILAND |
ws redaktion am: 22.05.2006
S W A Z I L A N D (SZ)
(Kingdom of Swaziland / Umboso wa kaNgwana)
Absolute
Monarchie seit dem Ende der konstitutionellen Monarchie 1973. Politische
Institutionen pseudotraditionellen Charakters (Verfassung von 1978) sichern die
Konzentration der Macht in den Händen des Königs und seiner engsten Ratgeber.
Die Verfassung von 2005/06 lässt keine Parteien zu und hat auch sonst wenig
demokratischen Charakter.
Staatsoberhaupt: König (Ngwenyama) Mswati III (seit 1986).
Vorgänger: Sobhuza II (Paramount Chief / König 1921 bis 1982). Während des
Interregnums 1982 bis 1986 standen zwei Regentinnen an der Spitze des Staates:
Dzewile (1982-1983), Ntombi Laftwala (1983-1986).
Unabhängig
seit 6.9.1968. Nach der Verfassung von 1978 wird die Volksvertretung
indirekt gewählt. Die Macht des „inneren Rates“ (Liqoqo), der die
Politik während des Interregnums führte, ist seit 1986 wieder stark eingeschränkt.
Parteien sind verboten, doch bestehen einige im Exil oder Untergrund, oder
gelten nicht als Parteien, sondern als „Political Associations“: Swaziland
Youth Congress, (SWAYOCO); Convention for Full Democracy in Swaziland
(COFUDESWA); Imbokodvo National Movement (INM), Ngwane National
Libertatory Congress (NNLC, Obed Dlamini), People's United Democratic
Movement (PUDEMO, Mario Masuku), Swaziland National Front (SWANAFRO,
Elmond Shongwe)
Die Mobilisierung der Bevölkerung geschieht
über die durch die Chefs einberufenen Regionalversammlungen (Tinkhundla). Diese
wählen indirekt (zuletzt 2003) 55 der 65 Abgeordneten zum Abgeordnetenhaus. 10
ernennt der König. Der Senat besteht aus 30 Mitgliedern, von denen 20 durch den
König und 10 durch das Abgeordnetenhaus bestimmt werden.
17.363
km2 gross (kleiner als Niederösterreich); 1,136 Mio. Ew.
(2006); über 80% ländliche Bevölkerung. Die Bevölkerung wird sich 2006 um
0,23% verringern; Swaziland hat mit 38,8% der erwachsenen Bevölkerung die höchste
AIDS-Rate der Welt
Hauptstadt: Mbabane (78.000 Ew., 2006); der Hof des Königs befindet sich in
Lobamba (4.600 Ew.); andere grössere Städte: Manzini (115.000 Ew.), Matsapha
Währung: Lilangeni (Mz. Emalangeni). 100 SL = (100 Rand) = 11,83 € /
18,37 CHF
Offizielle
Sprachen: Englisch und siSwati. Andere Sprachen: Über 90% der Bevölkerung
sind Swazi und sprechen Varietäten des siSwati. Die etwa 10.000 Europäer und
Farbigen verwenden Englisch oder Afrikaans.
Wirtschaft:
Seit die Eisenvorräte erschöpft sind, hat die Produktion aus den Minen (Kohle,
Asbest, Industriediamanten u.a.) ihre führende Position bei den Exporten an den
Zucker verloren. Die wirtschaftliche Kontrolle des Landes übernahm seit der
Unabhängigkeit zunehmend südafrikanisches Kapital, doch wird sowohl die
Zuckerproduktion und die Gewinnung von Nutzholz noch durch englische Firmen
kontrolliert (Tate & Lyle, Lonrho etc.).
Als Folge der Kolonisierung kam es zu einer Aufteilung des Bodens in National
Land (unter Verwaltung der Chefs kommunal genutzt) und Freehold Land
(in Besitz weisser Farmer oder Firmen). Der Anteil des fremd genutzten Landes
wurde durch Ankäufe von über 60% auf 40% gesenkt. Die Exportkulturen
konzentrieren sich aber noch immer auf die freehold areas, während der
von Swazi genützte Boden nicht ausreicht, um den Bedarf an Lebensmitteln zu
decken. Die einheimische Viehproduktion - der grössere Teil der Herden gehört
der königlichen Familie oder Chefs - fungiert primär als traditionelles Mittel
der Kapitalbildung.
Exportgüter: Neben Zucker und Holz auch Zitrusfrüchte, andere Früchte,
Baumwolle, Tabak; dazu kommen Produkte industrieller Fertigung.
40% Arbeitslosigkeit und 69% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze sind
von grösserer Bedeutung für die Menschen im Land als die Tatsache, dass
Swaziland ein für Afrika deutlich überdurchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen
ausweisen kann (5.500 US-$ in 2005).
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handbuch afrika bd. 1 / 1999