Editionsgrundsätze
Textauswahl und Komposition des Editionsteils
- Die ausgewählten Hofordnungen und Instruktionsbücher werden nach ihrer Entstehungszeit chronologisch geordnet im Editionsteil wiedergegeben.
- Die Texte der Instruktionsbücher werden in der Reihenfolge, in der sie in die Instruktionsbücher eingetragen wurden, im Editionsteil wiedergegeben.
- Die vier Instruktionsbücher und die Hofordnung aus dem Jahr 1537 wurden in Editionseinheiten gegliedert, wobei je eine Eintragung eine Editionseinheit bildet.
- Alle Editionseinheiten wurden mit einer laufenden Nummer versehen.
- Eng verwandte Texte oder beinahe identische Texte wurden ineinander verarbeitet, wobei der chronologisch jüngere Text in den älteren Text eingearbeitet wurde. Nur formale und semantische Varianten zwischen den Texten wurden ausgewiesen. Der eingearbeitete Text bleibt in der angestammten Abfolge der Editionseinheiten durch Kopfregest und Abdruck formaler Textkomponenten (Protokoll und Eschatokoll) repräsentiert.
- Fremdsprachigen Texten wurde eine Übersetzung ins Deutsche beigegeben.
- Die Editionseinheiten wurden konsequent in Paragraphen gegliedert und durchnummeriert beziehungsweise wurden das Protokoll mit [P], das Eschatokoll mit [E] und gegebenenfalls Addenda mit [A], Rückvermerke mit [R] und Inhaltsverzeichnisse mit [I] gekennzeichnet. Die Paragraphennummerierung lehnt sich an die zumeist vorhandene, zeitgenössische Nummerierung an.
Textkonstitution
- Der Buchstabenbestand des Texts der Editionsgrundlage wurde übernommen.
- i, j, u, v, w werden gemäß ihrem Lautwert wiedergegeben.
- Langes s wurde durch rundes s ersetzt.
- Getrennt- und Zusammenschreibung, Interpunktion (auch Klammern) und Absatzgliederung wurden dem gegenwärtigen Gebrauch angenähert.
- Der Text wird in allgemeiner Kleinschreibung geboten. Groß geschrieben wurden ausgewählte Eigennamen (Personennamen, Festtagsnamen, Wochentagsnamen, Monatsnamen, Eigennamen von Gebäuden, geographische und geographisch-politische Bezeichnungen, das Wort „Gott“ und dessen Synonyme). Auch am Satzanfang und am Beginn von Überschriften wurde das erste Wort groß geschrieben.
- Ordinalzahlen wurden mit Punkt versehen, Kardinalzahlen stehen hingegen immer ohne Punkt. Zahlen über Tausend wurden mittels Punkt nach der Tausenderstelle gegliedert.
- Kürzungen wurden grundsätzlich stillschweigend und nach heutiger Schreibweise aufgelöst. War nicht eindeutig, welches Wort gekürzt wurde, erfolgte die Auflösung innerhalb runder Klammern und mit kursiv gesetzten Buchstaben. Standardisierte Kürzungen (Währungs- und Maßbezeichnungen etc.) wurden belassen, aber standardisiert.
- Offensichtliche Fehler (Schreibversehen) und Fehler in der Editionsgrundlage, die das Textverständnis hemmen, wurden im Editionstext verbessert und im Textapparat ausgewiesen.
Spezifika bei deutschen Texten
- Diakritische Zeichen wurden nur übernommen, wenn sie dem modernen Gebrauch entsprechen.
- Lateinische Wörter (Fremdwörter) wurden wie deutscher Text behandelt, lateinische Phrasen in deutschen Texten aber wie lateinischer Text.
Spezifika bei lateinischen Texten
- Es wurden keine diakritischen Zeichen aus dem Text der Editionsgrundlage übernommen.
- j wird immer mit i wiedergegeben.
Spezifika bei italienischen Texten
- Diakritische Zeichen wurden gemäß dem gegenwärtigen Gebrauch angebracht und nur aus der Editionsgrundlage übernommen, wenn sie dem modernen Gebrauch entsprechen.
- j wird immer mit i wiedergegeben.
Textwiedergabe
- Jeglicher Text des Editors im Editionsteil wurde kursiv gesetzt. Beigaben des Editors im Editionstext selbst (Paragraphennummerierung, Seitenwechsel etc.) stehen noch zusätzlich innerhalb eckiger Klammern.
- Aufgrund von Verderbungen nicht leserlicher Text wurde durch drei Punkte innerhalb runder Klammern gekennzeichnet (…). Aus demselben Grund unsicher gelesener Text steht kursiv gesetzt ebenfalls innerhalb runder Klammern.
- Absichtlich frei gelassene Stellen der Editionsgrundlagen wurden im Editionstext durch einen Geviertstrich (—) gekennzeichnet.
