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Bedeutung der Palais
Attribute
Ein Palais ist ein unbefestigter Adelswohnsitz in einer Stadt, und damit grenzt sich der Begriff zum einem von einer Burg (befestigt, meist auf dem Land), und zum anderen von einem Schloss (Herrscher- bzw. Adelswohnsitze in ländliche Umgebung) ab. Eine große Anzahl von Palästen verschiedener Adelsfamilien, wie sie seit Beginn des 18. Jahrhunderts auch in Wien zu finden sind, weisen auf die Existenz eines Herrschersitzes in genau dieser Stadt hin. Wien, als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen, wurde Wohnsitz vieler Adeliger, die in die Stadt kamen, um sich einen der zahlreichen Posten in der Verwaltung und beim Militär zu sichern, und so gesellschaftlich und politisch Karriere zu machen. Um die Bedeutung der eigenen Familie Ausdruck zu verleihen, gaben die Adeligen die Erbauung von Palais in Auftrag. Innerhalb der Stadtmauern war für die weitläufigen Palais jener Zeit kein Platz mehr vorhanden, und so wurden sie in den Vorstädten erbaut, wo genug Raum vorhanden, und die Gründe um einen niedrigen Preis zu erstehen waren. Die Wiener Palais jener Zeit gelten als Höhepunkt des europäischen Barock. Die wirtschaftliche Grundlage für diese Bautätigkeit hatten sich viele der österreichischen und böhmischen Adeligen nach der Schlacht am Weißen Berg 1629 gesichert, als die führenden böhmischen Adeligen enteignet und ihre Besitzungen an die Parteigänger Kaiser Ferdinands II. übergingen. Viele der Erbauer waren hohe Militärs, die für ihre Verdienste in den Türkenkriegen vom Kaiser große Summen oder Güter erhalten hatten, und sich somit den Luxus eines eigenen Palais leisten konnten. Die Erbauung von Palais wurde von Adeligen aus allen Teilen der Monarchie vorangetrieben (z.B. Esterhazy, Lobkowitz, Palffy, Auersperg, Lubomirski), aber auch die Aristokratie aus Deutschland (Metternich, Württemberg), Frankreich (Prinz Eugen), Russland (Rasumofsky), Spanien (Hoyos), Portugal (Silva-Torucca) oder Italien (Pallavicini, Caprara, Collalto) siedelten sich mit ihren repräsentativen Bauten in Wien an. Die Palais hatten einen starken Bezug zu ihrer Umgebung, und so waren die Bauten mit großen Gärten umgeben. Bauwerk und Natur standen in einem starken Bezug zueinander. Die Gartengestaltung wurde als ein architektonisches Werk gesehen und gestaltet wie das Bauwerk selbst. Bei der Erbauung der Palais war nicht nur die äußere Gestaltung von großer Wichtigkeit, sondern auch das Innere sollt die Bedeutung des Erbauers repräsentieren. Die innere Prachtentfaltung und Bequemlichkeit sollte dem architektonischen Ansprüchen in nichts nachstehen, und so war die Inneneinrichtigung eines Palais bald ebenso kostspielig – wenn nicht noch kostspieliger – wie die Erbauung des Palais selbst. <<Besiedlung der Josefstadt im 18. Jahrhundert ||  Palais Strozzi: Von der Erbauung bis heute>> |