Symbolik der Karlskirche
Doris Binder
Attribute
Die Karlskirche besteht aus einem zentralen Rundbau mit Kuppel, einem vorgestellten Säulenbau in griechischer Tempelform, zwei hohen bebilderten Säulen nach dem Vorbild der Trajanssäule in Rom und aus zwei seitlichen Tor Pavillions. Die bebilderten Säulen stellen Karl VI. als weisen und starken weltlichen Herrscher dar, die beiden großen Säulen wurden von Marder und Matielli geschaffen. Die Säulen sind durch goldene Adler gekrönt, welche die zwei Tugenden des Kaisers symbolisieren – fortitudo (Tapferkeit) und constantia (Beständigkeit). Die beiden Säulen erinnern an die beiden Säulen vor dem Tempel in Jerusalem – Jakin und Boas. Die Bebilderung der beiden Säulen entspricht jedoch nicht dem Vorbild der Trajanssäulen in Rom, welche Kriegstaten schilderten, sondern diese erzählen die Lebensgeschichte des Hl. Borromäus. In der Schaufront der Karlskirche verbinden sich die unterschiedlichsten Symbole der Geschichte zu einer Einheit – die römischen Kaiser Trajan und Augustus, den salomonischen Tempel, die Peterskirche in Rom, die Hagia Sophia, Karl den Großen und das Reich Karls V. – durch die gekonnt eingesetzte Symbolik sollte der Anspruch des Hauses Habsburg auf die europäische Vorherrschaft dargestellt werden.
Der Grundriss der Kirche ist, wie im Barock typisch, Elipsenförmig. Im Innenraum der Karlskirche fällt sofort die große Barockskulptur auf, welche den Hl. Borromäus darstellt. Am Sockel sind die vier lateinischen Kirchenväter abgebildet. Das Innere der Karlskirche wird durch das mächtige Fresko im ovalen Kuppelraum geprägt, geschaffen wurde es von dem bedeutenden Barockmaler Johann Michael Rottmayr zwischen 1725-1730. Das Fresko zeigt die Muttergottes, welche die Fürbitte des Kirchenheiligen um Abwendung der Pest darstellt, umgeben ist die Szene von den Kardinaltugenden (Glaube, Liebe und Hoffnung). Im linken Eingangsflügel befindet sich das Grabmal für den österreichischen Dichter Heinrich Joseph von Collin (17771-1811).
Im Inneren der Karlskirche gibt es ein Museum, in dem die wertvollsten Stücke ausgestellt werden.
Zu diesen zählen: die Gewänder des Hl. Borromäus, ein Reliquiar aus Gold und Silber – eine Stiftung Kaiser Karls VI. und eine Rokoko-Monstranz (ca. 1760), welche einen Blutstropfen des Heiligen enthält. Thomas von Aquin.

Auch das Abbild des Baumeisters, Fischer von Erlach, gemalt von Jakob von Schuppen zählt zu den Kirchenschätzen.
Das ikonographische Programm der Karlskirche wurde von Carl Gustav Haerus verfasst, durch dieses sollte der Heilige Karl Borromäus mit dem kaiserlichen Stifter verbunden werden.

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