- Text der Editionsgrundlage innerhalb einer mit Tinte gezeichneten Kartusche steht im Editionstext innerhalb geschweifter Klammern.
- Die Wiedergabe der Textgliederung (Überschriften, Paragraphen, Absätze) wurde unter Anlehnung an den Text der Editionsgrundlage vereinheitlicht.
- Semantisch bedeutende Hervorhebungen im Text der Editionsgrundlage wurden, insofern eine Hervorhebung nicht schon durch die Positionierung im Editionstext eintritt (Überschriften etc.), im Editionstext gesperrtgesetzt.
- Hochstellungen im Text wurden nur übernommen, wenn sie nach Ordinalzahlen, dem §-Zeichen oder der Kürzung „Art“ stehen.
Textapparat
- Buchstabenexponenten stellen den Bezug zwischen den Textanmerkungen und den betroffenen Textstellen im Editionstext her.
- Der Buchstabenexponent steht jeweils hinter dem betroffenen Wort. Besteht die Bezugsstelle aus zwei oder mehr Wörtern, dann wird die Textstelle von zwei gleichen Exponenten umschlossen: „avon der Klammer umschlossener Texta“.
- Im Textapparat wurden die Bezugsstellen grundsätzlich nicht nochmals wiederholt. Nur wenn der Bezug zu einem Teil des Bezugsworts hergestellt werden musste, wurden die entsprechenden Buchstaben wiederholt.
- Im Textapparat wurden zeitgenössische Korrekturen, Ergänzungen und Anmerkungen ausgewiesen und beschrieben. Korrekturen, Ergänzungen und Anmerkungen wurden dabei nach Möglichkeit in den Editionstext eingearbeitet. War dies im Fall von Anmerkungen und Ergänzungen nicht möglich, wurde der ergänzte oder angemerkte Text in der Textanmerkung ausgewiesen. Im Fall von Korrekturen wurde der unkorrigierte Text ausgewiesen.
- Im Textapparat wurden auch Verbesserungen des Editors ausgewiesen. Diese wurden durch die Formulierung „verbessert aus“ oder „ergänzt“ von zeitgenössischen Korrekturen („korrigiert aus“) unterschieden.
- Wurden zwei Editionseinheiten ineinander verarbeitet, dann wurden im Textapparat die Varianten ausgewiesen.
- Sach- oder Textanmerkungen innerhalb der Textanmerkungen stehen innerhalb spitzer Klammern.
Texterschließung
Regesten
- Jeder Editionseinheit wurde ein der Erstinformation und eindeutigen Identifikation dienendes, erweitertes Kopfregest vorangestellt.
- Erschlossene Angaben stehen im Regest innerhalb eckiger Klammern.
Sachapparat
- Ziffernexponenten stellen den Bezug zwischen Sachanmerkung und Bezugswort her.
- Das Bezugswort wurde am Beginn der Sachanmerkung in modernisierter Form (kursiv gesetzt) oder der Form der Editionsgrundlage (recte gesetzt) wiederholt.
- Sachanmerkungen dienen hauptsächlich zur Identifikation von Orten (Straßen, Gebäuden etc.) sowie zur Erläuterung von im Kontext gegenwärtig schwer verständlichen Wörtern und Angaben, zur Kommentierung von Sachirrtümern im Editionstext, zur Identifizierung von in selben nur implizit genannten Personen, zur Identifizierung von im Editionstext erwähnten, anderen Texten und zum „Übersetzen“ von Verweisen.
- Fremdsprachige Wörter oder Textpassagen in deutschen Texten wurden innerhalb der Sachanmerkungen übersetzt.
- Sachanmerkungen innerhalb von Textanmerkungen stehen innerhalb spitzer Klammern.
- Die für die Anfertigung des Sachapparats verwendeten Hilfsmittel wurden entweder direkt in der Anmerkung ausgewiesen oder pauschal unter die „Darstellungen“ des Quellen- und Literaturverzeichnisses aufgenommen.
Register und Verzeichnisse
- Quellen- und Literaturverzeichnis: Der zweite und dritte Abschnitt des Literatur- und Quellenverzeichnisses verzeichnet die verwendete Literatur. Unter „Hilfsmittel und Nachschlagewerke“ wurden alle einschlägigen Druckwerke verzeichnet, die für die Erarbeitung der Edition herangezogen wurden, auch wenn sie nicht explizit zitiert wurden, sondern stillschweigend Verwendung fanden. Manche stillschweigend als Nachschlagewerk für vor allem zur Erstellung des Personenregisters verwendete Darstellungen wurden – auch wenn auf diese Werke wiederum nicht explizit Bezug genommen wird – in das Verzeichnis „Darstellungen“ aufgenommen, da sie bezüglich ihres Genres keine typischen Hilfsmittel sind.
- Für die Erstellung der Sachanmerkungen herangezogene Standardwörterbücher für Übersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Französischen, Tschechischen und Spanischen sowie aktuelle Standardlexika wurden nicht in das Quellen- und Literaturverzeichnis aufgenommen.
- Kürzungsverzeichnis: Im Kürzungs- und Siglenverzeichnis wurden alle Kürzungen aus Editionstext und Verzeichnissen angegeben Alle stillschweigend oder innerhalb runder Klammern aufgelöste Kürzungen des Editionsteils wurden in einem separaten Verzeichnis ausgewiesen. Innerhalb runder Klammern aufgelöste Personennamen wurden darin nicht berücksichtigt.
- Personenregister: In das Personenregister wurden alle mit Namen innerhalb des Editionstexts erwähnten Personen aufgenommen. Personennamen innerhalb der Textanmerkungen wurden ebenfalls, solche innerhalb der Sachanmerkungen und in den Regesten dagegen nicht berücksichtigt. Berücksichtigt wurden aber implizite Erwähnungen von konkreten Personen im Editionstext.
- Die Personennamen wurden modernisiert/normalisiert. Neben den Personennamen stehen innerhalb runder Klammern gegebenenfalls im Editionstext alternativ für eine Person verwendete Namen oder die im Editionstext oder in anderen Quellen gebrauchte Schreibweise, wenn die modernisierte/normalisierte Form von dieser stark abweicht.
- Bei den einzelnen Funktionsträgern wurden – wenn eruierbar – die Lebensdaten angegeben und zumindest jene Funktionen, die im Editionstext belegt sind (innerhalb runder Klammern und/oder kursiv gesetzt). Neben den angegebenen Funktionen stehen die zumindest aus dem Editionstext erschließbaren Funktionszeiten. Funktionsträger gingen, sofern nicht ein anderer Hofstaat angegeben wurde, ihrer Tätigkeit im kaiserlichen Hofstaat nach.
- Sachregister: Die Themenfelder, die bei der Texterschließung im Sachregister (Schlagwort- und Stichwortregister) berücksichtigt wurden, berücksichtigen vor allem die Organisation des Wiener Hofs, dessen Struktur und Normierung. Davon abgleitet stehen die Funktionseinheiten dieser Organisation im Mittelpunkt, deren Rechte, Pflichten und deren Verstrickung in die Organisation und deren Tätigkeitsbereiche, die wiederum abstrahiert werden können (Kanzleiwesen, Gesundheitswesen, Bauwesen, Rechnungswesen, Warenverwaltung, Sicherheitswesen etc.). Berücksichtigt wurden auch „Organisationsgrundsätze“ wie „Religiosität und Frömmigkeit“, „Verhaltensnormierung“, „Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“, „Hygiene und Sauberkeit“ etc. Alle Funktionsbezeichnungen und „Orte“ der Organisation („Keller“, „Küche“ etc.) sowie Eigennamen und Bezeichnungen für Textsorten, die in der Hofverwaltung zum Einsatz kamen, wurden ebenfalls aufgenommen.
- Verzeichnet wurden Schlag- und Stichwörter innerhalb des Editionstexts und der Textanmerkungen. Die Editionsvorbemerkung, die Regesten und die Sachanmerkungen wurden nicht berücksichtigt. Nicht berücksichtigt wurden weiters: geographische Bezeichnungen und Titel im Rahmen von Intitulationes und Namensnennungen von (adeligen) Funktionsträgern, die Funktionsbezeichnung einer Funktion/Funktionseinheit in der „eigenen“ Instruktion, die Wörter „Majestät“ und „König“ etc.
- Die Stichwörter wurden für das Register modernisiert.
- Begriffen, die aus Adjektiv und Substantiv zusammengesetzt sind, wurde das Substantiv immer vorausgestellt. Innerhalb runder Klammern wurden Erläuterungen (kursiv gesetzt) beziehungsweise Synonyme beigegeben.
- Die Bezugsstellenangabe erfolgte mittels Bandzahl, Nummer der Editionseinheit und Paragraphennummer. Fett gesetzte Bezugsstellen weisen die Relevanz einer ganzen Editionseinheit aus. Kursiv gesetzte Bezugsstellenangaben deuten darauf hin, dass das Bezugswort als Schlagwort gebraucht wird und sich nicht als Wort im angegebenen Paragraphen oder der angegebenen Einheit im Editionstext wiederfindet.
- Da das Wort „Hof-“ als eine Art Präfix sehr vielen Wörtern vorausgeht, wurde versucht – sofern es alternative Wortformen gab –, diese Wörter unter dem Anfangsbuchstaben der alternativen Wortform einzuordnen. In diesem wurde in der Regel auch darauf verzichtet, mittels Verweis unter „Hof-“ auf die endgültige Position im Register hinzuweisen.